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Liebe, die nie rostet: Oldtimerfahrer präsentieren ihre Schätze

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Von: Simone Rein

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Anfang Juli feierte Peter Regus aus Lüdenscheid den 66. Geburtstag seines Schätzchens: ein roter Chevrolet Bel Air, Erstzulassung 1. Juli 1956.
Anfang Juli feierte Peter Regus aus Lüdenscheid den 66. Geburtstag seines Schätzchens: ein roter Chevrolet Bel Air, Erstzulassung 1. Juli 1956. © Simone Rein

Reges Treiben herrschte am Sonntag bei der Sauerländer Kleinbahn in Hüinghausen. Zahlreiche Old- und Youngtimer machten sich auf den Weg zum Bahnhof, um sich in ihrer ganzen Schönheit zu zeigen.

Herscheid - Eine bunte Vielfalt säumte die Straße am Bahnhof. Nicht nur Autos waren zu sehen, sondern auch historische Motorräder, Trecker und ein Feuerwehrauto aus Rosenheim. Einer von vielen Hinguckern: der immer noch beliebte VW Käfer. Die Motorhauben geöffnet und es wurde unter den Interessierten gefachsimpelt.

Peter Regus aus Lüdenscheid fühlt sich seit mehreren Jahren am Bahnhof in Hüinghausen heimisch und war auch dieses Mal mit seinem Chevrolet Bel Air, der zwei Tage zuvor den 66. Geburtstag (Erstzulassung 1. Juli 1956) groß feierte, wieder mit dabei. „Das Auto haben wir vor neun Jahren auf einem Treffen in Letmathe gekauft“, zeigt sich Regus stolz und freut sich dieses Jahr wieder in einer sehr familiären Umgebung mit sehr schöner Kulisse sein Schmuckstück auf dem Bahnhof zeigen zu können.

Vor drei Jahren wurde dieser Oldtimer in der Originalfarbe komplett neu lackiert. Der Innenraum erhielt nur einen neuen Teppich, alles andere befindet sich im Originalzustand. Der 5,7-Liter-Motor mit 350 PS zeigt, was in ihm steckt. Die schmalen Räder wurden aufgrund des stärkeren Motors (vorher 156 PS) gegen Rennsportfelgen mit breiteren Reifen getauscht.

Angesichts der zahlreich präsentierten Fahrzeuge gab es rund um den Bahnhof viel zu fachsimpeln.
Angesichts der zahlreich präsentierten Fahrzeuge gab es rund um den Bahnhof viel zu fachsimpeln. © Simone Rein

Der Lüdenscheider zeigt sein Liebhaberstück nicht nur auf Oldtimertreffen, sondern nutzt es auch im Alltag für den Weg zur Arbeit und zum Einkaufen. In alten Filmen sieht man solche Fahrzeuge häufig im Autokino stehen, die eine Besonderheit zeigen: An der Autotür befestigt ist ein Tablett mit Pommes frites, Burger und eine Flasche Coca Cola. An Regus Chevrolet ist es eine Attrappe aus den USA, die bei jedem Treffen für Schmunzeln sorgt und das meist fotografierte Objekt am Fahrzeug ist.

Einen Triumph Spitfire 1500 brachte Friedel Maxeiner aus Reichshof im Oberbergischen Kreis mit: Das Modell des englischen Herstellers ist seit 13 Jahren in seinem Besitz. 1996 erfolgte ein Neuaufbau und seit 2009 versucht der stolze Cabriobesitzer den Zustand zu erhalten oder zu optimieren.

Der satte Sound überrascht Liebhaber

Das Modell stammt aus der letzten Serie mit 90 000 gebauten Fahrzeugen, die bis 1980 das Werk verließen. „Ich bin jetzt sehr glücklicher Besitzer dieses Fahrzeugs“, strahlt der Oldtimerfan, der den Spitfire 1500 so oft fährt, wie es die Zeit zulässt und das Wetter trocken ist. Fast das ganze Jahr ist er damit auf der Straße und erledigt damit auch alltägliche Dinge.

Durch die Zubehörauspuffanlage klingt der Sound satter als beim Serienauspuff und sorgt bei Autoliebhabern für Staunen. Die grüne Metallic-Lackierung stammt vom Vorbesitzer und entspricht nicht mehr dem Originalzustand. Alles andere im Innenraum und die Räder wurden nicht verändert.

So oft es das Wetter und seine Zeit zulässt, ist Friedel Maxeiner mit seinem Triumph Spitfire 1500 unterwegs. Am Sonntag lautete sein Ziel Hüinghausen.
So oft es das Wetter und seine Zeit zulässt, ist Friedel Maxeiner mit seinem Triumph Spitfire 1500 unterwegs. Am Sonntag lautete sein Ziel Hüinghausen. © Simone Rein

Neben dem Verdeck, das sich mit einfachen Handgriffen in wenigen Sekunden auf- und abbauen lässt, gibt es ein Persenning. Hierbei handelt es sich um eine in der Mitte teilbare Abdeckung, die unterhalb der Windschutzscheibe mit Druckknöpfen an allen Seiten befestigt wird und den Innenraum bei Regen trocken hält. Trocken ging es für Friedel Maxeiner zurück in seine Heimat, der das Verdeck seines Cabrios an diesem sommerlichen Fahrtag offen ließ.

Bei sommerlicher Wärme und Sonnenschein war der Biergarten beim Oldtimertag wieder gut besucht und der vollbesetzte Museumszug nahm die Fahrgäste auf eine historische Reise, die nun wieder über den vollständig geöffneten Bahnübergang führen konnte – die Reparatur ist beendet – durch das Elsetal mit.

Ein Ausblick: Das sind die nächsten Fahrtage

Am 17. Juli findet der Tag der Plettenberger Kleinbahn auf dem Bahnhof statt, bei dem es eine Bilderausstellung geben wird. Die Märkische Museumseisenbahn hofft, dass das sommerliche Wetter anhält und auch am Jubiläumswochenende Ende Juli für eine unvergessliche Zeit sorgt.

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