Marketingverein arbeitet an einer Nachfolgeregelung für den Kürbismarkt

Ein Verlust für Herscheid

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Ein Bild, das der Vergangenheit angehört: Landwirt Peter Viertmann (Fünfter von rechts) und die Mitglieder der Interessengemeinschaft Kürbismarkt bauten im Vorfeld des Veranstaltung stets imposante Kürbis-Bilder am Herscheider Ortseingang auf.

HERSCHEID - Der Kürbismarkt zieht von Rärin zur Heesfelder Mühle um – und doch existieren vage Hoffnungen, dass es in Herscheid eine Nachfolgeveranstaltung geben könnte.

„Wir waren alle geschockt, als uns die Nachricht erreicht hat“, erinnert sich Peter Viertmann. Der Landwirt aus Werl war jahrelang der größte Aussteller beim Räriner Kürbismarkt, der für ihn nicht nur wirtschaftlich, sondern auch atmosphärisch ein riesiger Erfolg war. „Einer der schönsten Märkte in der Region, der war nicht zu übertreffen“, sagt Viertmann, der mit seinen landwirtschaftlichen Erzeugnissen über 50 Bauernmärkte beliefert. 

Doch als ihn kurz vor dem Jahreswechsel die Botschaft erreichte, dass sich die Interessengemeinschaft Kürbismarkt zurückziehe, habe ihn das schwer getroffen. „Darauf musste ich reagieren“, sagt Viertmann. Zunächst habe es die Bemühungen gegeben, den Kürbismarkt in der Gemeinde zu halten. Als Ausweichfläche seien die Dorfwiesen im Gespräch gewesen, erzählt der Landwirt. Doch der Marketingverein und die Gemeinde Herscheid hätten keine Lösung für eine Austragung an dieser Stelle gefunden. „Es ist für mich unbegreiflich, dass man solch eine Veranstaltung einfach so auslaufen lässt“, ärgert sich Viertmann. 

Auch mit dem Stadtmarketing aus Plettenberg habe er Kontakt aufgenommen. Gemeinsam habe man versucht, den Markt auf einer Fläche in Teindeln zu organisieren, doch auch dort seien die Planungen an fehlenden Genehmigungen gescheitert. Den Umzug zur Heesefelder Mühle sieht Viertmann mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Einerseits ist er froh, die Veranstaltung am Tag der deutschen Einheit weiterhin mitgestalten zu können. Andererseits bedauere er seinen Abschied aus Herscheid, stellt jedoch unmissverständlich fest: „Für den Kürbismarkt bin ich zu allem bereit.“ Will meinen: Falls es eine Nachfolgeveranstaltung in Herscheid geben sollte, wäre der Werler gern mit im Boot. 

An einer entsprechenden Lösung „bastelt“ derzeit Markus Gumpricht. Der Vorsitzende des Marketingvereins will zunächst das Gespräch mit den heimischen Landwirten suchen. Die Frage steht im Raum, ob man an einem anderen Standort eine Kopie des Kürbismarktes oder aber eine Art Hoftag aufbauen kann. 

Die Verlegung der Räriner Veranstaltung nach Halver sei für ihn nachvollziehbar, erklärt Gumpricht. Auswirkungen auf die weiteren Planungen in Herscheid habe diese Entscheidung aber nicht. „Uns ist bei allen Überlegungen wichtig, dass wir eine Veranstaltung mit entsprechendem Ambiente realisieren können.“ 

Als Mitglied der Interessengemeinschaft zählt Gerd Holthaus zu den „Erfindern“ des Marktes in Rärin. 17 Jahre lang haben er und seine Mitstreiter mit viele Liebe die Veranstaltung geplant und durchgeführt. Weil der Aufwand zuletzt immer mehr zunahm und auch aus Altersgründen habe sich die Interessengemeinschaft letztlich dazu entschlossen, die Organisation abzugeben. 

Holthaus drückt den Veranstaltern des Marktes an der Heesfelder Mühle die Daumen, hofft aber auch, dass der Kürbismarkt – wenn auch in abgewandelter Form – in Herscheid weiter existiert. Denn eines stehe außer Frage: Der Kürbismarkt war stets ein Publikumsmagnet. Ein ersatzloser Umzug würde eine große Lücke in den Herscheider Veranstaltungskalender reißen und einen Verlust für die Gemeinde bedeuten.

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