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Lichtblick in dunklen Zeiten: Trecker-Tour geplant

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Von: Dirk Grein

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Die Landwirte wollen mit der Fahrt auch auf die angespannte Lage auf den Höfen aufmerksam machen.
Die Landwirte wollen mit der Fahrt auch auf die angespannte Lage auf den Höfen aufmerksam machen. © Birke, Maximilian

Explodierende Preise in nahezu allen Bereichen, Sorgen um die Zukunft, der Krieg in der Ukraine, Corona-Pandemie: Inmitten einer Zeit voller Krisen setzen die heimischen Landwirte ein mutiges Zeichen: Sie wollen den Bürgern am Samstag, 3. Dezember, mit ihren beleuchteten Treckern einen „Funken Hoffnung“ schenken.

Herscheid - 35 Fahrer aus Herscheid und Plettenberg haben sich für die inzwischen dritte Fahrt angemeldet. „Wir wollen den Kindern und auch den Erwachsenen an den Straßen etwas Besonderes in einer dunklen Zeit bieten“, erklärt Ramona Hesse. Die Herscheiderin und der Plettenberger Björn Kirchhoff verfolgen als Organisatoren ein weiteres Ziel – ihr Appell lautet bei der inzwischen dritten Trecker-Tour: „Ohne Bauern geht es nicht“.

Die Landwirte wollen den Blick der Politik und der Bevölkerung auf die regionale Erzeugung lenken. Es werde immer schwieriger, mit bestem Gewissen Lebensmittel zu erzeugen. Niedrige Auszahlung auf der einen, wachsende Anforderungen auf der anderen Seite: Dieses Ungleichgewicht bringe viele Höfe in Existenznöte. Um die landwirtschaftliche Produktion nicht weiter ins Ausland zu verlagern, sei ein Umdenken erforderlich. Dazu zählen veränderte politische Rahmenbedingungen.

Zudem müsse den Menschen in der Region noch deutlicher vor Augen geführt werden, was die Landwirte täglich leisten. Denn, so erzählt Ramona Hesse: „Das Kaufverhalten spiegelt oftmals nicht den Verbraucherwillen wider.“

Vorläufiger Fahrplan: Vom Hallenplatz am Adventsgestöber vorbei

Die Trecker-Fahrt der heimischen Landwirte erfolgt in enger Absprache mit der Polizei und den zuständigen Ordnungsämtern. Noch liege die Bestätigung seitens der Behörden für den Wunsch-Fahrplan nicht vor, daher können die Organisatoren diesen nur vage andeuten. Startpunkt soll der Herscheider Hallenplatz sein, wo die beleuchteten und weihnachtlich dekorierten Trecker ab 16.30 Uhr eintreffen werden. Die Abfahrt ist für 17 Uhr vorgesehen. Dann sollen die Fahrzeuge über Lüdenscheider und Plettenberger Straße in Richtung Rathaus fahren und somit auch am Alten Schulplatz – auf dem das Adventsgestöber stattfindet – vorbeifahren. Über die Landstraße 561 und am Ebbekreisel vorbei möchten die Landwirte eine Runde durch das Unterdorf drehen, ehe sie das Seniorenzentrum ansteuern, um dort eine Geschenkekiste für die Bewohner abzugeben. Über Elsen und Hüinghausen geht es nach Plettenberg, wo der Reihe nach das Matthias-Claudius-Haus in Stadtnähe, das St. Josef in Eiringhausen sowie das Seniorenzentrum am Krankenhaus auf der Bracht angesteuert werden sollen. Begleitet wird die komplette Fahrt von der Polizei.

Neben den eigenen Sorgen vergessen die Landwirte die Älteren in unserer Gesellschaft nicht. Im Vorfeld der Trecker-Tour wurden Firmenspenden gesammelt. Diese werden dafür genutzt, Kisten mit Handtüchern, Duschgel, Büchern, Süßem und anderen Überraschungen zu füllen. Während der Fahrt am 3. Dezember machen die Landwirte Halt an vier heimischen Seniorenzentren, um die Gaben an die Einrichtungen zu überreichen.

Neu wird in diesem Jahr übrigens der Streckenverlauf sein: Die Teilnehmer aus Plettenberg hatten den Wunsch geäußert, die Trecker auch in der Dunkelheit betrachten zu können. Daher wurde die Strecke umgedreht und der Start nach Herscheid verlegt.

Dort findet am Tag der Fahrt das Adventsgestöber auf dem Alten Schulplatz statt. An diesem Markt fährt die beleuchtete Kolonne entlang, sodass die Besucher dort nichts verpassen.

„Wir Landwirte sind das Arbeiten auch bei Schietwetter gewohnt, aber für unsere Fahrt hoffen wir auf gutes Wetter, damit wir möglichst vielen Zuschauern eine Freude bereiten können“, sagt Ramona Hesse.

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