„Florian Herscheid 01 GW-L2 01“

Knapp eine Viertelmillion Euro: Feuerwehr erhält neues Einsatzfahrzeug mit besonderen Möglichkeiten

Ziemlich groß ist der Gerätewagen Logistik: Der Stellplatz im sanierungsbedürftigen Gerätehaus der Löschgruppe Herscheid ist für das Einsatzfahrzeug recht eng bemessen. Auch Dank seiner Größe kann das Fahrzeug besonders flexibel verwendet werden, erklärt der stellvertretende Wehrleiter Sven Dunkel.
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Ziemlich groß ist der Gerätewagen Logistik: Der Stellplatz im sanierungsbedürftigen Gerätehaus der Löschgruppe Herscheid ist für das Einsatzfahrzeug recht eng bemessen. Auch Dank seiner Größe kann das Fahrzeug besonders flexibel verwendet werden, erklärt der stellvertretende Wehrleiter Sven Dunkel.

Für rund 240 000 Euro hat die Gemeinde Herscheid ein neues Einsatzfahrzeug angeschafft, das ab sofort bei Bränden, Verkehrsunfällen und anderen Notfällen von der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt wird. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um den Gerätewagen Logistik.

Herscheid – Das Fahrwerk, das für ein Gesamtgewicht von 16 Tonnen ausgelegt ist, stammt von MAN, der feuerwehrtechnische Aufbau von der Firma Ziegler aus Baden-Württemberg. „In der Mannschaftskabine ist Platz für insgesamt sechs Feuerwehrangehörige“, erklärt der stellvertretende Wehrleiter Sven Dunkel. „Der Motor leistet 290 PS.“

Der GW-Logistik trägt den Funknamen „Florian Herscheid 01 GW-L2 01“ und soll vor allem eingesetzt werden, um verschiedene Materialien an die Einsatzstelle zu transportieren. „Schläuche, Pumpen, Sandsäcke, spezielle Geräte...“, zählt Dunkel einige Möglichkeiten auf. Ein Teil der Ausrüstung, zum Beispiel Material zur Beseitigung und Absicherung von Ölspuren und zur Wasserentnahme, befindet sich standardmäßig auf dem Fahrzeug. Auch eine Motorsäge ist immer an Bord.

„Zum Beispiel bei Wasserschäden oder wenn ein Baum eine Straße blockiert, kann das Fahrzeug völlig autark eingesetzt werden“, erklärt der stellvertretende Wehrleiter.

Auf dem Fahrersitz des GW-Logistik nimmt bei Einsätzen der Maschinist Platz.

Weiteres Material soll im Gerätehaus an der Bahnhofstraße auf Rollcontainern gelagert und im Einsatzfall je nach Bedarf zugeladen werden. Dazu zählen Rüsthölzer, die bei schweren Verkehrsunfällen eingesetzt werden, um beschädigte Fahrzeuge zu sichern. Bei einem Starkregenereignis wie dem Mitte Juli kann der GW-Logistik außerdem genutzt werden, um Sandsäcke zu verteilen. Unterm Strich bietet er eine besonders hohe Flexibilität.

Die Einsatzkräfte können das Fahrzeug zudem nutzen, um sich darin umzuziehen. Ausreichend Platz ist dafür locker vorhanden. „Wir haben eine Standheizung einbauen lassen, das war uns wichtig“, sagt Dunkel. Umkleiden kann unter anderem bei Brandeinsätzen notwendig sein, wenn die Einsatzkleidung durch Brandrauch kontaminiert ist.

„Die Kameraden packen die Kleidung direkt in Säcke, die dann in die Reinigung gehen. Auch verschmutzte Atemschutzmasken werden abgelegt“, erklärt Dunkel. Im GW-Logistik lagern Jogginganzüge, die die Wehrkräfte in solchen Fällen anziehen. Hintergrund ist, dass die Mannschaftskabine nicht verunreinigt werden soll – schon gar nicht mit Gefahrstoffen.

Am 30. Juli haben Mitglieder der Feuerwehr das neue Fahrzeug am Ziegler-Standort in Rendsburg (Schleswig-Holstein) abgeholt. In den Wochen danach wurde es in Herscheid beladen und beklebt. Die gelbe, reflektierende Beklebung hat Dennis Fuchs, Mitglied der rund 45 Personen starken Löschgruppe Herscheid, entworfen. Insgesamt zählt die Wehr etwa 120 Kräfte im aktiven Einsatzdienst, beziffert Dunkel.

Viel Platz für Einsatzmittel bietet der Aufbau des neuen Fahrzeugs. In den blauen Kisten lagern Jogginganzüge.

Der GW-Logistik steht im Gerätehaus nun auf dem Platz eines Löschfahrzeugs (LF 10). Das kam im vergangenen Jahr von Rärin in die Ortsmitte, denn in Rärin wurde ein neueres LF 20 Kat als Dauerleihgabe des Landes Nordrhein-Westfalen stationiert. Die Ziffer gibt beim Löschfahrzeug übrigens an, wie viel Wasser die Pumpe fördern kann. So fördert ein LF 20 beispielsweise 2000 Liter pro Minute, ein LF 10 dagegen 1000.

Das LF 10 ist nun weitergereist ins Gerätehaus der Löschgruppe Neuemühle. Dort steht es auf dem Platz eines 15 Jahre alten Mittleren Löschfahrzeugs (MLF). Das MLF will die Gemeinde versteigern. „Die Summe fließt in den Haushalt und soll wieder für Feuerwehrzwecke verwendet werden“, so Dunkel.

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