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Kurzfristige Umsetzung nicht geplant: Impfen in Apotheken „braucht Zeit“

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Von: Dirk Grein

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Der Betreiber der Apotheke Neuer Weg, Jörg Lehmann, musste seine Pläne für ein privat betriebenes Impfzentrum in Herscheid aufgrund fehlender Genehmigungen auf Eis legen. Für das Impfen in seiner Apotheke sieht Lehmann zurzeit keinen Bedarf.
Der Betreiber der Apotheke Neuer Weg, Jörg Lehmann, musste seine Pläne für ein privat betriebenes Impfzentrum in Herscheid aufgrund fehlender Genehmigungen auf Eis legen. Für das Impfen in seiner Apotheke sieht Lehmann zurzeit keinen Bedarf. © Fotos: DPA/Grein, Montage: Christogeros

Das Impfangebot gegen das Coronavirus wird erweitert: Ab sofort können auch Apotheken Impfstoff bestellen, den sie ab dem 8. Februar an Impfwillige verabreichen können – sofern sie festgeschriebene Anforderungen erfüllen. Wir haben in den beiden Herscheider Apotheken nachgefragt, wie sie die Situation einschätzen.

Herscheid - Claudia Cramer steht diesem Thema generell offen gegenüber, geht aber nach jetzigem Stand davon aus, dass das Impfen in ihrer Dorf-Apotheke an der Lüdenscheider Straße zumindest kurzfristig nicht zum Tragen komme: „Irgendwann wird es auch bei uns sicherlich möglich sein, aber in der praktischen Umsetzung dürfte es wohl noch ein wenig dauern.“

Sie spricht von unterschiedlichen Bedingungen, die es zuvor zu erfüllen gebe. Zum einen benötige die Apotheke geschultes Personal, müsste also zunächst eine Fortbildung erfolgen. Zudem müssen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, die für das Impfen genutzt werden.

Apothekerin Claudia Cramer – hier bei einem Pressefoto zum Thema FFP2-Maske – betont, dass der Aufwand für das Impfen in Apotheken groß sei.
Apothekerin Claudia Cramer – hier bei einem Pressefoto zum Thema FFP2-Maske – betont, dass der Aufwand für das Impfen in Apotheken groß sei. © Grein, Dirk

Hinzu kommen weitere Fragen: Wie sieht es mit der Kontrolle des Impfstatus’ der Personen aus? Wer haftet bei eventuell auftretenden gesundheitlichen Schäden? „Das geht nicht mal eben, so etwas braucht Zeit“, betont Claudia Cramer.

Für Apotheken, die bereits gegen Grippe impfen, seien diese Anforderungen sicherlich leichter zu bewerkstelligen – doch die Dorf-Apotheke zähle eben nicht zu dieser Gruppierung. „Für uns ist das schon mit einem großen Aufwand verbunden“, sagt die Herscheiderin. Sie gehe, Stand jetzt, davon aus, dass das Impfen frühestens im Herbst auch in ihrer Apotheke möglich sein könnte.

Apotheke Neuer Weg

Einen Schritt weiter in den Überlegungen war in dieser Hinsicht bereits Jörg Lehmann: Der Inhaber der Apotheke am Neuer Weg wollte sowohl in Herscheid als auch in Plettenberg (dort betreibt er die Apotheke Am Nocken) Impfzentren aufbauen. Entsprechendes Personal und Ärzte hätte er für dieses Projekt bereits „an der Hand“ gehabt. Doch die Umsetzung scheiterte Anfang Dezember an gesetzlichen Grundlagen.

Lehmann erzählt, dass er keine Genehmigung dafür erhalten habe, privat ein Impfzentrum zu betreiben. „Wir haben es probiert und falls es irgendwann doch dazu die Möglichkeit gibt, werden wir es erneut prüfen“, sagt Lehmann zu seinen Impfzentrum-Plänen.

Impfungen in der Apotheke am Neuer Weg anzubieten, davon zeigt sich der Apotheker zurzeit wenig überzeugt: „Im Moment sehe ich keinen Bedarf dafür.“

Das Impfen wolle Lehmann vorerst den Hausärzten überlassen, die dafür geschult seien und über die notwendigen Räumlichkeiten verfügen. Seine Apotheke will die Ärzte bei dieser Aufgabe als Dienstleister weiterhin unterstützen und die Versorgung mit Impfstoff übernehmen.

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