Abriss naht

Jetzt geht alles ganz schnell: Presswerk soll noch 2019 abgerissen werden

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Das alte Presswerk soll noch bis zum Jahresende weichen.

Herscheid - Immer wieder war das alte Presswerk im Ortskern ein Diskussionsthema, nicht nur unter den Bürgern, sondern auch im Rathaus. Nach den scheinbar endlosen Gesprächen folgt nun die Wendung: Das Presswerk soll noch bis Ende des Jahres abgerissen werden - der Rückbau hat bereits begonnen.

Nach und nach werden in der Ebbegemeinde baufällige Häuser, Industriegebäude und brach liegende Gewerbeflächen saniert. In diesem Zusammenhang gibt es eine Neuigkeit, die viele Herscheider erfreuen dürfte: Das alte Presswerk, das seit Jahren immer wieder im Rat und in der Gemeinde Thema ist, soll noch bis Ende des laufenden Kalenderjahres abgerissen werden, erklärte in dieser Woche Bauamtsleiter Lothar Weber auf Anfrage unserer Zeitung.

In Zukunft neue Wohnungen

„Wir stehen in Kontakt mit dem Investor, der das Grundstück vor einiger Zeit gekauft hat. Es ist vertraglich vorgesehen, dass der Abriss des alten Presswerks erfolgen soll“, sagte Lothar Weber. Er vermutet, dass in den nächsten Wochen der Abbruch des Mauerwerks beginnen wird. Die Fensterscheiben sind bereits zum Großteil entfernt worden. „Das Gebäude ist inzwischen in weiten Teilen leer geräumt. Ich gehe davon aus, dass es bis spätestens Ende des Jahres vollständig abgerissen ist“, sagt er.

Die Hallen sind vorbereitend auf den Abbruch bereits größtenteils leer geräumt worden.

Wie schon vor längerer Zeit durch eine Änderung im Bebauungsplan festgelegt wurde (wir berichteten), darf das Grundstück nicht mehr gewerblich genutzt werden. Vorgesehen ist stattdessen eine Wohnbebauung. Lothar Weber plant, die Wohnungen barrierefrei und damit seniorengerecht zu bauen. „Der demografische Wandel macht auch vor unserer Gemeinde nicht Halt und der Bedarf an zentral gelegenen Wohnungen ist da“, betont der Bauamtsleiter, dass es gerade für ältere Menschen wichtig sei, kurze Wege zum Versorgungszentrum mit Supermärkten, Ärzten und Apotheken zu haben. Wann das neue Wohngebäude gebaut werden kann, möchte Weber aber noch nicht eingrenzen.

„Das hängt vor allem davon ab, wie der Investor ausgelastet ist. Momentan laufen viele Projekte im Herscheider Umland und auch in Herscheid selbst wurden erst kürzlich neue Wohnungen gebaut“, erklärt Lothar Weber. Der Neubau könne sich deshalb noch ein bis zwei Jahre hinziehen. 

Weiße Ahe und Friedrichsthal

Aber nicht nur das alte Presswerk liegt in Herscheid schon seit vielen Jahren brach. Entlang der Weißen Ahe und im Friedrichsthal zeugen Bauruinen von dunkleren Tagen der Gemeindegeschichte: Im Jahr 2013 brannte eine Produktionshalle der Entlackungsfirma KüMeSta nieder, 2015 wütete nach einem Blitzeinschlag ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Friedrichsthal.

Das Gebäude ist seitdem unbewohnbar. Verfallene Häuser, eingestürzte Industriehallen und das, was nach mehreren Bränden noch von manchen Gebäuden übrig ist, prägen das Bild und erzeugen eine geisterstadtähnliche Atmosphäre. Auch hier will die Gemeinde ansetzen und plant bis zu eine Million Euro in Abbruch und Renaturierung zu investieren. „Diese Maßnahmen liegen aber noch in relativ weiter Ferne. Aktuell haben das Bildungszentrum und die Freibadsanierung Priorität“, betont Weber.

Das Trafohäuschen an der L 561 ist einsturzgefährdet und soll zur Verkehrssicherung abgerissen werden.

Kurzfristig soll in der Weißen Ahe lediglich ein altes Trafohäuschen weggerissen werden, das nah an der L 561 gelegen und einsturzgefährdet ist. Weber: „Das Gebäude wird zur Sicherung des Straßenverkehrs möglichst bald entfernt. Wir suchen noch nach einer Lösung für die aktive Stromleitung.“

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