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Massive Herausforderungen im Wald: Forstleute lassen im Landtag Dampf ab

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Von: Dirk Grein

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Der Borkenkäfer bereitet den heimischen Forstwirten Sorgen - doch der Wald birgt für sie viele weitere Herausforderungen.
Der Borkenkäfer bereitet den heimischen Forstwirten Sorgen - doch der Wald birgt für sie viele weitere Herausforderungen. © Simone Rein

Einen außergewöhnlichen Termin im Düsseldorfer Landtag nahmen am Freitag zwei Vorstandsvertreter der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Herscheid wahr: Rolf Brühne und Stephanie Holthaus nutzten die Möglichkeit, der SPD-Landtagsfraktion auf Einladung des Arbeitskreises für Umwelt, Natur- und Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Forsten und ländliche Räume über die Arbeit von FBGen zu informieren.

Herscheid - Die beiden Herscheider gingen zunächst auf rechtliche Grundlagen und Aufgabenbereiche ein, aber auch auf die Umstellung auf die direkte Förderung. Den Mitgliedern des Arbeitskreises wurde dargestellt, dass viele Regelungen der (vorherigen) Landesregierung „mit der heißen Nadel gestrickt wurden“ und nicht bis zum Ende durchdacht gewesen seien.

„Wir sind dadurch vor massive Herausforderungen gestellt worden“, betonte Brühne stellvertretend für die FBGen. Für die Vorstände der Gemeinschaften, die in der heimischen Region ehrenamtlich arbeiten, bedeutet dies einen enormen Mehraufwand und die Notwendigkeit, sich intensiv in die neue Materie einzuarbeiten.

Von der Beantragung der direkten Förderung bis hin zur Abrechnung mit den Waldbesitzern sowie der Umsatzsteuerpflicht und anderen rechtlichen Anforderungen habe sich das Aufgabengebiet stark verändert und sei um einiges komplizierter geworden, gaben die Herscheider zu verstehen. Konsequenz: Manche FBG musste sich in der Geschäftsführung neu aufstellen, was auch zusätzliche Kosten für die Vereine bedeutet.

Die Herscheider Rolf Brühne (links) und Stephanie Holthaus (rechts) berichteten von der Arbeit der Forstbetriebsgemeinschaft. Dabei tauschten sie sich unter anderem mit den Landtagsabgeordneten Julia Kahle-Hausmann (2. von links) und Nina Andrieshen aus.
Die Herscheider Rolf Brühne (links) und Stephanie Holthaus (rechts) berichteten von der Arbeit der Forstbetriebsgemeinschaft. Dabei tauschten sie sich unter anderem mit den Landtagsabgeordneten Julia Kahle-Hausmann (2. von links) und Nina Andrieshen aus. © Foto: FBG

Hinzu komme, dass durch die Borkenkäfer-Kalamität und deren Bewältigung alle Beteiligten – Förster, Waldbesitzer sowie die FBGen – zusätzlich ein- und angespannt sind.

Der Appell der Herscheider Vertreter an die Mitglieder des SPD-Arbeitskreises war daher klar: Die FBGen sollen bürokratisch entlastet und finanziell unterstützt werden. Zudem sollte die Politik bei zukünftigen geplanten Änderungen unbedingt „die Basis“, also die Praktiker vor Ort, mit einbezogen werden, um Regelungen praxisorientiert, schlank und bürgernah zu treffen.

Zuvor hatte bereits die Geschäftsführerin des Waldbauernverbandes NRW, Heidrun Buß-Schöne, über die Landesforstpolitik in den Facetten Grundlagen, Akteure, Instrumente und aktuelle Maßnahmen berichtet. Zudem hielt Förster Marc Redemann (Verschönerungsverein Siebengebirge) in seiner Funktion als Mitglied der IG Bau, Landesvertretung Forst und Naturschutz NRW einen Vortrag zur Frage: „Warum brauchen wir überhaupt staatliche Forstbeschäftigte?“

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