Gemeinde übernimmt Fläche von der Soldatenkameradschaft

Im Zuge der Sanierung der Schützenhalle: Vorplatz hat einen neuen Besitzer

Bürgermeister Uwe Schmalenbach schaute sich mit dem Vorstand der Soldatenkameradschaft die Baustelle Gemeinschaftshalle an.
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Bürgermeister Uwe Schmalenbach schaute sich mit dem Vorstand der Soldatenkameradschaft die Baustelle Gemeinschaftshalle an.

Seit über 100 Jahren war die Soldaten-Kameradschaft Herscheid 1867 Eigentümerin des Hallenplatzes und errichtete hier 1898 eine Festhalle, die in letzten Kriegstagen 1945 zerstört wurde. Doch die Besitzverhältnisse haben sich im Zuge der bereits begonnenen Hallensanierung verändert.

Herscheid - Nach dem Krieg wurde der Festplatz gemäß Kontrollratsgesetz No. 52 der Militärregierung beschlagnahmt. Deshalb sollte eine anerkannte Nachfolgeorganisation die Eigentumsrechte an dem Besitz der aufgelösten Wehrkameradschaft geltend machen. Daher kam es 1950 zur Gründung des Schützenvereins, der auch den Neubau einer Gemeinschaftshalle übernehmen sollte.

Der Vorstand des Schützenvereins und der Hallenbauausschuss konnten seinerzeit nach mühevoller Kleinarbeit erreichen, dass der Platz von der Soldatenkameradschaft (Nachfolger des früheren Wehrvereins Herscheid) wieder übernommen werden konnte. In den Jahren 1956/57 gelang mit Hilfe einer einmaligen Spendenaktion der Herscheider Bevölkerung und unter Mitwirkung der Gemeinde und anderer fördernder Stellen der Bau der Gemeinschaftshalle. Die Soldatenkameradschaft stellte das Grundstück dem Schützenverein zur Pacht zur Verfügung.

Nachdem die Gemeinde nun Fördermittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro in die Gemeinschaftshalle investiert und auch der Hallenplatz in den nächsten Jahren modernisiert und attraktiver gestaltet werden soll, sollten die Grundstücksverhältnisse neu geregelt werden.

Daher trat man mit dem Vorstand der Soldatenkameradschaft Herscheid, dem Vorsitzenden Lutz Lang und dem Schatzmeister Frank-Roland Herrmann in Kontakt, um über einen Verkauf des Grundstückes zu verhandeln.

In der vergangenen Woche war es nun soweit: Der Vorstand der Soldatenkameradschaft Lutz Lang und Frank-Roland Herrmann, Bürgermeister Uwe Schmalenbach und Nils Höllermann und Volker Halbhuber vom Vorstand des Schützenvereins Herscheid unterzeichneten den Kaufvertrag und den neuen Erbpachtvertrag über 99 Jahre.

Der Gedenkstein im Böllenberg soll überarbeitet werden und einen neuen Platz erhalten.

„Wir freuen uns sehr, dass wir uns mit der Soldatenkameradschaft einigen konnten und danken dem Verein, diesem Verkauf zugestimmt zu haben“, dankte Bürgermeister Uwe Schmalenbach ausdrücklich. Der Gemeinde sei es nun gut möglich, die Zweckbindung der Fördermittel des Landes sicherzustellen. Auch der Schützenverein bedankte sich bei seinem bisherigen Verpächter für das gute Miteinander.

Bei einem kurzen Besuch in der „Baustelle Gemeinschaftshalle“ sahen sich Bürgermeister und Kameradschaftsvorstand den aktuellen Stand an und waren von den fast vollendeten Räumungsarbeiten positiv überrascht.

Sorgen bereitet der Soldatenkameradschaft derzeit noch der Platz am Böllenberg, an dem sich der Gedenkstein befindet. Auch hier fanden Gemeinde und Kameradschaft eine Lösung: Der Gedenkstein soll überarbeitet werden und einen neuen Platz auf der Wiese am Denkmal erhalten.

Sofern die Zeit und die notwendigen Arbeiten es ermöglichen, kann der Gedenkstein schon zum Volkstrauertag im November an neuer Stelle eingeweiht werden, auch wenn die Zeit recht knapp ist. „Der Platz ist ideal“, befanden Lang und Herrmann.

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