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Konzert zugunsten der Flüchtlingshilfe: „Willkommen in unseren Herzen!“ 

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Von: Nina Scholle

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Premiere: Erstmals spielte die Band Route 45 live auf einer Bühne ihr Lied „Klaus, die Haselmaus“, das in Anlehnung an die Brückensperrung der A45 entstanden ist.
Premiere: Erstmals spielte die Band Route 45 live auf einer Bühne ihr Lied „Klaus, die Haselmaus“, das in Anlehnung an die Brückensperrung der A45 entstanden ist. © Nina Scholle

Das Wetter kann es einem aber auch irgendwie nie recht machen: Entweder ist es zu nass, zu heiß oder – wie am Samstagabend der Fall – zu schön. Zumindest liegt es nahe, dass aufgrund des schönen Wetters deutlich weniger Besucher den Weg in die Aula des Bildungszentrums am Rahlenberg gefunden hatten, als erhofft. Dabei hätte sich der Weg in mehrfacher Hinsicht gelohnt, denn die Lüdenscheider Band „Route 45“ gab ein rundum gelungenes Benefizkonzert zugunsten der Flüchtlingshilfe.

Herscheid - Bei der Planung für diesen Abend Tag habe man mit allem gerechnet, aber nicht mit solch einem Wetter, sagte Frank Holthaus als Vertreter der Gemeinde Herscheid in seiner kurzen Begrüßungsansprache. „Es hätten noch ein paar mehr sein können“, meinte auch Arnd Jünemann von Route 45 mit Blick auf das überschaubare Publikum, aber: „Wir hätten auch vor zwei Leuten gespielt.“

Besucher und Band zeigen sich spendabel

Besonders willkommen hieß er einige Gäste aus der Ukraine: „Willkommen zu unserem Konzert und willkommen in unseren Herzen!“ Zudem dankte Jünemann der Gemeinde, die „ganz unbürokratisch geholfen hat“, dieses Konzert auf die Beine zu stellen sowie Frank Reichel, der für die Technik zuständig war.

Die Idee, statt Eintrittskarten zu verkaufen auf Spenden zu setzen, sei möglicherweise ein weiterer Grund gewesen, warum weniger Besucher gekommen seien: Habe man erst einmal eine Karte erworben, sei die Hemmschwelle größer, diese ungenutzt verfallen zu lassen, so Jünemann. Dafür zeigten sich die Besucher sehr spendabel: Im Hut raschelte es ordentlich und auch die Bandmitglieder legten ihrerseits noch was drauf. Alle Einnahmen, sei es durch Spenden oder Sponsoren, gehen komplett an die Flüchtlingshilfe der Gemeinde; die genaue Höhe der Spendensumme stand am Montag noch nicht fest.

Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen waren weniger Besucher als erhofft gekommen.
Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen waren weniger Besucher als erhofft gekommen. © Nina Scholle

Für ihre Spende bekamen die Besucher, die zum Teil aus Schalksmühle, Lüdenscheid und Kierspe angereist waren, dann auch gut was geboten: Deutlich über zwei Stunden dauerte das Konzert und bot einen vielschichtigen Querschnitt aus Blues, Soul und Rock’n’Roll der 60er, 70er und 80er Jahre – mit „Purple Rain“ sogar einen Abstecher in Richtung Pop. Zunächst noch etwas verhalten, wurden die Besucher im Laufe des Abends immer lockerer, sodass hier und da auch mal ein bisschen das Tanzbein geschwungen wurde.

Typisch für Route 45 ist, dass sie den altbekannten Liedern ihren individuellen Stempel aufdrückt. Während Randy Newman sein Stück „Guilty“ allein am Klavier gespielt hat, ist bei der Version von Route 45 die komplette Band (neben Piano auch Schlagzeug, Bass sowie zwei Gitarren) beteiligt. „Keep on running“ der Spencer Davis Group habe man laut Jünemann „ein bisschen aufgearbeitet“, was beim Publikum äußerst gut ankam. Ebenso die Route-45-Version von „Out on the weekend“. Jünemann: „Der gute Neil Young würde das Lied hier nicht wiedererkennen.“

Premiere für den Haselmaus-Song

Neben den vielen sehr gut gecoverten und neuinterpretierten Songs gab Route 45 auch ein selbstkomponiertes Stück zum Besten, das stilistisch zwar ins Bild passte, thematisch aber in eine ganz andere Richtung ging: „Klaus, die Haselmaus“. Ideengeber für das Lied war die unter der Rahmedetalbrücke lebende – und schlafende – Haselmaus, die den Fortgang der A45-Brückenerneuerung hinauszögert. Jünemann erzählte, seine Bandkollegen hätten es zuerst für einen Aprilscherz gehalten, als er mit der Idee für das Lied um die Ecke kam. Doch nachdem sie es eingespielt und auf ihrem Youtube-Kanal hochgeladen hatten, hatte das Stück innerhalb kürzester Zeit mehrere tausend Aufrufe. Am Samstag gab die Band es erstmalig live zum Besten und erntete viel Applaus und Beifall.

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