Jürgen Schröder nimmt an Messe Intermodellbau teil

Die Illusion eines echten Flugzeugs

+
Jürgen Schröder mit seinem Nachbau der „De Havilland DH.112 Venom“. Das Original erlebte seinen Erstflug im Jahr 1949; inzwischen geht das britische Jagdflugzeug nicht mehr in die Luft. Das Modell des Herscheiders ist ein Unikat.

Herscheid – Am Donnerstag eröffnet die weltgrößte Messe für Modellbau und Modellsport in den Dortmunder Westfalenhallen. Jürgen Schröder gehört fast schon zu den Dauerausstellern bei der Intermodellbau; der Herscheider zeigt diesmal das Ergebnis eines ungewöhnlichen Projektes.

„Die perfekte Illusion“, unter diesem Arbeitstitel hat der Tüftler in den letzten beiden Jahren an einem Modellflugzeug gebastelt, das auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich aussieht. 

Jedoch empfiehlt es sich, genau hinzuhören. Denn der Sound spielt bei seinem Nachbau eines britischen Jagdfliegers die entscheidende Rolle. 

„Mein Ziel ist es, den Eindruck zu vermitteln, dass da ein richtiges Flugzeug fliegt“, sagt der 68-Jährige. Daher schieden kleinere Modelle – damit ist alles unter einer Spannweite von drei Metern gemeint – kategorisch aus. Denn wenn solch kleinere Maschine in die Luft gehen, dann „sieht das aus wie betrunkene Vögel“, vergleicht Schröder schmunzelnd. 

Bei seinem Modell (Maßstab 1:3,75) komme Hightech zum Einsatz und genau die sorgt für die nötige Geschwindigkeit und die Motorengeräusche, die dem Original erstaunlich gleichen. 

Elektro-Düse, ein zehn PS starker Motor, ein zwölfblättriger Propeller – das ausgeklügelte und genau aufeinander abgestimmte System hat der Herscheider selbst entwickelt. Sogar an die Simulation eines flammenerzeugenden Nachbrenners hat er gedacht – dafür setzt er einen LED-Ring ein. Erfahrungswerte musste er sich mühsam selbst aneignen. 

„Ich habe Neuland betreten“, sagt Schröder. Bekannte hatten anfangs abgewunken: „Der elektrische Antrieb ist zu schwach, um einen Düsenflieger dieser Größe in die Luft zu kriegen.“ Doch Schröder hatte ganz bewusst auf einen Oldtimer gesetzt, der in „Groß“ längst nicht mehr in die Lüfte geht. 

Der Weg hin zur gewünschten Illusion war steinig und übersät mit Rückschlägen. Doch auch von Bruchlandungen und faustgroßen Löchern im Flügel ließ sich Schröder nicht entmutigen. „Ich habe das Tal der Tränen hinter mir gelassen“, freut sich der Bastler, seine Idee perfektioniert zu haben. 

Auf seinem Heimatflughafen im Repetal sorgt Jürgen Schröder mit seinem Jagdflugzeug bei jedem Flug für Aufsehen. In der Westfalenhalle Dortmund hingegen wird das Modell nicht in die Luft gehen können, sondern lediglich als Präsentationsobjekt ausgestellt. „Ich möchte den Besucher zeigen, was alles möglich ist“, erklärt der Herscheider.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare