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Infektionsschutz an Heiligabend: Nur mit 2G in die Kirche

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Von: Dirk Grein

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Erfahrungen mit der Liveübertragung eines Gottesdienstes im Internet machte die Evangelische Kirchengemeinde bereits an Karfreitag. An Heiligabend werden zwei Gottesdienste als ergänzendes Angebot gestreamt.
Erfahrungen mit der Liveübertragung eines Gottesdienstes im Internet machte die Evangelische Kirchengemeinde bereits an Karfreitag. An Heiligabend werden zwei Gottesdienste als ergänzendes Angebot gestreamt. © Archivfoto: Grein

Die Weihnachtsgottesdienste in der Apostelkirche können in Präsenz stattfinden, allerdings unter verschärften Schutzmaßnahmen. Darauf hat sich das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Herscheid geeinigt.

Herscheid - Basierend auf den jüngst zusammengestellten Handlungsrichtlinien der westfälischen Landeskirche wurde beschlossen, ab sofort die 3 G-Regel einzuführen. Bislang galten Maskenpflicht und die Bewahrung der Mindestabstände als wichtigste Schutzmaßnahmen in der Apostelkirche. Doch nun gilt generell: Ausschließlich Geimpfte, Genesene oder Getestete dürfen die Gottesdienste in der Kirche mitfeiern. Dabei bestehe die Möglichkeit, unter Aufsicht einen Corona-Schnelltest unmittelbar vor dem Gottesdienst durchzuführen, ergänzt Pfarrer Bodo Meier.

Weil jedoch an Heiligabend mit einem großen Besucherzuspruch gerechnet wird, ist es bei den drei Gottesdiensten an diesem Hochfest nicht mit der 3 G-Regel getan. An diesem einen Tag haben lediglich Geimpfte und Genesene Zutritt zur Apostelkirche.

Eine Entscheidung, über die in Reihen des Presbyteriums intensiv und durchaus kontrovers diskutiert wurde. Letztlich habe man sich dazu durchgerungen, die 2 G-Regel an Heiligabend einzuführen, um damit nicht-immunisierte Personen zu schützen.

Zeichen der Rücksichtnahme

Pfarrer Meier betonte, dass die Kirchengemeinde damit auch ein Zeichen der gegenseitigen Rücksichtnahme aussenden möchte und lädt dazu ein, zwei der insgesamt drei Heiligabend-Gottesdienste live im Internet zu verfolgen. So sollen der Familiengottesdienst um 16 Uhr und die Christmette um 23 Uhr übertragen werden. „Wir wollen niemandem das Gefühl geben, ausgeschlossen zu sein“, richtet sich Pfarrer Meier insbesondere an ungeimpfte Personen und bittet um Verständnis für die getroffene Entscheidung.

Zugleich betont er, dass Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, bei Vorlage eines Attestes an den Präsenz-Gottesdiensten teilnehmen können. Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre seien den Genesenen und Geimpften gleichgestellt. Alle Besucher sollten einen Identitätsnachweis zur Kirche mitbringen, um die Überprüfung zu erleichtern.

Gesang wird auf ein Minimum reduziert

Um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, sollten alle Besucher nach Möglichkeit FFP2-Masken tragen. Im Familiengottesdienst am Nachmittag werde auf die Aufführung eines Krippenspiels in herkömmlicher Art verzichtet, stattdessen werde eine Art Foto-Show vorbereitet. Verzichten müssen die Besucher der Christvesper (18 Uhr) auf die Beiträge des Posaunenchors und die Besucher der Christmette auf die Lieder des Kirchenchores.

Apropos Musik: Der Gemeindegesang wird auf ein Minimum reduziert, weil das Singen mit Maske beschwerlich sei, betont Pfarrer Meier, und ergänzt postwendend: „Auf das ,O du fröhliche’ zum Abschluss werden wir nicht verzichten.“

Die Ausnahmeregelung 2 G werde direkt nach Heiligabend aufgehoben. Bei den Gottesdiensten am ersten und zweiten Weihnachtstag (Beginn jeweils 10 Uhr) gelte die 3 G-Regel in der Apostelkirche. Eine Anmeldung sei zu keinem der Angebote nötig.

Der Gemeindepfarrer betont, dass dem Presbyterium die Entscheidungsfindung sehr schwer gefallen sei, der Entschluss letztlich aber einstimmig gefällt wurde. „Wir sind froh, dass wir wieder Weihnachtsgottesdienste feiern können, aber es bleibt ein Beigeschmack.“

So sehen die Weihnachtspläne der Katholischen Kirchengemeinde St. Mariä aus

Auch die Katholische Pfarrei St. Laurentius Plettenberg-Herscheid will ihr Schutzkonzept anpassen. Ab dem 20. Dezember soll in allen angehörigen Kirchen – und somit auch in St. Mariä Herscheid – mindestens bis zum Ende der Weihnachtszeit die 3 G-Regel gelten. Wie Pfarrer Patrick Schnell betont, bleiben die bereits bisher gültige Masken- und Abstandspflichten in der Kirche weiter bestehen. Außerdem sei die Anmeldepflicht für die Heiligen Messen wieder eingeführt worden, um die Besucherzahlen besser abschätzen zu können. Im Vorjahr hatte die Katholische Kirchengemeinde in kleiner Runde Präsenzgottesdienste gefeiert. Pfarrer Schnell hofft in diesem Jahr auf mehr Zuspruch, wenngleich er in seiner Pfarrei und auch allgemein feststellt, dass „die Leute vorsichtiger geworden sind“. Onlineangebote zu Weihnachten sollen daher die Präsenzangeboten – Heiligabend Krippenfeier um 15.30 Uhr und zwei Christmetten um 19 und 21 Uhr sowie Heilige Messen um 9.45 Uhr am ersten und zweiten Weihnachtstag – ergänzen.

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