Museumseisenbahn lädt Sonntag zur Geburtstagsfeier ein

35 Jahre Bahngeschichte

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Die Museumseisenbahn lädt Sonntag zur Geburtstagsfeier ein.

Herscheid - Die Märkische Museumseisenbahn (MME) in Hüinghausen feiert am Sonntag ihr 35-jähriges Bestehen mit einem Fahrtag in Hüinghausen. Der Geburtstag ist ein guter Anlass, um auf die Geschichte der Museumseisenbahn zurückzublicken.

Los geht es morgen am Haltepunkt in Hüinghausen um 11.20 Uhr mit der ersten Fahrt der Museumszüge, die wie immer von der Dampflok Bieberlies gezogen werden. Interessierte können sich zudem morgen in der Fahrzeughalle die Entwicklung des Vereins in den letzten 35 Jahren anschauen. 

Die Eisdiele „Märcheneis“ aus Plettenberg veröffentlicht ab Sonntag auch eine neue Kurzgeschichte. Passend zum Jubiläum handelt es sich dieses Mal um eine Geschichte zur Museumseisenbahn, die morgen ebenfalls in Hüinghausen gelesen werden kann. Wie an jedem Fahrtag haben der Biergarten und das Bahnhofs-Café wieder geöffnet. Bei einem solchen Geburtstag fragt man sich, wie hat es mit der Bahn in Hüinghausen eigentlich angefangen? 

Nach Einstellung der Postkutsche kam es 1915 zur Eröffnung der etwa 16 Kilometer langen Eisenbahnstrecke zwischen Herscheid und Plettenberg. Dietmar Kunen weiß über den Rammbergtunnel auf dieser Strecke zu berichten: „Der 117 Meter lange Tunnel zwischen Hüinghausen und Weiße Ahe entstand im August 1913 unter der Leitung des Oberhauers Gockel. 

In der Nacht vom 1. August auf den 2. August 1913 kam es zum Durchschlag des Richtstollens. Dies galt als schwieriges Stück Arbeit, denn das zu durchbrechende Gestein war sehr fest und spröde. Hier hatten die besten Bohreinrichtungen keine lange Standzeit. In belgischer Bauart wurden die Arbeiten durchgeführt. An den Sonntagen lockten die Arbeiten zahlreiche Zuschauer zum Habbel, denn die Besichtigung lohnte sich. Heute dient der zugemauerte Rammbergtunnel als Refugium für Fledermäuse. 

Am 8. Juli 1915 konnte nach großen Anstrengungen die Nebenbahn Plettenberg-Herscheid-Lüdenscheid dann in Betrieb genommen werden. Der Weiterbau der Strecke über Lüdenscheid nach Brügge war durch den 1. Weltkrieg jedoch nicht mehr möglich, wurde aber bis zu Anfang des 2. Weltkrieges immer wieder gefordert.“ 

„Die Pläne für den Ausbau nach Lüdenscheid wurden wegen finanzieller Engpässen während des 2. Weltkrieges endgültig verworfen. Es mussten Reparationsleistungen an die Siegermächte erbracht werden. Zudem hatte man die Strecke fast ausschließlich durch Kriegsgefangene bauen lassen, da sonst weitaus höhere finanzielle Belastungen auf die Bahn und die Kommunen zugekommen wären. 

Somit war der Streckenausbau nach Lüdenscheid kein Thema mehr“, erklärt Udo Feldhaus, erster Vorsitzender der MME. Bis 1955 wurden hauptsächlich Dampflokomotiven eingesetzt, danach kam es zur Umstellung auf einmotorige Schienenbusse. 1965 wurde der Personenverkehr dann eingestellt und vier Jahre später wurde die Strecke von Plettenberg nach Herscheid still gelegt. 

Es folgte ein Rückbau der Schienen zwischen Herscheid und Hüinghausen. Erst 1976 erfolgte dieser dann zwischen Hüinghausen und Plettenberg-Oberstadt, da die Stadt Plettenberg noch Hoffnung schöpfte, im neuen Industrie- und Gewerbegebiet Elsetal Betriebe als Gleisanschließer gewinnen zu können. 20 Jahre später wurde schließlich auch das letzte Teilstück von Plettenberg bis Eiringhausen zurückgebaut.

 „Die Strecke ist früher regelspurig gewesen und von der Deutschen Bundesbahn betrieben worden. Die Rentabilität entsprach schließlich nicht mehr den Erwartungen“, erklärt Feldhaus. 1982 gründete der heutige Ehrenvorsitzende Wolf Dietrich Groote schließlich den Verein „Märkische Museumseisenbahn“ und suchte nach einer geeigneten Strecke, auf der man eine Eisenbahn wieder errichten konnte. 

Nach langen Verhandlungen mit der Deutschen Bundesbahn konnte dann der Bahnhofsbereich und der Bahnhof in Hüinghausen käuflich erworben werden und mit der Stadt Plettenberg wurde vereinbart, die Trasse von Köbbinghauser Hammer bis Hüinghausen betreiben zu können. 

Eigentümer ist die Stadt Plettenberg, die damals mit der Märkischen Museumseisenbahn einen Gestattungsvertrag aufsetzte. Die Voraussetzungen haben sich mittlerweile geändert, seitdem die Märkische Museumseisenbahn wieder reguläre Eisenbahn geworden ist und Eisenbahninfrastruktur unternehmen kann. 

Die Strecke ist immer noch im Besitz der Stadt Plettenberg, aber der Infrastrukturbetreiber ist die MME und automatisch nutzungsberechtigt. Dies bedeutet, dass der Eigentümer den Verkehr zulassen muss.

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