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„Gleis muss neu verlegt werden“: Noch immer müssen Hochwasserschäden beseitigt werden

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Von: Dirk Grein

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Mit Hilfe des Gartenbauunternehmens Kittel erneuert die Märkische Museumseisenbahn das Abstellgleis auf dem Bahnhof Hüinghausen. Dafür müssen auch Durchlässe und Entwässerungskanäle neu gesetzt werden.
Mit Hilfe des Gartenbauunternehmens Kittel erneuert die Märkische Museumseisenbahn das Abstellgleis auf dem Bahnhof Hüinghausen. Dafür müssen auch Durchlässe und Entwässerungskanäle neu gesetzt werden. © Grein

Erst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen: Dieses Sprichwort beherzigt die Märkische Museumseisenbahn mehr denn je. Bevor die Fahrsaison im 40. Jahr des Vereinsbestehens mit einigen Neuerungen und Besonderheiten eröffnet werden kann, stehen aufwändige Arbeiten am Bahnhofsgelände und an den Gleisen an.

Herscheid - „Wir warten noch auf einen Gutachter, der sich die Flutschäden am Bahnübergang ansieht“, erklärt der Vereinsvorsitzende Udo Feldhaus. Bei dem Juli-Hochwasser war auch die Kleinbahn betroffen: Wassermassen hatten sich aus dem oberhalb gelegenen Wald ihren Weg gebahnt und den Asphalt des Bahnübergangs durchlöchert. Um den Fahrzeugverkehr uneingeschränkt sicherstellen zu können, seien Ausbesserungen notwendig.

Während an dieser Stelle vorerst Geduld gefragt ist, wird einige hundert Meter weiter auf dem Bahnhofsgelände in Hüinghausen bereits fleißig gewerkelt. Bei der jüngsten Bereisung durch die Landeseisenbahnaufsicht Essen sind Mängel am Abstellgleis festgestellt worden. Udo Feldhaus schiebt diese auf die im Laufe der letzten vier Jahrzehnte verwitterten hölzernen Bahnschwellen. Die Folge seien Gleisverdrückungen, also Verschiebungen.

Entwässerung wichtig

„Unser Gleis 4 muss daher komplett neu verlegt werden“, erzählt Udo Feldhaus. Mit Hilfe des Gartenbauunternehmens Kittel musste der komplette Schotter im Gleisbett entfernt und neu eingesetzt werden. In diesem Zuge wurden Durchlässe und Kanäle im Hangbereich erneuert. „Entwässerung ist an dieser Stelle ein großes Thema“, sagt Feldhaus. Er betont, dass das Abstellgleis Platz biete für bis zu 15 Fahrzeuge und somit für den Fahrbetrieb unabdingbar ist.

Der Fahrplan der MME im Geburtstagsjahr

Zum 40. Geburtstag beschenkt sich die Märkische Museums-eisenbahn selbst: Am letzten Juli-Wochenende sollen mehrere Kastendampfloks nach Hüinghausen kommen – unter anderem die Lok Plettenberg (des Deutschen Eisenbahn-Vereins) und die Lok Laura (der Chiemseebahn). Darüber hinaus sind in dem frisch gedruckten Programmheft zwei Neuerungen enthalten: der erste MME-Treckertreff (am 21. August) und der Motto-Fahrtag Ente trifft Dampflok (2. Oktober). Darüber hinaus dürfen beliebte Veranstaltungen wie das Teddybärenfest (5. Juni), der Matjes-Tag (19. Juni), der Oldtimer-Tag (3. Juli) und der Blaulicht-Tag (7. August) nicht fehlen. Insgesamt sind inklusive der Eröffnung am 1. Mai zwölf reguläre Fahrtage geplant, ehe die Nikolausfahrten im Advent die Saison 2022 beschließen sollen. „Wir hoffen auf einen regulären Fahrbetrieb, ohne größere Einschränkungen durch die Corona-Pandemie“, sagt der Vereinsvorsitzende Udo Feldhaus.

Apropos: Im Zuge der Arbeiten wird ein Gleis so umgebaut, dass es nicht nur von den in Hüinghausen eingesetzten Schmalspur-, sondern auch von Regelspurfahrzeugen genutzt werden kann. Das sorge für mehr Flexibilität, betont Feldhaus. Er ergänzt, dass ein für die Umsetzung benötigtes technisches Bauwerk zurzeit vorbereitet werde.

Bis zur Saisoneröffnung am 1. Mai sollen die Arbeiten rund um den Bahnhof beendet sein. Definitiv nicht einsatzfähig wird dann die vereinseigene Dampflok Bieberlies sein, die weiter einer Hauptuntersuchung unterzogen wird. Bei dieser stehe unter anderem noch eine entscheidende Kesselprobe aus. Ob die Bieberlies zu ihrem 100. Geburtstag im kommenden Jahr wieder durchs Elsetal schnaufen kann, hängt maßgeblich von dieser und weiteren Untersuchungen ab, sagt der Vorsitzende.

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