Märkische Museumseisenbahn hat viele Aufgaben, aber immer weniger Helfer

Fahrtage stehen auf der Kippe

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Oldtimertag, Matjesfest oder (wie auf unserem Bild) die Nikolausfahrten: Wenn die Sauerländer Kleinbahn zu ihren Fahrten durchs Elsetal einlädt, dann kommen die Fahrgäste in Scharen und die Helfer haben alle Hände voll zu tun.

HERSCHEID - Noch befindet sich der Bahnhof in Hüinghausen mit seinen historischen Fahrzeugen und Geräten zwar im Winterschlaf. Die Saison der Märkischen Museums-Eisenbahn steckt indes in der entscheidenden Planungsphase.

Wie viele Veranstaltungen diese beinhalten wird, ist momentan völlig unklar. Denn die Personalsituation ist mehr als angespannt und deshalb läuft die Suche nach neuen Mitstreitern aktuell auf Hochtouren: Die Museumseisenbahn heißt alle willkommen, die den Verein tatkräftig unterstützen wollen, lautet die Botschaft der Verantwortlichen, die auf schnelle Hilfe hoffen. 

„Einige Leute sind altersbedingt und aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden, sodass eine Lücke entstanden ist, die wir unbedingt schließen müssen. Ansonsten sind Einschränkungen in unserem Programm wohl nicht zu vermeiden“, beschreibt Udo Feldhaus, der Vorsitzende der MME, den Ernst der Lage. 

Derzeit gibt es rund 35 aktive Mitglieder im Verein, von denen aber nur knapp 20 Personen regelmäßig an den Fahrtagen im Einsatz sind. Zwar erhalten sie mitunter Unterstützung von befreundeten Eisenbahnvereinen, aber auch deren Einsatzfähigkeit ist begrenzt. 

Dass ein breites Spektrum an Aktivitäten geboten wird, spiegelt sich zum Beispiel in der Zusammensetzung der fleißigen Helfer wider, wie der Vorsitzende betont: „Unser jüngstes Mitglied ist zwölf, das älteste 92 Jahre alt. Wir sprechen also wirklich jede Altersgruppe an. Dabei kommen unsere Mitglieder aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands. Sie stammen aus dem Ruhrgebiet, aber auch aus Bremen oder Regensburg.“ 

Von der Sanierung der Motoren über Fahrzeug-Restaurationen bis hin zur Tätigkeit als Schaffner oder Fahrkartenverkäufer – das Aufgabengebiet der MME-Mitglieder ist vielfältig und abwechslungsreich. Gerade handwerklich begabte Leute werden gebraucht, schließlich baut und repariert der Verein viel durch Eigenleistung. Besonders dringender Personalbedarf besteht in der Gastronomie, erklärt Feldhaus, der sich gerne mehr Unterstützung für das Bahnhof-Café, den Biergarten und am Grillstand wünscht. 

Nur dann könne der große Andrang, der nahezu an jedem Fahrtag in Hüinghausen herrsche, erfolgreich bewältigt werden. „Mit unseren eigenen Erfolgen haben wir die Messlatte extrem hochgelegt. Durch die vielen Besucher, die wir mittlerweile regelmäßig aus Nah und Fern anziehen, fällt eben auch eine Menge an Arbeit an. Das schaffen wir nur, wenn noch mehr Leute anpacken“, wirbt Feldhaus genauso wie seine Vereinskollegen im privaten Umfeld um notwendige Verstärkungen. 

Dass ein Engagement nicht gleich zu einer Mitgliedschaft führen müsse, machen die Verantwortlichen der heimischen Eisenbahn ebenso klar. Wer lediglich bei ein paar ausgewählten Veranstaltungen mithelfen möchte, sollte sich rechtzeitig melden und würde dann je nach Wunsch für ein Aufgabengebiet eingeteilt werden. 

Unabhängig vom aktuellen Personalengpass werden die Planungen zu den Großprojekten der MME weiter vorangetrieben. Neben einer Verlängerung der Bahnstrecke über den Köbbinghauser Hammer hinaus steht auch der Bau einer zweiten Fahrzeughalle, welche die Lagermöglichkeiten auf dem Gelände deutlich vergrößern würde, auf der Agenda. „Diese Vorhaben werden wir nicht einstellen. Genauso wie den Fahrbetrieb, den wir in diesem Jahr auf jeden Fall ab Mai wieder fortsetzen werden. Die Frage ist eben nur, wie umfangreich unser Programm-Angebot ausfallen kann“, macht Udo Feldhaus deutlich. 

Er kündigt an, dass die Termine für die diesjährigen Fahrtage möglichst zeitnah veröffentlicht werden sollen. Vielleicht könne bis dahin bereits der eine oder andere Neuling im Verein begrüßt werden, hofft der MME-Vorstand auf den Erfolg der verstärkten Werbemaßnahmen. Wer die Museumseisenbahn als Helfer unterstützen möchte, der sollte sich mit Heike Schmitt in Verbindung setzen unter Telefon (0 23 58) 79 05 95.

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