Gestiegene Sicherheitsauflagen und gesunkene Fallzahlen

Keine Jobcenter-Sprechstunde mehr im Rathaus

+
Kurze Wege zum Herscheider Rathaus für ein persönliches Gespräch haben Kunden des Jobcenters nur noch im Juni.

Herscheid – Für die Kunden des Jobcenters in Herscheid endet mit Ablauf des Monats Juni ein langjähriges Sprechstundenangebot. Gründe für die Aufgabe des Angebotes liegen in kontinuierlich sinkenden Fallzahlen, in einem neuen Onlineangebot und in einem aktualisierten Sicherheitskonzept.

Bislang hatte das Jobcenter Märkischer Kreis seine Kunden in Herscheid immer dienstags von 14 bis 16 Uhr im Rathaus beraten. Erfreulich ist die Tatsache, dass die Zahl der Menschen in Herscheid, die auf Leistungen des Jobcenters angewiesen sind, in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist. 

Die kontinuierlich gesunkenen Fallzahlen haben in den letzten Jahren zu einer geringeren Nutzung der Sprechstunden geführt. Wie das Jobcenter in einer Pressemitteilung ergänzt, sei eine persönliche Vorsprache in der Dienststelle durch das neue Internet-Angebot (jobcenter.digital) nicht mehr erforderlich, da Veränderungsmitteilungen, Weiterbewilligungsanträge, Änderungen in den persönlichen Verhältnissen (zum Beispiel eine Arbeitsaufnahme oder eine Einkommensveränderung) nun online mittels Computer, Tablet oder Smartphone an das Jobcenter übermittelt werden können. Dies seien genau die Dienstleistungen, die bisher im Rahmen der Sprechstunden im Rathaus erbracht wurden. 

Die Schließung der Jobcenterdienststelle mit dem dadurch reduzierten persönlichen Serviceangebot könne somit zumindest teilweise kompensiert werden.

Eine Fortführung des Dienstleistungsangebotes sei auch aufgrund eines überarbeiteten Sicherheitskonzeptes des Jobcenters Märkischer Kreis nicht möglich. Jobcentergeschäftsführer Volker Riecke erläutert: „Wir sind immer gerne im Rathaus im Herscheid zu Gast gewesen, die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung sowie den Kunden lief immer reibungslos.“ 

Allerdings habe es in anderen Jobcenterdienststellen im Kreisgebiet in 2018 wiederholt Bedrohungsszenarien gegenüber Jobcentermitarbeitern gegeben, die zu mehreren Polizeieinsätzen geführt haben. Riecke: „In Lüdenscheid wurde im Juli 2018 der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mit einer Waffe bedroht.“ 

Das mit der Polizei abgestimmte überarbeitete Sicherheitskonzept sehe unter anderem den flächendeckenden Einsatz eines Sicherheitsdienstes in allen Jobcenterdienststellen vor. Der Sicherheitsstandard lasse außerdem den alleinigen Einsatz von Jobcentermitarbeitern in Dienststellen nicht zu. Eine Umsetzung aller Sicherheitsstandards bei dem nur stundenweisen Einsatz pro Woche wäre in Herscheid unwirtschaftlich und nicht umsetzbar.

Für persönliche Vorsprachen oder telefonische Auskünfte steht ab dem 1. Juli wie bisher bereits die Jobcenterdienststelle in Lüdenscheid, Christine-Schnur-Weg 1, zur Verfügung, Telefon (08 00) 6 66 48 88.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare