Holzvermarktung: Frist soll verlängert werden

Mehr Zeit für Waldbauern

+
Rolf Brühne (stehend) und der Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung.

HERSCHEID - Kurzes Aufatmen für die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Herscheid: Ihr und allen anderen Forstbetriebsgemeinschaften soll mehr Zeit für die Umstellung der Holzvermarktung und auch für die Beförsterung in private Hände gewährt werden. 

Die ursprüngliche Frist zum 1. Januar 2019 scheint vom Tisch zu sein. Rolf Brühne, Vorsitzender der FBG Herscheid, sieht es als einen großen Erfolg, dass den privaten Waldbauern nun einige Monate mehr Zeit eingeräumt werden soll. Dies sei durch die Zusammenarbeit von vielen Forstbetriebsgemeinschaften erzielt worden. 

Unter anderem habe man in Briefen an das Ministerium deutlich gemacht, dass die Zeit zur Gründung von privaten Organisationen zu knapp ist. Zudem wurde gefordert, die bestehenden Verträge mit dem Landesbetrieb noch bis zu deren Ablauf 2020 einzuhalten, zumindest was die Beförsterung angeht. 

Zur Zeit sei man vor Ort laut Rolf Brühne damit beschäftigt, im Märkischen Kreis eine forstwirtschaftliche Vereinigung mit allen FBG’n des Kreises zu gründen, woraus dann ein separater Vorstand gebildet werden muss. „Alle sind sich einig, dass man die Holzvermarktung nur gemeinsam machen kann, um eine bessere Marktsituation zu haben“, sagt Brühne. Denn je mehr Holz gebündelt ist, um so besser sei der Preis zu verhandeln. „Wir hoffen, dass die Vereinigung bis Ende des Jahres steht. Die meisten haben zugesagt und wollen teilnehmen“, erklärt Brühne. 

Die Vereinigung müsse in Zukunft das Holz bündeln und an eine private Holzvermarktungs GmbH weiterleiten, die sich die Vereinigung dann suchen muss und die sich wiederum um den Verkauf beziehungsweise die Preisverhandlungen mit den Sägewerken kümmert. 

Bisher hat das Bündeln sowie das Vermarkten der Landesbetrieb Wald und Holz des Landes Nordrhein-Westfalen für die privaten Waldbesitzer übernommen. Durch ein Urteil des Bundeskartellamtes wird dem ein Ende gesetzt, da das bisherige Verfahren gegen die Rechtssprechung des europäischen Kartellamtes verstoße. 

Dass die Frist verlängert werden soll, ist vor allem deshalb gut für die privaten Waldbesitzer, da sie derzeit unter anderem noch mit den äußeren Einflüssen zu kämpfen haben. Durch Stürme und den Befall von Borkenkäfern ist enorm viel Holz auf dem Markt. Durch die große Menge wird das Holz billig vermarktet und bedeutet große Verluste für die Waldbauern. In dieser Situation sei bedachtsam mit den Strukturen umzugehen, sagte auch Dr. Philipp Freiherr Heereman, Vorsitzender der Waldbauern in NRW, beim Waldbauerntag in Werl mitte September. 

Gleiches gilt für die Beförsterung, die bisher ebenfalls der Landesbetrieb Wald und Holz sowohl für Staats- als auch für Privatwald übernahm. Auch hier soll die Umstellungsfrist verlängert werden. „Wir können erst einmal durchatmen, was die Beförsterung angeht“, sagt Rolf Brühne. Mit einer Fristverlängerung müsse erst bis Ende 2020 eine Lösung gefunden werden, da durch das neue Gesetz das Regionalforstamt die privaten Wälder nicht weiterhin wie bisher beförstern kann. 

Durch die Änderung müssen Ausschreibungen getätigt werden und Förderanträge selbst gestellt werden. „Wir brauchen Zeit das umzusetzen. Es ist eine große Aufgabe für das Ehrenamt“, sagt Brühne. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare