Klassenzimmer Natur: Auf den Spuren Lienenkämpers

Grundschule Herscheid zur ersten Naturparkschule im Märkischen Kreis ernannt

+
Feierlicher Moment an der Grundschule Herscheid: Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper (links) zählt lauthals den Countdown herunter, während die Schülerpräsidenten Niklas und Ida das neue Naturpark-Schild enthüllen. Bürgermeister Uwe Schmalenbach (rechts) und Rektorin Annerose Nessel (Zweite von rechts) zeigen die Ernennungsurkunden, die ihnen zuvor Friedel Heuwinkel, stellvertretender Präsident der Naturparke Deutschland (Zweiter von links) überreicht hat. 

HERSCHEID - Um Punkt 12.30 Uhr enthüllten die Schülerpräsidenten Ida und Niklas gestern das bis dato eingehüllte Schild am Schuleingang. Darauf steht in geschwungener Schrift: Naturparkschule. Dieses Gütesiegel ist für die Grundschule Herscheid ein kreisweites Alleinstellungsmerkmal.

Der Jubel bei den 144 Grundschülern, aber auch bei den Lehrern, Betreuern und den Projektteilnehmern, die der Zeremonie beiwohnten, war groß. 

Vor allem den Kindern kommt dieses Projekt zugute. Sie werden noch stärker als bislang die heimischen Wälder, Wiesen und Naturschönheiten erforschen. 

In enger Kooperation mit heimischen Land- und Forstwirten sowie Vereinen und Verbänden wird das Thema Natur nicht nur in die Klassenzimmer geholt: Auch Exkursionen ins Grüne sind fest eingeplant. 

Von einem „großen Tag für diese Schule“ sprach Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper in ihrem Grußwort, das in einen Wissenstest für die Schüler mündete. Dabei erfuhren die Kinder zum Beispiel, dass Bambi gar kein Reh, sondern ein Weißwedelhirsch ist, und dass Fichtennadeln stechen, die der Tannen hingegen nicht. 

Das Kennenlernen der heimischen Pflanzen und Tiere sei die Grundvoraussetzung dafür, die Natur wertschätzen zu können. „Und das ist der beste Naturschutz“, meinte die Kreisdirektorin. 

Diesen Gedanken griff auch Bürgermeister Uwe Schmalenbach auf, der an Wilhelm Lienenkämper erinnerte, der sich vor fast 100 Jahren vehement für den Naturschutz eingesetzt und diesen im märkischen Sauerland maßgeblich auf den Weg gebracht hatte. 

Sozusagen auf Lienenkämpers Spuren sollen die Kinder wandeln, wenn sie Naturschönheiten wie beispielsweise den Herscheider Schiefer – die älteste Gesteinsschicht Westfalens – erforschen. Die Auszeichnung mache die Schule nicht nur attraktiver. „Das Lernen wird auch viel mehr Spaß machen“, versprach der Bürgermeister, dessen anfängliches Fingerspiel und die dazugehörige Erklärung in Richtung der Schüler („Das ist der Halt-die-Schnauze-Frosch“) allerdings nicht bei allen Zuhörern für uneingeschränkte Freude sorgte.

Nach einer Aufführung des Herscheider Schülerparlaments lobte Schulrätin Christa Sacher nicht nur die spürbare Begeisterungsfähigkeit der Kinder, sondern auch das große Engagement der Lehrer, das mit der Zertifizierung belohnt werde. Diese gilt, das erwähnte Friedel Heuwinkel, stellvertretender Präsident der Naturparke Deutschland, zunächst für fünf Jahre. 

Er lobte die guten Voraussetzungen in Herscheid, sprach aber auch davon, dass diese Ansporn zu weiterer intensiver Arbeit seien. Zudem wünschte er sich, dass die Kinder ihr erlerntes Wissen in der Familie weitergeben: Bei Sonntagsspaziergängen könnten die Schüler ihre Eltern auf die Besonderheiten und Vorzüge der heimischen Natur aufmerksam machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare