Ordnungsbehörden geben wenig Grund zur Hoffnung

SUV kracht in Kleinwagen: Kommt jetzt strengeres Tempo-Limit auf L561?

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20 000 Euro Sachschaden am BMW: Das war das Resultat des Zusammenstoßes, den ein 88-Jähriger verursachte. Weitere 5000 Euro beträgt der Schaden am Renault Clio. 

Nach dem schweren Verkehrsunfall am Dienstagabend, bei dem eine Lüdenscheiderin schwer verletzt wurde, forderten Anwohner in Herscheid die Herabsetzung des Tempolimits. Statt 70 km/h sollten nur noch 50 erlaubt sein.

Herscheid -  Nun antworten die Behörden: das Herscheider Ordnungsamt und der Märkische Kreis. „Warum sind an der Stelle überhaupt 70 km/h erlaubt? Warum ist dort kein Kreisverkehr oder zumindest ein Blitzer vor dem Fußgängerüberweg?“ So und so ähnlich äußerten sich manche Anwohner, die am Dienstag den schweren Verkehrsunfall auf der Kreuzung Plettenberger Straße/Landstraße 561 mitbekamen.

Ein 88-jähriger Plettenberger, der aus Richtung Rathaus kommend die Plettenberger Straße befuhr, wollte die L 561 geradeaus überqueren, also zur Raiffeisen-Tankstelle fahren. Dabei übersah er eine Lüdenscheiderin, die auf der Landstraße 561 aus Plettenberg kommend in Richtung Lüdenscheid fuhr, und rammte ihren blauen Renault Clio seitlich.

Über die erlaubte Geschwindigkeit an der Kreuzung der Landstraße 561 und der Plettenberger Straße wurde nach einem schweren Verkehrsunfall am Dienstag viel diskutiert. Statt Tempo 70 fordern Bürger dort 50 km/h.

Schwerer Unfall in Herscheid: 25.000 Sachschaden sind entstanden

Der Aufprall blieb nicht ohne Folgen: 25.000 Euro Sachschaden waren das Ergebnis des Zusammenstoßes, bei dem die Lüdenscheiderin schwer verletzt wurde. Dass sich ihr Auto nicht überschlug, war Glück im Unglück. Der 88-jährige BMW-Fahrer erlitt einen Schock. Aussichten auf eine baldige Änderung der Geschwindigkeitsbegrenzung können die Behörden den Anwohnern indes nicht machen.

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Herscheids Ordnungsamtsleiterin Bärbel Sauerland verweist an das Straßenverkehrsamt, das für eine gewünschte Versetzung des Ortseingangsschildes an der Landstraße zuständig sei. Dadurch würde die erlaubte Geschwindigkeit an der Kreuzung auf 50 km/h reduziert. Sollten die Bürger entsprechende Wünsche an die Gemeinde herantragen (was bislang nicht der Fall gewesen sei), so würde diese die Anfragen an den Märkischen Kreis weiterreichen.

SUV kracht in Clio: Stelle kein häufiger Unfallpunkt

Aus den Erfahrungen des Ebbekreisel-Baus wisse man, dass Eingriffe in die Verkehrsregelung – die eine Ausweitung des innerörtlichen Bereichs bedeuten würden – nur schwierig umsetzbar seien. Diesbezüglich gebe es klare Vorgaben, welche Bereiche innerorts und welche außerorts anzuzeigen sind. Unter anderem sei die Anbindung an den Ort ein entscheidendes Kriterium.

Nur dank dieses Arguments sei es seinerzeit möglich gewesen, den Ebbekreisel innerorts einzuordnen. Wäre dies nicht gelungen, hätten um diesen Kreisverkehr keine Zebrastreifen angelegt werden dürfen. Auch Kreissprecherin Ursula Erkens kann den Anwohnern kaum Hoffnung auf eine Besserung der Situation machen. Der besagte Kreuzungsbereich Plettenberger Straße/L 561 sei laut Unfallkommission kein Unfallhäufungspunkt.

Im Kreuzungsbereich krachte es am Dienstagabend.

Für eine Änderung der Beschilderung, die in Absprache mit der Bezirksregierung Arnsberg erfolgen müsste, „haben wir somit wenige triftige Gründe“, erklärt Ursula Erkens. Vom genauen Gegenteil sprachen die Anwohner am Dienstagabend: „Hier passieren bestimmt drei bis vier schwere Unfälle im Jahr. Und nachts drücken auf der langen Geraden viele aufs Gas; das hört man ja teilweise durchs ganze Dorf.“ Dass die Kreuzung zu den am meisten befahrenen im Gemeindegebiet gehört, ist kein Geheimnis.

Auf der L 561 rollt der industrielle Liefer- und Pendelverkehr zwischen Plettenberg, Herscheid und der Autobahn 45 in Lüdenscheid. An der Bahnhofstraße, beziehungsweise am Mühlenweg, in den die Bahnhofstraße mündet, liegt die einzige Tankstelle im Ortskern. Die dazugehörige Raiffeisen-Genossenschaft Südwestfalen will ihren Markt spätestens bis zum Frühjahr 2022 massiv vergrößern. Damit könnte auch der Verkehr im Kreuzungsbereich noch weiter zunehmen.

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