Erstes Treffen nach Corona-Pause

Mehr als 70 Teilnehmer: Das Café International wächst weiter

Während die Erwachsenen aus Eritrea, Afghanistan, dem Irak, Georgien, Aserbaidschan und Syrien an den Tischen sitzen, plaudern, Kaffee trinken und Kuchen essen, spielen die Mädchen und Jungen auf der zur Kinderecke umfunktionierten Bühne.
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Während die Erwachsenen aus Eritrea, Afghanistan, dem Irak, Georgien, Aserbaidschan und Syrien an den Tischen sitzen, plaudern, Kaffee trinken und Kuchen essen, spielen die Mädchen und Jungen auf der zur Kinderecke umfunktionierten Bühne.

„Ursprünglich hatten wir einmal einen Zoobesuch mit allen geplant, aber Corona hat uns bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Wiltrud Bald – Begründerin des Café International in Herscheid – spricht über den mit 500 Euro dotierten Integrationspreis des Märkischen Kreises, den sie im vorigen Pandemiejahr zugesprochen bekommen haben. „Auch in diesem Jahr war kein Ausflug möglich“, bedauert sie.

Herscheid - Am Samstag fand im Bildungszentrum Rahlenberg nun aber erstmals seit März 2020 wieder eine Café-International-Zusammenkunft statt. „Wir waren alle ganz gespannt, ob wir unsere Leute alle wieder einsammeln können.“ Dann schaut Bald durch den Raum, der mit gut 70 Personen gefüllt ist und stellt fest: „Der Stamm ist komplett wieder da.“ Sie fügt zufrieden hinzu: „Es sind sogar ein paar ganz neue Gesichter gekommen.“

Rückblick: Im Januar 2014, mehr als ein Jahr, bevor deutlich mehr Flüchtlinge in Deutschland ankommen als üblich, fasst sich das Ehepaar Bald ein Herz. In einem Kellerraum richten sie das ursprüngliche Café International ein. „Beim ersten Mal kamen eine Handvoll Leute“, berichtet Bald. „Doch im Laufe eines Jahres waren es dann bereits 40.“ Im Jahr 2015 wurden es noch mehr.

Die monatlichen Treffen, die auf Privatinitiative stattfinden, fanden Ende 2015 die Unterstützung der Kommune: „Seither sind wir nun in der alten Aula“, freut sich Wiltrud Bald über ein größeres Platzangebot. Während die Erwachsenen aus Eritrea, Afghanistan, dem Irak, Georgien, Aserbaidschan und Syrien an den Tischen sitzen, plaudern, Kaffee trinken und Kuchen essen, spielen die Mädchen und Jungen auf der zur Kinderecke umfunktionierten Bühne.

Wiltrud Bald (li.) – Begründerin des Café International in Herscheid – freute sich über die große Resonanz nach der Corona-Pause.

Zu Beginn der Café-International-Geschichte haben die Balds ihren Schützlingen auch die deutsche Sprache beigebracht, dafür gibt es mittlerweile längt professionelle Angebote. „Wir sind aber immer noch da, wenn es darum geht, Formulare auszufüllen oder eine Wohnung zu suchen“, skizziert Bald die Aufgabenpalette bei den Gesprächen am Kaffeetisch.

Ganz stolz berichtet sie von ihren Flüchtlingen: „Die meisten haben jetzt nach der Corona-Phase Arbeit, einige machen eine Ausbildung und eine junge Frau hat sogar angefangen, in Siegen zu studieren.“

Für sie ist das der Punkt, an dem sie „den jungen Menschen Wertschätzung entgegen bringen und ihnen als gleichberechtigte Partner begegnen will“.

Konkret heißt das, dass einige der Migranten zum Organisationsteam des Café International stoßen sollen. „Gemeinsam mit ihnen besprechen wir dann, ob der Ausflug von dem Preisgeld wirklich in einen Zoo gehen soll.“ Denkbar seien auch der Besuch der Burg Altena oder eine Schifffahrt auf der Bigge oder die Umsetzung einer ganz anderen Idee, sinniert Wiltrud Bald.

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