Männergesang, der begeistert: Besucher rufen stehend applaudierend nach Zugabe

Emotionales Kirchenkonzert

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Chorleiter Herbert Wilberg (links) und die Räriner Sänger nahmen die Zuhörer unter anderem mit auf eine musikalische Kurzreise nach Russland.

HERSCHEID - In der Apostelkirche hatten sich zwei Männerchöre unter dem Dirigat von Herbert Wilberg vereint, um ein gemeinsames Konzert zu gestalten. Der Sängerbund 1892 Rärin und der MGV Holthausen boten ein Programm der Sonderklasse in der voll besetzten Kirche.

Musikalisch eingerahmt von Maria Hartel (Orgel / Klavier) und Frank Düppenbecker (Trompete), herzlich begrüßt von Pfarrer Bodo Meier und durch Fred Witte’s einfühlsame und informative Moderation auf die Programmteile vorbereitet, wurde es ein Erlebnis für Augen, Ohren und die Seele.
Die letzten Chorproben und eine erste Generalprobe lagen hinter den 50 Männern, die gut vorbereitet, aber auch mit der notwendigen Anspannung im Altarraum Aufstellung nahmen. Mit „Die Himmel rühmen“ von Ludwig van Beethoven, von Maria Hartel an der Orgel begleitet, und „Kum ba yah, my Lord“ hatten die Chöre ihren ersten gemeinsamen Auftritt. 

Die Räriner hatten anschließend mit „Herr, deine Güte reicht so weit“, der russischen Volksweise „Einsames Glöcklein“ und „All night, all day“ den Altarraum für sich. Mit seiner klaren Solostimme beeindruckte, wie stets, Rüdiger Bartz die Besucher. 

Da Hartel und Düppenbecker zwischengestreute Orgel- und Trompetenstücke ohne die Chöre darbrachten, sollte auch bei ihnen ein Zwischenstopp gemacht werden. Sie waren bei dem vom Fernsehen übertragenen Gottesdienst aus der Plettenberger Laurentiuskirche im Vorjahr aufgetreten und beeindruckten auch in Herscheid im glücklichen Zusammenspiel von Orgel und Trompete. 

Sie waren es auch, die mit dem „Prince of Denmark March“ von Jeremiah Clarke am Beginn ein Ausrufungszeichen setzten. Mit „Air“ von Johann Sebastian Bach, einem der beliebtesten Barockstücke überhaupt, setzten sie ihre eigenen Stücke fort, um mit „Aranjuez con tu Amor“ von Joaquin Rodrigo für manchen den Western „Rio Bravo“ mit John Wayne oder auch „Alamo“ vor dem geistigen Auge auferstehen zu lassen. Riesenbeifall war die Folge. „Festive Trumpet Tune“ von David German war der letzte offizielle Beitrag der beiden – ein Musikstück, das gerne bei Hochzeiten verlangt wird. 

Zwischenzeitlich brachte der MGV Holthausen drei Lieder zu Gehör: „O Herr, welch ein Morgen“, bei dem Tenor Willi Tillmanns eindrucksstark sein Solo im Chor sang. Berührend war „Die Rose“ von Amanda McBroom und dem deutschen Text von Michael Kunze. Von Wolfgang Amadeus Mozart stammte die Melodie, der Satz von Gerhard Rabe und der Text von Brigitte Rabe zu „In Gottes Hand“, einem schönen Stück für die vier Chorstimmen. 

Einen Ausflug nach Russland machten die Räriner mit dem Liebeslied „Nanuschka“, das Rüdiger Bartz als Solist bereicherte. Mit „Tebje pojem“, einem Kirchengesang, endete diese Kurzreise. Beide Lieder wurden mit deutschem Text gesungen. Die Holthauser schlossen sich an mit „Sancta Maria“, einem lateinschen Gebet an die Jungfrau Maria, und dem „Ehre sei Gott in der Höhe“ zum Gloria aus „Eine deutsche Messe“. 

Gemeinsam sangen beide Chöre „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Dimitri Bortnianski – ein Lied, das die Besucher emotional anrührte. Hanne Haller schrieb das Gebet „Vater unser“ als wunderschönes Lied. Mit „Jerusalem“ von Stephen Adams und Fritz Ihlau bewies Rüdiger Bartz sein Können mit einem sicheren Soloteil; manch ein Besucher hatte feuchte Augen, als das Lied verklang. 

Jetzt hielt es die Zuhörer nicht mehr auf den Plätzen: Stehend applaudierten sie, immer rhythmischer werdend und verlangten eine Zugabe. Gerne gab Chorleiter Wilberg nach und ließ von beiden Chören „All night, all day“ nochmals erklingen. Gemeinsam sangen Besucher und Chöre „Großer Gott, wir loben dich“ – ein schöner und eindrucksvoller Abschluss.

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