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Probleme an der Schwarzen Ahe: B229-Sperrung sorgt für Verkehrs-Wut

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Von: Dirk Grein

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In Höhe der Abbiegung Schwarze Ahe ist die Bundesstraße 229 gesperrt. Dies sorgt für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der Landstraße 879.
In Höhe der Abbiegung Schwarze Ahe ist die Bundesstraße 229 gesperrt. Dies sorgt für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der Landstraße 879. © Popovici, Cornelius

Den Start in die Sommerferien hatten sich die Anwohner in Schwarze Ahe deutlich harmonischer und entspannter gewünscht. Doch die Vollsperrung der Bundesstraße 229 im Bereich Versetal ließ das Verkehrsaufkommen direkt vor ihrer Haustür steigen: Auf der Landstraße 879 traten dabei leidige Probleme auf.

Herscheid - „Wie viele Kollateralschäden müssen wir wohl noch hinnehmen?“, fragt sich Ina Heift. Sie wohnt zwar erst seit einigen Jahren in Schwarze Ahe, die dortige Problematik wurden ihr aber längst vor Augen geführt. Die Landstraße 879 ist insbesondere an Engstellen wie vor der ehemaligen Gaststätte Pius (heute ein Wohnhaus) zu schmal für Begegnungsverkehr mit Großfahrzeugen. Da es jedoch keine Gewichts- oder Längenbeschränkung für diese Straße gibt, wird sie regelmäßig von Lastwagen genutzt. Bedingt durch die Vollsperrung der B 229 traten diese brenzligen Situationen am Montag zuhauf auf.

Zaun und Auto beschädigt

In vielen Fällen gingen diese Situationen glimpflich aus, konnten sich die Lkw im Schritttempo aneinandervorbeibewegen, ohne dass dabei Schäden entstanden. In mindestens zwei Fällen gelang dies nicht: Ina Heift berichtet von einem beschädigten Zaun einer Nachbarin sowie von einem beschädigten Auto einer Anwohnerin, das am Straßenrand abgestellt war. Im ersten Fall beging der Verursacher Fahrerflucht, im zweiten Fall kam der Verursacher nach dem Zusammenstoß zum Unfallort zurück und kümmerte sich um die Regulierung des Schadens.

Weitere Ärgernisse ergaben sich an diesem Tag: Mit dem Handy hat die Herscheiderin selbst festgehalten, wie ein Lkw auf einer Wiese, wohlgemerkt Privatfläche eines Nachbarn, wendete. „Der hatte noch Glück, andere Fahrer haben sich an dieser Stelle festgefahren“, berichtet Heift, die zudem von umgefahrenen Mülltonnen und auf der Straße verteiltem Abfall erzählt.

Zu allem Überfluss kam der Verkehr durch eine zusätzliche Einschränkung stellenweise komplett zum Erliegen. So wurde ausgerechnet am Montag damit begonnen, die Mitte Februar bei den Stürmen deformierte Leitplanke am Ahebach auszubessern. Resultat: Ina Heift stand nur wenige Meter von ihrem Zuhause entfernt im Stau, musste sich 20 Minuten gedulden, ehe sich die Wagen bewegten.

Arbeiten an Leitplanke verschoben

Immerhin: In dieser Angelegenheit gibt es erleichternde Nachrichten für die Nachbarn. Diese Arbeiten hätten längst durchgeführt werden sollen, jedoch seien bei der beauftragten Firma Lieferschwierigkeiten aufgetreten, erklärt Robin Scherbarth, Betriebsdienstleiter der Herscheider Straßenmeisterei. Die Mitarbeiter der besagten auswärtigen Firma hätten am Montag schnell eingesehen, dass die Reparatur bei dem hohen Verkehrsaufkommen keinen Sinn ergibt. „Die Arbeiten wurden abgebrochen und sollen nach den Sommerferien ausgeführt werden“, sagt Scherbarth.

Immerhin: In dieser Angelegenheit gibt es erleichternde Nachrichten für die Nachbarn. Diese Arbeiten hätten längst durchgeführt werden sollen, jedoch seien bei der beauftragten Firma Lieferschwierigkeiten aufgetreten, erklärt Robin Scherbarth, Betriebsdienstleiter der Herscheider Straßenmeisterei. Die Mitarbeiter der besagten auswärtigen Firma hätten am Montag schnell eingesehen, dass die Reparatur bei dem hohen Verkehrsaufkommen keinen Sinn ergibt. „Die Arbeiten wurden abgebrochen und sollen nach den Sommerferien ausgeführt werden“, sagt Scherbarth.

Der Betriebsdienstleiter kann den Unmut der Anwohner verstehen. Auch der Landesbetrieb habe in diesem Bereich am Montag Probleme gehabt, der auf den Schwerlastverkehr zurückzuführen sei. Ändern könne die Straßenmeisterei daran allerdings wenig: Eine beschränkte Nutzung könne nur auf Anweisung von höherer Stelle erfolgen und nicht auf Eigeninitiative.

Diese Vorgehensweise kennt Ina Heift längst. Sie sitzt als sachkundige Bürgerin im Planungs- und Bauausschuss und hat dort bereits über die Situation an der Landstraße 879 berichtet. Der Gemeinde sind an dieser Stelle jedoch die Hände gebunden und verweist auf die Kreisverwaltung beziehungsweise den Landesbetrieb Straßen.NRW. Dennoch will Heift nicht aufgegeben und sich zumindest dafür einsetzen, dass regelmäßig Tempokontrollen in Schwarze Ahe durchgeführt werden.

Kurzfristig hofft die Nachbarschaft, dass sich die Probleme von Montag nicht wiederholen und die Zeit der Vollsperrung der B 229 angenehmer verläuft. Am Dienstag sei die Situation – ohne Arbeiten an der Leitplanke – zwar spürbar entspannter gewesen. Aber vor allem zu den Stoßzeiten sei weiterhin „jede Menge los auf der Straße direkt vor unseren Haustüren“, bedauert die Herscheiderin.

Die Sperrung der B229 hat natürlich nicht nur im Herscheider Gebiet für Verkehrsprobleme gesorgt. Auch in Werdohl liegen die Nerven der Verkehrsteilnehmer blank.

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