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Kritische Infrastruktur: Fachdienstleiter sieht keinen Grund zur Sorge

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Von: Max Gerhard

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Die beiden Notfallsanitäter Paul Tölle und Raphael Brinkschulte (Zweiter und Dritter von links) leisteten an Heiligabend einen besonderen Dienst. Adrian Viteritti vom Märkischen Kreis, Ordnungsamtsleiterin Bärbel Sauerland und Bürgermeister Uwe Schmalenbach (von links) besuchten sie an Heiligabend in der Herscheider Rettungswache.
Die beiden Notfallsanitäter Paul Tölle und Raphael Brinkschulte (Zweiter und Dritter von links) leisteten an Heiligabend einen besonderen Dienst. Adrian Viteritti vom Märkischen Kreis, Ordnungsamtsleiterin Bärbel Sauerland und Bürgermeister Uwe Schmalenbach (von links) besuchten sie an Heiligabend in der Herscheider Rettungswache. © Foto: Gerhard

Während sich viele Herscheider schon um ihren Weihnachtsbaum versammelt hatten, hielten Paul Tölle und Raphael Brinkschulte noch tapfer Stellung. Bis zum späten Nachmittag waren die beiden Notfallsanitäter an Heiligabend in der Herscheider Rettungswache gefordert. Dieser Einsatz für die Allgemeinheit gehört natürlich besonders gewürdigt. Und so ist es seit Bestehen der Rettungswache in Herscheid gute Tradition, dass der Bürgermeister den diensthabenden Notfallsanitätern an Weihnachten einen Besuch abstattet.

Herscheid - „Die Gemeinde bedankt sich ganz herzlich für diesen wichtigen Rettungsdienst“, betonte Uwe Schmalenbach, der zusammen mit Ordnungsamtsleiterin Bärbel Sauerland und Adrian Viteritti (Fachdienstleiter Rettungsdienst beim Märkischen Kreis) zu Gast war. Der Bürgermeister erinnerte zudem an alle Beschäftigten in wichtigen Einrichtungen wie im Krankenhaus oder Pflegeheim, die den Betrieb natürlich auch über Weihnachten am Laufen halten müssten – und das in schwierigen Zeiten.

„Das Jahr hatte weniger Normalität, als wir uns gewünscht haben“. Das musste auch Adrian Viteritti bestätigen: „Die Gesamtzahl der Notrufe war hoch. Die Zahl aus dem Jahr 2020 hatten wir schon im Oktober 2021 erreicht“. Einen entscheidenden Anteil daran hatte nicht zuletzt die Flutkatastrophe im Juli. Dabei war auch der heimische Rettungsdienst voll gefordert. Auf so ein Ereignis habe man sich nicht vorbereiten können, stellte Viteritti klar. „Wir wurden in das kalte Wasser geworfen.“

Als neues Problem komme aktuell noch die Sperrung auf der A45 in Lüdenscheid hinzu. „Wenn die Straßen zu sind, ist natürlich auch die Frage, wie Rettungsdienste durchkommen sollen“, gab Bürgermeister Schmalenbach zu bedenken. Vor dem Hintergrund von Hochwasser, Autobahnsperrung und Corona sprach er von einem „schwierigen Jahr für die Region“.

Für die nun auch noch drohende Omikron-Welle sieht sich der Herscheider Rettungsdienst derweil gerüstet. „Es gibt zwar immer wieder mal vereinzelt Ausfälle, aber insgesamt sind wir personell gut aufgestellt“, erklärte Adrian Viteritti mit Blick auf die Diskussionen um den besonderen Schutz von kritischer Infrastruktur. Bisher sei es zum Beispiel noch nicht dazu gekommen, dass ein ganzes Team in Quarantäne geschickt werden musste. Das sehr strenge Hygienekonzept habe sich bewährt. Demnach müsse sich jeder Beschäftigte vor jedem Dienstantritt testen lassen. Auch die Maske sei selbstverständlich ein ständiger Begleiter. Dazu komme im heimischen Rettungsdienst eine Impfquote von rund 98 Prozent. „Mehr schützen können wir uns eigentlich nicht mehr“, meinte Sanitäter Paul Tölle, der zusammen mit seinem Kollegen Raphael Brinkschulte zumindest auf ruhige Weihnachten hoffte.

Tagsüber sei in den vergangenen Jahren ähnlich viel zu tun gewesen wie an normalen Tagen. Eine zunehmende Anzahl von Notrufen gebe es erst in den Abendstunden. Dabei handle es sich häufig nicht unbedingt um medizinische Notfälle, sondern um Anrufe von Menschen, die einsam seien. Auch für sie sei die Rettungswache an Weihnachten besetzt.

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