Carsten Engel unterstützt Hegering mit fliegender Wärmebildkamera

Mit Drohnenhilfe Rehkitze vor dem grausamen Tod retten

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Wachsame Blicke auf den Monitor: Hegeringleiter Dr. Mathias Dunkel (rechts) schaut dem Drohnenpiloten Carsten Engel (links) über die Schulter.

Herscheid – Die Herscheider Jäger beschreiten neue Wege: Wenn im Frühling oder Frühsommer die Wiesen zur Heu- oder Siloernte gemäht werden , kommen immer wieder Rehkitze beim Mähen zu Tode. Genau das soll durch technische Zuhilfenahme vermieden werden.

Geboren werden die Rehkitze – in der Jägersprache gesetzt – zwischen April und Juni. Die Ricken legen ihre Kitze sehr häufig gut versteckt im hohen Gras ab, damit sie nicht so leicht entdeckt werden. In den ersten Tagen nach der Geburt können die Kitze nicht fliehen, sondern drücken sich stattdessen bei Gefahr an den Boden. Dadurch werden sie häufig Opfer der immer größeren Mähwerke.

Bisher wurde die Wiesen kurz vor der Mahd von den Jägern, teilweise mit Hunden und der ganzen Familie, abgesucht – ein sehr aufwendiges und oft mühsames Verfahren. Auch nicht immer erfolgreich, sodass trotz intensiver Suche das eine oder andere Kitz getötet wurde. 

In den letzten Jahren hat sich nun ein modernes Verfahren etabliert: der Einsatz von Drohen mit einer Wärmebildkamera. Mit diesen werden die betroffenen Wiesen vor der Mahd systematisch abgesucht – und das mit sehr gutem Erfolg. 

Diese technischen Geräte sind nicht sehr billig und es bedarf schon einer längeren Übung, bis sie mit gutem Erfolg eingesetzt werden können. Der Hegering Herscheid war daher sehr erfreut, als Carsten Engel an ihn herangetreten ist, mit dem Angebot diese Technik auch in Herscheid einzusetzen. 

Engel ist den meisten Herscheider Bürgern durch seine tollen Luftaufnahmen hinreichend bekannt. Auf eigene Kosten hat er sich eine Drohne mit Wärmebildkamera angeschafft. 

Diese kam nun zum ersten Mal in einem Herscheider Revier bei der Kitz-Suche zum Einsatz. Im Vorfeld wurde der genaue Flugweg der Drohne einprogrammiert. Für eine erfolgreiche Suche mit einer Wärmebildkamera ist es wichtig, dass die Temperaturunterschiede noch sehr groß sind, denn durch intensive Sonneneinstrahlung kommt es häufig zu falschen Ergebnissen.

Daher traf man sich schon um 6.30 Uhr im Revier des Hegeringleiters Dr. Mathias Dunkel an den Wiesen, die gemäht werden sollten. Nach einigen notwendigen Einstellungen flog die Drohne die etwa zehn Hektar Wiesen systematisch ab. 

Dabei hatte der Drohnenführer Carsten Engel immer den Monitor im Blick, um bei einem auffälligen Bild sofort reagieren zu können. Im hohen Gras wurden mehrere erwachsene Rehe, ein schon größeres Kitz und einige Hasen gefunden. Alle konnten erfolgreich aus den Flächen verjagt werden. 

Beim anschließenden Mähen wurde kein Tier getötet Der Revierinhaber Dr. Dunkel zeigte sich nach der Aktion begeistert: „Auch wenn wir in diesem Jahr kein kleines Kitz gefunden haben, geht man doch mit einem viel besseren Gefühl an die Arbeit. Im letzten Jahr haben wir mit acht Personen die Flächen durchsucht, dabei wurden einige Kitze gefunden, trotzdem wurde ein Kitz leider totgemäht. Mit dieser neuen Methode jedenfalls sollten die Mähverluste deutlich gesenkt werden.“ 

Dr. Dunkel bedankte sich ausdrücklich bei Carsten Engel für seinen Einsatz, insbesondere da er kein Jäger ist und aus reinem Interesse an der Natur und an den Wildtieren dieses doch nicht billige Gerät angeschafft hat und den Jägern zur Verfügung stellt.

Carsten Engel bietet auch anderen Revierinhabern in Herscheid seine Hilfe bei der Kitzsuche an. Er ist zu erreichen unter der Nummer 0178 8918440 oder per Email an info@bike-mk.de.

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