Pro und Contra einer Biotonne werden im Umweltausschuss besprochen

Kommt die vierte Mülltonne für die Herscheider Bürger?

Entsorgen die Herscheider ihre Bioabfälle bald nicht mehr in der Restmülltonne? Darüber diskutiert der Umweltausschuss.
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Entsorgen die Herscheider ihre Bioabfälle bald nicht mehr in der Restmülltonne? Darüber diskutiert der Umweltausschuss.

Schwarz für Restmüll, Gelb für Wertstoffe, Grün für Altpapier – so lautet in den Herscheider Haushalten die gängige Farbkombination bei den Abfalltonnen. Diese könnte bald um eine Facette erweitert werden: Denn in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses wird über die Einführung einer Biotonne diskutiert.

Herscheid - Wer daheim über keine Kompostanlage verfügt, der entsorgt die Bioabfälle in der Regel in der schwarzen Tonne oder in einem Sammelcontainer, der auf dem Bauhofgelände am Sportplatz Müggenbruch aufgestellt ist. Letzteres erfolgt in einem Bringsystem: Die Bürger müssen ihre Abfälle also eigenständig in den Container transportieren. Das könnte durch die Einführung einer Biotonne geändert werden: Die Abfälle würden dann von einem Entsorgungsunternehmen eingesammelt.

Ein weiterer Effekt: Durch die Einführung einer Biotonne würde die Menge an Restmüll reduziert und gleichzeitig würde die Biomasse wachsen, die an die Umwelt zurückgegeben wird, was allgemein als ökologisch sinnvoll eingeschätzt wird. Neben der generellen Frage, ob in Herscheid Bedarf für eine solche Biotonne besteht, weist die Verwaltung auf vier weitere Faktoren hin, die es zu bedenken gibt.

Faktor Regelmäßigkeit

Wie der Vorlage für den Umweltausschuss zu entnehmen ist, müsste „die Abfuhr der Biotonnen aus Hygienegründen mindestens 14-tägig erfolgen. Erfolgt über diese Behälter auch die Sammlung von gekochten Speiseresten und Fleischabfällen, müsste die Abfuhr aus Akzeptanzgründen möglicherweise auch wöchentlich erfolgen. Dies müsse auch im Zusammenhang mit dem vorgeschriebenen Volumen eines Bioabfallbehälters betrachtet werden.

Faktor Inhalt

In dieser Hinsicht sei eine enge Absprache mit dem Märkischen Kreis notwendig, der in seiner Funktion als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger für die Verwertung der von der Gemeinde gesammelten Abfälle zuständig ist. Die Entscheidung welche Abfälle in der Biotonne gesammelt werden können, sei auch abhängig von den vom Kreis genutzten Entsorgungsanlagen.

Faktor Kosten

Grundsätzlich, so gibt die Verwaltung zu bedenken, müsse geprüft werden, welche Auswirkung die Einführung einer Biotonne auf die Herscheider Abfallgebühren haben könnte, die von den Bürgern bezahlt werden. Denn: „Durch die getrennte Sammlung der Abfälle würden Abfallmengen nicht mehr beim Müllheizkraftwerk des Kreises verarbeitet werden. Dies könnte Auswirkungen auf die dort zu entrichtenden Gebühren haben“, heißt es in der Vorlage. Weitere Kosten würden beim Entsorger entstehen, der ein Entgelt für die Behältergestellung, die Einsammlung und den Transport der Abfälle pro Tonne sowie eine Grundgebühr pro zu entleerendem Behälter berechnen würde.

Faktor Verträge

Die Entscheidung soll auch im Zusammenhang mit einer Neuausschreibung der Abfallentsorgungsleistungen getroffen werden. Diese steht wegen des Auslaufens des Entsorgungsvertrages mit der Firma Remondis ohnehin zum Ende des Jahres 2022 an. „Im Rahmen der Ausschreibung müssten alle Modalitäten festgelegt und beschrieben werden“, schreibt die Verwaltung.

Der Umweltausschuss kommt am Dienstag, 2. Februar, um 17 Uhr im Bürgersaal zur öffentlichen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen neben dem Thema Biotonne die Beratungen des Umweltetats sowie zweier Anträge von Ratsherr Julien Eichhoff (Einstellung von 2 000 Euro in die Abfallkalkulation für Infomaterial und Erhöhung der Förderung für Eigenkompostierung sowie für Wurmkisten und Bokashi-Eimer, einer Alternative zum gängigen Komposthaufen) und Einwohnerfragestunden.

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