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„Ich bin der Erste hier“ - Prominenter Gast weiht neue Aula ein

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Von: Jona Wiechowski

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Das Freibad als größere Touristenattraktion denn der Kölner Dom? Wie das aussieht, konnte auf einer fiktiven Titelseite unserer Zeitung gesehen werden, die das Team des Komikers in der Pause bearbeitet hatte.
Das Freibad als größere Touristenattraktion denn der Kölner Dom? Wie das aussieht, konnte auf einer fiktiven Titelseite unserer Zeitung gesehen werden, die das Team des Komikers in der Pause bearbeitet hatte. © Jona Wiechowski

„Ist das nicht geil? Ich bin der Erste hier!“ – Bernhard Hoëcker hat den ersten Auftritt in der neuen Aula des Bildungszentrums Rahlenberg hingelegt. Damit läutete er den Neustart des Herscheider Kulturprogramms ein, das wegen Corona lange ruhen musste. Seine gut 200 Gäste brachte der aus Funk und Fernsehen bekannte Komiker fast zum Kugeln. Die dankten mit stehenden Ovationen.

Herscheid - „Morgen war gestern alles besser“ hieß sein Programm – und da war erstmal Nostalgie angesagt. Hoëcker machte alte Geräusche nach, die Drehscheibe am Telefon, einen Kameraverschluss oder den großen Blitz („Haste Weihnachten ein Foto gemacht, warste bis Silvester blind“). Apropos Fotos: Damals habe keiner Selfies gemacht, sondern Fremdies. Und der 36er Film habe für den ganzen, dreiwöchigen Urlaub reichen müssen – „nicht für die Schlange beim Einchecken“.

Ein beliebter Aufbewahrungsort für Bilder sei ein Schuhkarton gewesen. „Damals hatte man die ja noch, weil man sie nicht wieder weggeschickt hat“, sagte Hoëcker, der vor allem durch die Parodiesendung Switch und als ständiges Mitglied des früheren Rateteams von „Genial daneben“ bekannt geworden ist.

Freibad beliebt bei Japan-Touristen

Als Hoëcker wissen wollte, ob es in Herscheid einen beliebten Selfie-Punkt für eine Sehenswürdigkeit gebe, musste das Publikum kurz überlegen und nannte dann das Freibad. Wie das Bad wohl aussehen würde, wenn es von Touristen überrannt würde, konnten die Gäste nach der Pause sehen. Das Hoëcker-Team hatte eine Titelseite des Süderländer Tageblatt bearbeitet. Über der Überschrift „Freibad Herscheid: Mehr japanische Touristen als der Kölner Dom“ gab es ein passendes Bild zu sehen.

Besonders gut kamen die Improvisations-Stücke von Hoëcker an. Er fragte nach Lehrern, dann nach Handwerksmeistern unter den Zuschauern und sorgte für amüsante Momente. Dann ging er auf merkwürdige Hochzeitsjubiläen ein – etwa auf die Knoblauchhochzeit bei 33,3 Jahren oder die Himmelshochzeit bei 100 Jahren. „Das ist die einzige Hochzeit, wo der Name der Austragungsort der Feier ist“, sagte Hoëcker, der regelmäßig bei der ARD-Sendung „Wer weiß denn sowas?“ als Teamkapitän zu sehen ist.

Der Hoëcker-Auftritt kam beim Publikum bestens an. Ein Großteil der Besucher trug übrigens freiwillig einen Mundschutz, obwohl am Eingang die 3 Gs kontrolliert wurden.
Der Hoëcker-Auftritt kam beim Publikum bestens an. Ein Großteil der Besucher trug übrigens freiwillig einen Mundschutz, obwohl am Eingang die 3 Gs kontrolliert wurden. © Jona Wiechowski

Mit einem Querschnitt durch Songs um die Liebe der letzten Jahrzehnte, der in Peter Wackels „Ich verkaufe meinen Körper“ gipfelte, beendete Hoëcker sein Programm. Die Gäste dankten mit reichlich Beifall, standen auf. Klare Sache: Die Premiere in der neuen Aula ist geglückt.

„Ein wunderschöner Abend. Ich habe viel gelacht“, sagte Hoëcker, der sich dann noch einmal singend bedankte. Seinem Publikum gab er mit Blick auf die langen, veranstaltungslosen Corona-Monate mit auf den Weg: „Geht öfter ins Theater“ – auch zu Auftritten von unbekannteren Künstlern. „Kauft Karten, ihr müsst nicht hingehen“, scherzte er. Die Kleinkunst müsse unterstützt werden, damit es wieder aufwärts gehe.

Gäste loben die neue Aula am Rahlenberg

Zuvor hatte Bürgermeister Uwe Schmalenbach die Gäste begrüßt und stimmte mit einem Seitenhieb auf den Abend ein: „Ich muss mich entschuldigen: Sie hatten einen deutlich kleineren Mann erwartet.“ Er erklärte, dass das Publikum das erste sei, das sehe, wie sich der schöne, neue Vorhang öffne. Über mehrere Jahre sei die Aula geplant worden. Von Anfang an sei Wert darauf gelegt worden, hier auch die Kultur unterzubringen.

Und die neue Aula kann sich sehen lassen – mit Holzelementen und großen, runden Leuchten an der Decke ist sie modern gehalten. Gisela Blume kam aus Plettenberg und beschrieb den neuen Saal mit den Worten offen, lichtdurchflutet und angenehm. Auch der Auftritt gefiel ihr: „Es ist sehr schön, einfach klasse. Ich bin froh, dass ich gekommen bin.“

Auf den Hoëcker-Auftritt habe sie ihre Freundin Doris Stahlhacke aufmerksam gemacht, die ebenfalls aus Plettenberg gekommen war. „Der ist einfach spitzenmäßig“, sagte sie zum Komiker. Hoëcker habe sie schon einmal live gesehen, als er vor ein paar Jahren in der Rammberghalle zu Gast war. Diese neue Veranstaltungsstätte finde sie ebenfalls gut.

Bernhard Hoëcker war sichtlich zufrieden.
Bernhard Hoëcker war sichtlich zufrieden. © Jona Wiechowski

Zufriedene Gesichter auch bei den Organisatoren: „Es ist sehr gut gelaufen“, sagte Frank Holthaus, der im Rathaus für die Kulturarbeit zuständig ist. Alle 200 Karten waren verkauft worden. Nur ganz wenige Gäste waren am Ende doch nicht gekommen.

Kontrolliert wurde am Eingang nach der 3G-Regel; es kamen also nur Geimpfte, Genesene und Getestete rein. Die Maske durfte am Platz abgenommen werden, gut die Hälfte ließ sie auf. Damit neue Luft in den geräumigen Raum kam, lief die Lüftungsanlage. Dazu waren die Oberlichter offen.

Der Hüinghauser Dorfladen brachte in der Pause Getränke unter die Leute, dazu Snacks wie Erdnüsse.

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