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Kein Neujahrssingen: Silvestersänger sorgen sich um ihren Fortbestand

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Von: Dirk Grein

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Nicht nur auf ein großes Feuerwerk mussten die Herscheider zum Jahreswechsel verzichten - auch auf das Silvestersingen.
Nicht nur auf ein großes Feuerwerk mussten die Herscheider zum Jahreswechsel verzichten - auch auf das Silvestersingen. © Archivfoto: Simone Rein

Das Lied „Das alte Jahr vergangen ist“ erklang am 31. Dezember nicht an den Herscheider Haustüren. Wenn überhaupt, dann wurde es vereinzelt gesungen und nicht dargeboten in Gruppen. Denn die Silvestersänger mussten sich zum wiederholten Mal dem Schutz vor der Corona-Pandemie beugen.

Herscheid - Bereits 2020 mussten die Sänger und ihre Nachbarn auf diesen beliebten Brauch verzichten. Mit diesem wird „nach alter Väter Sitte“ der Zusammenhalt in den Ortschaften gestärkt. Entsprechend groß ist die Enttäuschung bei den Aktiven.

Hüinghausen

Bei der Vorbesprechung Ende November im Elsestübchen waren die Hüinghauser noch optimistisch. „Eigentlich war angedacht, dieses Jahr ein Singen ohne persönliches Sammeln an den Türen der Mitbürger durchzuführen“, erzählt Gruppensprecher Nikolai Frunzke. All dies jedoch unter dem Vorbehalt der weiteren Corona-Entwicklungen.

Genau diese holte die Hüinghauser nun ein: Aufgrund der aktualisierten Schutzverordnung für Nordrhein-Westfalen mussten die Hüinghauser die Reißleine ziehen. Das fällt ihnen auch deswegen schwer, weil bei dem Gang durchs Dorf stets Spenden gesammelt wurden, die für heimische Vereine und Einrichtungen, aber auch für Notfälle im Dorf bestimmt sind.

Da aber von der letzten Aktion (2019) noch nicht ein Cent ausgeschüttet worden sei, „bleiben wir weiter handlungsfähig“, betont Frunzke, dass die Sänger bei Bedarf kurzfristig reagieren können.

Den Nachbarn einen guten Jahreswechsel wünschen und dabei Spenden für den Ort sammeln: Zuletzt konnten die Hüinghauser Silvestersänger am 31. Dezember 2019 dieses Vorhaben in die Tat umsetzen.
Den Nachbarn einen guten Jahreswechsel wünschen und dabei Spenden für den Ort sammeln: Zuletzt konnten die Hüinghauser Silvestersänger am 31. Dezember 2019 dieses Vorhaben in die Tat umsetzen. © Archivfoto: Hüttebräucker

Elsen

Vormittags die Kinder, abends die Erwachsenen: So ist üblicherweise die Singreihenfolge an Silvester in Elsen. Doch die ist Ende 2021 hinfällig. „Wir haben die Entscheidung bis nach Weihnachten offengehalten“, erzählt Dorfsprecher Edgar Althoff. Die verordnete Kontaktbeschränkung ließ keine Alternative zur Absage zu.

Maximal zehn Personen hätten zusammenkommen können, der Chor wäre also schwach bei Stimme gewesen. Obendrein wäre die Situation an den Haustüren unsicher gewesen, wollte man die Nachbarn nicht in Verlegenheit bringen.

„Wir haben uns vor zwei Jahren, zum 150. Jubiläum der Elsener Silvestersänger, neue Kittel besorgt, doch die bleiben vorerst im Schrank hängen“, bedauert Althoff die erneute Absage.

Friedlin / Grünenthal

Kleine Gruppe und Bewahrung der Mindestabstände zueinander sowie zu den Nachbarn: Ein grobes Konzept hatten sich die Sänger aus den Ortsteilen Friedlin und Grünenthal bereits ausgedacht. Doch mit näherrückendem Termin überwog die Skepsis bei den potenziellen Teilnehmern.

Deshalb entschieden sich die Nachbarn bereits recht früh, gut drei Wochen vor Inkrafttreten der neuen Schutzverordnung, das Silvestersingen abzusagen. „Auf ein Neues in 2022“, wollen Volker Halbhuber und seine Nachbarn alles daran setzen, dass trotz der zweijährigen Pause der Brauch des Silvestersingens nicht in Vergessenheit gerät.

Rärin

Zum zentralen Treffpunkt in der Ortsmitte ist in Rärin das Bushäuschen geworden. Dieses ist von den Nachbarn – passend zur Weihnachtszeit – als Krippe dekoriert worden. Dort fiel in kleiner Runde am späten Heiligabend die Entscheidung, das Silvestersingen erneut auszusetzen.

„Das macht unter diesen Umständen keinen Sinn“, waren sich die Erwachsenen einig. Die gesungenen Neujahrsgrüße werden in Rärin normalerweise von den Kindern aus dem Dorf überbracht. Doch da diese Normalität nicht gegeben ist, musste der Nachwuchs erneut untätig bleiben.

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