Erste Kalkulation

Hunderttausende Euro Schaden: Diese Stadt im MK hat schon eine erste Hochwasser-Bilanz erstellt

Bürgermeister Uwe Schmalenbach befürchtet, dass mehrere hunderttausend Euro für die Beseitigung der Schäden nötig werden.
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Bürgermeister Uwe Schmalenbach befürchtet, dass mehrere hunderttausend Euro für die Beseitigung der Schäden nötig werden.

Herscheid – Wohin mit all dem Müll? Um die vom Unwetter betroffenen Bürger beim Aufräumen zu unterstützen, hat die Verwaltung für den Wochenanfang eine Sonderabfuhr Sperrmüll organisiert.

Herscheid - Große Teile Herscheids sind zwar glimpflich davongekommen, doch auch vor Ort hat es einige Bürger hart getroffen.

In Hüinghausen glich die Welliner Straße zwischenzeitlich einem kleinen Fluss. Angrenzende Privatgrundstücke wurden geflutet. Prekär war auch die Situation entlang der Schwarzen Ahe, wo das Wasser in Wohnhäuser und Kellerräume gelangte. Zumindest der über das Wochenende an die Straßenränder gestellte Müll ist inzwischen abgefahren worden.

Dank an Helfer

„Es war erschreckend zu sehen, welche Kräfte das Wasser kleiner Bäche entfalten kann“, schildert Bürgermeister Uwe Schmalenbach seine Erlebnisse aus den Unwettertagen. Im Vergleich zu anderen umliegenden Kommunen sei das Ausmaß der Beschädigungen vor Ort kleiner. Aber: Auch in Herscheid habe es durch das Unwetter eine Vielzahl von Notsituationen gegeben.

In diesem Zusammenhang dankt der Bürgermeister nicht nur den vielen ehrenamtlichen Helfern wie Nachbarn, Freunden und Bekannten, die sich gegenseitig unterstützt haben. Auch die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr, des Bauhofes und des DRK hätten großartig zusammengearbeitet und als Einheit funktioniert. Beginnend von Mittwoch an haben die Einsatzkräfte bis zum Wochenende zahlreiche Alarmierungen abgearbeitet. Zuletzt sei die Feuerwehr am Samstag nach Schwarze Ahe gerufen worden.

Die Schäden, die das Hochwasser in Herscheid hinterlassen hat, sind noch immer deutlich sichtbar.

Auch die Verwaltungsmitarbeiter waren in die Arbeiten mit eingebunden: Begutachtung der Schäden, Information der Bürger, Organisation von kurzfristigen Terminen vor Ort, aber auch Mitanpacken, etwa beim Verteilen von Sandsäcken im Freibad. Froh sei er gewesen, dass am Freitagnachmittag durch die Mithilfe der Firma Dunkel die Straße bei Wiesenfeld wieder freigegeben werden konnte. Auf diese Weise sei vor dem Wochenende eine Fahrt Richtung Werdohl ermöglicht worden, so Schmalenbach.

Die Brücken

Andere Bereiche hingegen müssen nach dem Unwetter saniert werden. Das Brückenbauwerk bei Vogelsang wurde bereits durch einen Statiker geprüft. „Hier ist ein Neubau erforderlich“, erklärt der Bürgermeister. Provisorisch sei dieser Bereich abgesperrt worden. In anstehenden Gesprächen mit der Unteren Wasserbehörde soll das weitere Vorgehen abgestimmt werden; eine rasche bauliche Veränderung sei jedoch nicht zu erwarten.

Die Dokumentation

Parallel sind die Verwaltungsmitarbeiter damit beschäftigt, die entstandenen Schäden an Gemeindestraßen und Brücken zu dokumentieren. Bis Mittwochmorgen müsse eine erste bebilderte Bestandsaufnahme bei der Bezirksregierung eingereicht werden. Ersten Schätzungen zufolge beläuft sich der Sanierungsaufwand an gemeindlicher Infrastruktur auf mehrere hunderttausend Euro, so Schmalenbach.

Hinzu kommt der erforderliche Mehraufwand: So sind beispielsweise die Mitarbeiter des Bauhofes seit den Einsätzen am Mittwoch (bis in die Nacht) damit beschäftigt, Bachläufe und Verrohrungen wieder freizulegen und Straßen zu reinigen. Hinzu komme das „normale“ Arbeitspensum, beispielsweise der Umzug der beiden Grundschulen in das Bildungszentrum am Rahlenberg.

Schutzmaßnahmen

Gemeinsam mit den Einsatzleitern will der Bürgermeister kurzfristig besprechen, ob man sich auf derartige außergewöhnliche Ereignisse noch besser vorbereiten kann.

Bewährt habe sich die ergriffene Schutzmaßnahmen in Hüinghausen: Nach einem Hochwasser im Juli 2008 war dort unter anderem der Bach Rammsiepen renaturiert und eine große Überflutungsfläche freigelegt worden. Die Bewährungsprobe am Mittwoch habe diese Maßnahme bestanden: Die anliegenden Firmen, die seinerzeit stark betroffen waren, blieben diesmal verschont, hat der Bürgermeister aus Telefonaten erfahren.

Dennoch wolle er gemeinsam mit den Einsatzleitern von Feuerwehr und Bauhof darüber sprechen, wo weiterer Optimierungsbedarf bestehe und welche Schlüsse man aus dem Erlebten ziehe. Starkregen-Ereignisse wie die von letzter Woche „werden wiederkommen“, warnt Bürgermeister Uwe Schmalenbach. Die Gemeinde Herscheid wolle darauf so gut wie es nur möglich ist vorbereitet sein.

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