Überraschung bei Enervie-Beiratssitzung

Leiser Protest, der Wirkung zeigt

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Mit einem leisen Protest am Herscheider Rathaus forderten die Envervie-Beschäftigten eine Tariferhöhung.

HERSCHEID - Die Fronten sind weiter verhärtet: Die Mitarbeiter der Enervie Vernetzt GmbH und der Mark-E AG kämpfen um eine Tariferhöhung. Auch in Herscheid unterstrichen sie mit einer im Vorfeld geheim gehaltenen Aktion ihre Forderungen.

Seit Dienstag befinden sich große Teile der Belegschaft im unbefristeten Ausstand. Einen Tag später machten etwa 400 Beschäftigte bei einer zentralen Kundgebung in Hagen ihrem Ärger Luft. Am Nachmittag desselben Tages machte sich eine vergleichsweise kleine Abordnung auf den Weg nach Herscheid. Denn: Im hiesigen Rathaus fand eine Sitzung des Enervie-Beirates statt. 

Die Teilnehmer, zu denen auch Teile des Aufsichtsrates gehören, wurden von einem besonderen Empfangskomittee erwartet. Trotz zwischenzeitlicher Regenfälle warteten etwa 40 Beschäftigte vor dem Eingang zum Bürgersaal. Ihren Verdi-Umhängen war die Aufschrift: „Weil es um mehr geht“ zu entnehmen. Genau diese wurde durch einen stillen Protest in den Vordergrund gerückt. 

„Das war zwar keine laute Aktion wie wenige Stunden zuvor in Hagen. Aber ich glaube, sie hat ihre Wirkung nicht verfehlt“, erzählt Thomas Majewski, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Enervie und Mark-E. Er berichtet von einer merkwürdigen Stimmung – die Beiratsmitglieder seien durch die Aktion überrascht worden. 

Genau das haben die Protestierenden beabsichtigt. „Wir wollen unser Anliegen nachhaltig zum Ausdruck bringen und auf uns aufmerksam machen“, betont Majewski. Nach zuletzt zwei Nullrunden fordern die Beschäftigen eine Lohnerhöhung von sechs Prozent, die zugleich rentenwirksam sein soll. Überzogen seien diese Forderungen nicht, erklärt Majewski: Es handele sich um eine „angemessene Beteiligung“ an dem guten Ergebnis des Energieversorgers. 

Das Angebot der Arbeitgeberseite (eine Einmalzahlung in Höhe von 1 000 Euro) reicht den Beschäftigten nicht aus. „Nicht mit uns“, betont der Betriebsratsvorsitzende, der weitere Aktionen ankündigt.

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