Lars Laurenz ist Rettungsschwimmer aus Leidenschaft und mit Erfolgen

Ein Europameister aus Herscheid

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Fünf Medaillen brachte Lars Laurenz von den Europameisterschaften mit nach Hause.

HERSCHEID - Lars Laurenz liebt das Element Wasser. Mit dem Schwimmen ist er quasi großgeworden, wohnt der 22-Jährige doch nur wenige Meter neben dem Freibad. Schon viele Jahre gehört Laurenz der DLRG-Ortsgruppe Herscheid an. Nun wurde der Student, der die Woche über an seinem Studium in Münster bastelt, Europameister im Rettungsschwimmen.

Im Ostseebad Scharbeutz nahm Laurenz mit einer Mannschaft der DLRG-Ortsgruppe Rheurdt an den Kontinentalmeisterschaften im Rettungsschwimmen teil. Die Europameisterschaft fand in der Kategorie „Inflatable rescue boats“, zu deutsch aufblasbare Rettungsboote, statt. 

Dieses Konzept stammt aus Australien, von wo auch die besten Rettungsschwimmer der Welt stammen. „Die klassische Bootsrettung ist in Wellen und am Strand nicht möglich. Daher setzt man hier kleinere aufblasbare Boote ein, wie man sie von vielen Stränden, an denen die DLRG ihren Dienst leistet, kennt. Die Boote haben einen Motorheckantrieb“, erläutert Laurenz. 

Der Herscheider startet seit 2012 immer im selben Team – einem Vierer- Herrenteam, bestehend aus dem Rettungsschwimmer, einem Bootsführer und zwei zu rettenden Personen. 

Der Wettkampf besteht aus drei Aufgaben. Bei allen drei Aufgaben handelt es sich um sogenannte Bojenrennen. Bei der ersten Aufgabe muss das Duo bestehend aus Bootsführer und Rettungsschwimmer zunächst um eine Boje herumfahren. „Dies hat den Zweck, dass der Bootsführer beweisen muss, dass er nicht geradeaus fahren kann“, schmunzelt der 22-Jährige. An der zweiten Boje ist eine zu rettende Person aufzunehmen und im Boot zum Strand zu bringen. Dort springt der Bootsführer aus dem Boot und muss eine Ziellinie überqueren. 

Die zweite Aufgabe ist nahezu identisch mit der ersten, jedoch kommt an einer dritten Boje eine zweite zu rettende Person hinzu. Mit Rettungsschwimmen im eigentlichen Sinne hat dies bisher noch nichts zu tun. 

Bei der dritten Aufgabe geht es dann, zumindest für den Rettungsschwimmer, ins Wasser. Bei der sogenannten „Tube“-Rettung umkurvt das Boot wieder die erste Boje, dann springt der Rettungsschwimmer ins Wasser und schwimmt zur dritten Boje, wo er mit dem Tube, einem Rettungsclip, zunächst den zu Rettenden sichert und dann zurück zum Boot bringt, das immer noch an der ersten Boje wartet. Dann geht es zurück zum Strand und über die Ziellinie. 

Die Rettungsschwimmer aus Rheurdt gehören in Deutschland zu den besten Rettungsschwimmern. An den Europameisterschaften nahmen insgesamt 40 Mannschaften aus England, Polen, Dänemark, Holland, Belgien, Lettland und Deutschland teil. Über Ausscheidungswettkämpfe mussten sich die Quartetts für das Finale qualifizieren, das mit vier Teams ausgetragen wurde. 

In diesem waren die Rheurdter gleich mit drei Mannschaften vertreten. Eine Mannschaft bestand allerdings nur aus drei Personen, was zur Folge hatte, dass diese bei der „Mass-Rettung“, bei der zwei zu Rettende ins Boot zu bugsieren sind, leer ausging. Genau dies führte im Finale dazu, dass die Mannschaft um Lars Laurenz mit der letzten Aufgabe noch von Platz drei auf eins springen konnte. 

In den beiden Aufgaben der Bootrettung belegten Laurenz und Co. Platz drei. In der Wasserrettung zeigte sich der Herscheider topfit und führte das Team, dank seiner schnellen Rettung im Wasser, auf Platz eins. Dieser Disziplinensieg brachte der Mannschaft des Herscheiders auf Rang eins und den damit verbundenen Europameistertitel. 

Doch der nächste Höhepunkt ist schon fest im Visier. „Nächstes Jahr sind die Weltmeisterschaften in Adelaide in Australien. Da wollen wir unbedingt teilnehmen“, ist Laurenz Vorfreude schon jetzt sehr groß. Und wer weiß: Vielleicht hat die DLRG Herscheid dann bald einen echten Weltmeister in ihren Reihen . . .

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