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Angst vor der „grünen Hölle“: Fichtenrodung mit massiven Auswirkungen

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Von: Volker Halbhuber

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Hegeringleiter Dr. Mathias Dunkel (rechts) bedankte sich mit Urkunden bei (von links) Lothar Schütz, Sabine Lueg und Franz-Josef Klupsch.
Hegeringleiter Dr. Mathias Dunkel (rechts) bedankte sich mit Urkunden bei (von links) Lothar Schütz, Sabine Lueg und Franz-Josef Klupsch. © Halbhuber

Was folgt auf die Fichtenrodung durch den Borkenkäfer? Die Jägerschaft macht sich um die Jagdzukunft Sorgen. „Die Fichtenbestände sind fast komplett abgeholzt. Durch die Fahrzeuge und die Rodung sind viele Wege gar nicht mehr vorhanden. Das Wild hat große Probleme sich zurechtzufinden. Auch wir Jäger haben mittlerweile Orientierungsprobleme“, sagte Mathias Dunkel, Vorsitzender des Hegering Herscheid.

Herscheid - Nicht überall werde sofort aufgeforstet. Gründe seien einerseits die hohen Kosten, aber auch die Ungewissheit, was bei der heutigen Klimasituation überhaupt das Beste für das Klima, den Wald und die Umwelt ist.

„Das Landschaftsbild hat sich radikal geändert. Durch die fehlenden Bäume fehlt dem Boden Schatten. Durch die langen Trockenphasen drohen Waldbrände und der Boden wird wie Beton, Wasser dringt nicht mehr ein. Bei Regenfällen bleibt das Wasser daher auf der Oberfläche und fließt ab. Somit ist eine richtige Anpflanzung schwierig“, zeigte auch Bürgermeister Uwe Schmalenbach bei der Jahreshauptversammlung des Hegerings die Probleme auf.

Ob die Douglasie das Allheilmittel sei, zweifelte Hegeringleiter Dunkel an, zumal die Anpflanzung teuer sei und die Tiere einige Anpflanzungen beschädigen könnten. „Es gibt leider keine klare Vorgabe, was dazu führt, dass die Flächen zunächst zuwachsen“, befürchtete Dunkel eine „grüne Hölle“, die es den Jägern bei der Jagd schwierig machen würde. Wichtig sei es daher, entsprechend Schneisen seitens der Waldbesitzer zu schaffen.

Die Jagdstrecke habe unter der Fichtenabholzung zumindest im Vorjahr nicht gelitten. Mit sieben Stück Rotwild, 131 Stück Damwild, 79 Stück und 231 Stück Rehwild (darunter 48 Stück Fallwild) lag man in vielen Bereichen über dem Vorjahreswert. Gerade beim Rehwild fordern die Waldbesitzer höhere Abschussquoten, was Dunkel allerdings nicht für gut hielt: „Forderungen, jedes Rehwild zu schießen, halte ich für nicht sinnvoll.“ Dass die Jagdstrecke im laufenden Jahr auf diesem hohen Niveau bleibt, bezweifelte Dunkel ebenso.

Vor allem bei den Ringeltauben und den Krähen sah Dunkel Handlungsbedarf. „Hier können wir sicherlich auch gut unsere Jungjäger einsetzen“, so Dunkel, der drei Jungjäger in der Jägerschaft begrüßen durfte.

Bei der Hegeschau konnte Hans-Eugen Müller einige Prachtexemplare bewerten. Drei Böcke wurden mit einer Medaille ausgezeichnet. Auch ein Hirsch der Klasse 2 gab es zu bewundern. „Ob so gute Böcke allerdings weiter so geschossen werden, ist zu bezweifeln“, sagte Müller.

Letzte Amtsperiode

Mathias Dunkel wurde von der Versammlung ein letztes Mal für vier Jahre als Hegering-Vorstand wiedergewählt. Danach darf Dunkel altersbedingt nicht mehr antreten. Heike Harnischmacher wurde zur neuen Schriftführerin gewählt. Harnischmacher übernahm das Amt von Manfred Seibel. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden drei Jäger für ihr langjähriges Mitwirken im Hegering ausgezeichnet: Sabine Lueg erhielt das Verdienstabzeichen in Bronze. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurde Lothar Schütz, für 60-jährige Mitgliedschaft Franz-Josef Klupsch geehrt.

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