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Lange Mängelliste: Nachbesserungen an neuem Bildungszentrum nötig

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Von: Dirk Grein

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Flickschusterei mitten im Gang: Wegen der Mängel im Fußboden ließ die Gemeinde ein Gutachten erstellen.
Flickschusterei mitten im Gang: Wegen der Mängel im Fußboden ließ die Gemeinde ein Gutachten erstellen. © Foto: Grein

In den Räumen wird gepaukt, davor gebaggert: Zweieinhalb Monate nach Eröffnung des Bildungszentrums Rahlenberg sind die Bauarbeiten längst nicht abgeschlossen. Im Außenbereich stehen große Veränderungen noch bevor. Derweil treten im erneuerten Gebäude an einigen Stellen Schönheitsfehler auf, die für Unzufriedenheit sorgen.

Herscheid - Bei dem Rundgang des Schul- und Kulturausschusses am Montag schlug Bürgermeister Uwe Schmalenbach daher auch kritische Töne an, insbesondere in Bezug auf die Arbeit des Fußbodenlegers. Dieser habe einiges nachzuarbeiten, verwies Schmalenbach auf schadhafte Stellen, die in vielen Bereichen des Schulgebäudes auffallen. Dort ein zugeflicktes Loch mitten im Gang, hier Kleberreste, an denen Dreck haften bleibt: Ein mehrseitiges Gutachten dokumentiere die Vielzahl der Mängel, die von dem ausgeführten Betrieb behoben werden sollen.

An diesem ließ Schmalenbach in ungewohnter Schärfe kein gutes Haar: Er habe noch keinen Fußbodenverleger erlebt, der derart schlechte Arbeit abgeliefert habe. Das sei bereits während der Bauüberwachung bemerkt worden. Zu diesem Zeitpunkt sei ein Wechsel zu einem anderen Handwerksbetrieb allerdings nicht mehr möglich gewesen.

Darüber hinaus seien in den letzten Wochen verschiedene kleinere Missstände im Bildungszentrum bemerkt worden. Fehlende Sicherheitsbeklebung einer Glastür oder nachzuarbeitende Fugen im Flur: Die noch offenen Posten hat die Verwaltung in einer Liste festgehalten, die nach und nach von den jeweiligen Betrieben abgearbeitet werden soll.

Keine Gefährdung

Zugleich betonte der Bürgermeister, dass es sich angesichts der Größe des Bauprojektes dabei um kleinere Schönheitsfehler handele, die den Schulbetrieb weder einschränken noch gefährden. Dies konnte auch Rektorin Heike Zilinski bestätigen: Natürlich habe es hier und da kleinere Probleme gegeben, etwa mit dem WLan, das weiterhin wacklig sei. Generell seien Schüler und Lehrer an der neuen Wirkungsstätte und mit dessen Ausstattung aber überaus zufrieden, fühlen sich dort sehr wohl.

Uwe Schmalenbach (3. von links) zeigt den Plan für die Gestaltung des Außengeländes. Dieser beinhaltet den Teilabriss des alten Schulgebäudes im Hintergrund.
Uwe Schmalenbach (3. von links) zeigt den Plan für die Gestaltung des Außengeländes. Dieser beinhaltet den Teilabriss des alten Schulgebäudes im Hintergrund. © Foto: Grein

Auch die Ausschuss-Mitglieder waren nach dem Gang durch die hellen Klassenräume, über die farbig abgestimmten Flure (die nun auch mit Garderoben ausgestattet sind) und die Mensa mitsamt ihrer Lümmelecke (ein Sofa, von dem die Schüler einen herrlichen Blick über das Dorf haben) sichtlich angetan. Ebenso Bürgermeister Schmalenbach, der trotz der geschilderten Mängel von einem Herscheider Vorzeigeprojekt sprach, mit dem die Gemeinde bestens aufgestellt für die zukünftigen Herausforderungen sei.

Gestaltung Pausenhof

Apropos Zukunft: Diese hat zumindest in planerischer Hinsicht bereits begonnen. Gemeint ist der dritte Bauabschnitt, der die Gestaltung des Außengeländes beinhaltet. In einem ersten Schritt haben die Mitarbeiter des Herscheider Bauhofs damit begonnen, den Schulhof zu modellieren.

Auf einer Fläche zwischen Schulgebäude und Kleinsportfläche sind bereits Turnstangen angebracht worden. Zurzeit wird das Umsetzen des Klettergerüsts vom alten Herscheider Grundschulhof vorbereitet, dieses soll unterhalb der Laufbahn einen neuen Standort erhalten.

Unterhalb der Laufbahn bereitet der Bauhof auf dem Schulhof die Montage eines Klettergerüstes vor.
Unterhalb der Laufbahn bereitet der Bauhof auf dem Schulhof die Montage eines Klettergerüstes vor. © Foto: Grein

Der neue Schulhof, der unter anderem um Sitzgelegenheiten, schattenspendende Bäume und weitere Spielgeräte ergänzt werden soll, wird bereits eingezäunt. Damit soll eine Nutzung durch Fremde verhindert werden. Das angrenzende Kleinsportfeld hingegen soll über eine neue Zuwegung weiter öffentlich nutzbar bleiben.

Der letzte große Schritt des Projektes Bildungszentrums ist der Teilabriss der alten Herscheider Grundschule. An dieser Stelle sollen im vorderen Bereich (nahe Bergstraße) Parkplätze entstehen und dahinter ein öffentlicher Spielplatz. Dieser soll sich an das vorhandene Gelände anpassen und dieses aufwerten, schilderte Sabine Plate-Ernst, Fachbereichsleiterin Schule im Rathaus.

Neuer Spielplatz

Auf einem ersten Planentwurf zeigte sie die angedachte Einteilung. Dabei seien die Wünsche der Schüler, die vor dem Sommer befragt wurden, von einer Fachfirma aus Olpe (die bereits die Dorfwiesen geplant hatte) eingebaut worden. „Höchste Priorität hatte bei den Kindern eine Seilbahn“, erklärte Sabine Plate-Ernst. Diese Bahn findet sich ebenso wieder wie ein Trampolin, eine Waldbühne, Klettertürme und eine Boulefläche. Die naturnahe Gestaltung soll durch Wildblumenwiese, Nistkästen, ein begrüntes Flachdach und einen Klimabaum-Hain unterstrichen werden.

Kosten liegen voll im Soll

Bislang liegen die Baukosten für das Bildungszentrum Rahlenberg voll im Soll. Für den zweiten Bauabschnitt – Renovierung des alten Hauptschultrakts, den nun die Grundschule Rahlenberg nutzt – waren Arbeiten über 3,8 Mio. Euro ausgeschrieben worden. Zum jetzigen Zeitpunkt geht Bürgermeister Schmalenbach davon aus, dass man diese Summe sogar leicht unterschreiten könne, weil Leistungen im Vergleich zu Ausschreibungen noch abgeändert wurden. Insgesamt rechnet die Verwaltung für den Bau des Bildungszentrums mit Kosten in Höhe von rund 9,7 Mio. Euro; ein Großteil dieser Summe wird aus Fördermitteln aufgebracht.

Ein Teil des alten Schulgebäudes soll unbedingt erhalten bleiben und weiter vom Betreuungsverein der Schule genutzt werden. Außerdem sei es denkbar, dass dort die Gemeindebücherei und das Gemeindearchiv (beide zurzeit im Rathaus) einziehen.

Umfang, Ausführung und Beginn des dritten Bauabschnittes hängen maßgeblich von den dafür notwendigen Fördermitteln ab. Diese hat die Gemeinde fristgerecht beantragt in Höhe von 755 000 Euro. Mit einer Entscheidung über die Vergabe der Städtebauförderung sei im nächsten Frühjahr zu rechnen, schätzt der Bürgermeister. Erst dann wisse die Gemeinde, wieviel Geld sie in die Hand nehmen kann.

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