Kreislandwirt Dirk Voss bedauert Rücktritt der Agrarministerin, zeigt aber auch Verständnis

„Sie hat für die Landwirtschaft gesprochen“

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Christina Schulze Föcking (Vierte von rechts) – damals noch Agragministerin – besuchte im August den landwirtschaftlichen Betrieb des Kreislandwirts Dirk Voss (Vierter von links). Ein Auftritt, für den der Friedliner Kritik von anonymen Anrufern erntete.

HERSCHEID - „Sie ist eine von uns“, sagte Kreislandwirt Dirk Voss, nachdem Christina Schulze Föcking Ende August seinen Hof in Friedlin besucht hatte. Damals war die NRW-Agrarministerin noch recht jung in ihrem Amt – am gestrigen Dienstag nun ist die Münsterländerin zurückgetreten.

Ein Schritt, den Dirk Voss nachvollziehen kann: „Ich bin enttäuscht, weil wir auf einer Wellenlänge waren. Aber ich kann den Rücktritt aufgrund des großen Drucks, der auf ihr lastete, auch verstehen.“ Rein fachlich habe Schulze Föcking ihn überzeugt („sie hat für die Landwirtschaft gesprochen“). 

In die allgemeine Kritik war die Ministerin unter anderem wegen Vorwürfen zur Tierhaltung im heimischen Mastbetrieb und eines vermeintlichen Hacker-Angriffs geraten. „Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben, denn ich kenne nur eine Seite dieser Geschichten“, sagt Dirk Voss. An dem schlechten Bild in der Öffentlichkeit haben seiner Meinung nach auch die Berater der Politikerin einen großen Anteil. 

Bedauerlich seien die Umstände des Rücktritts – massive Drohungen gegen Christina Schulze Föcking, ihre Gesundheit und ihr Leben. „Ich ziehe den Hut vor ihr, dass sie vor diesem Hintergrund so lange durchgehalten hat“, so Dirk Voss. 

Er hat am eigenen Leib erfahren müssen, wie rasch man in die Kritik gerät: Anonyme Anrufer beschimpften ihn, weil er die Ministerin nach Friedlin eingeladen hatte. Auch gestern, kurz nach Bekanntwerden des Rücktritts, meldete sich ein zynischer Anrufer beim Kreislandwirt und meinte, dass dieser Schritt auch für den Herscheider ein Schlag ins Gesicht sei. 

Mit derlei Kritik könne er zwar umgehen, dennoch sei der Umgang mit Menschen, die sich öffentlich für die Belange der Landwirtschaft einsetzen, bedenklich. 

Mit Spannung erwartet Dirk Voss nun die Entscheidung von Ministerpräsident Armin Laschet, wer den freigewordenen Posten des Landwirtschaftsministers besetzt: „Ich hoffe, dass es mit dem Nachfolger für die Landwirtschaft in ruhigem Fahrwasser weitergeht.“ 

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