Hunderte Gäste beim 80. Geburtstag des Freibades

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Herscheid - Den 80. Geburtstag des Herscheider Freibades feierten am Sonntag Hunderte kleine und große Besucher. Zwar waren die Temperaturen nicht mehr ganz so hoch wie in den letzten Tagen, zu einem gemütlichen Freibadbesuch reichten jedoch auch um die 25 Grad. Unter Mitwirkung des Lokalradiosender Radio MK wurde der 80. Geburtstag eine große Familienparty.

Zur Geburtstagsfeier gab es viele Aktionen im und um die Schwimmbecken. Eine Flamigorallye, ein Arschbombenkontest im Becken und auf der großen Wiese lockten eine Hüpfburg und eine Hairutsche vor allem die kleinen Besucher an. Im Sprungbecken lud die Tauchschule Halver „Divers Heaven“ zum Schnuppertauchen ein.

Bei einer Tomobla verloste die DLRG Herscheid, die seit 51 Jahren die Schwimmmeister an den Becken in Herscheid unterstützt, viele Luftmatratzen in Form von Früchten, Flamingos oder Eis. Es wurden viele Matratzen verlost, denn damit sollte auch Bürgermeister Uwe Schmalenbach bei seiner Wette unterstützt werden. Er wettete gegen Radio-MK-Moderatorin Janine Holst, dass um 15.00 Uhr das Schwimmbecken komplett mit Luftmatratzen ausgelegt sei. Der Verlierer sollte den Sprung vom Dreimeterbrett wagen. Mit 70 Luftmatratzen war das Schwimmbecken gut gefüllt, aber leider nicht komplett und so sprangen schließlich sowohl der Bürgermeister als auch die Radio-MK-Moderatorin vom Dreimeterbrett.

Das Herscheider Freibad hat in seinen 80 Jahren einen großen Wandel erlebt. Einige ältere Gäste, die einfach nur zum Zuschauen bei freiem Eintritt ins „schönste Freibad des Sauerlandes, wie es einmal im ST betitelt wurde, kamen, schwelgten in Erinnerungen, die bis in die Nachkriegszeit zurückreichten. Offen blieben dabei die Fragen, ob schon immer ein Eintrittspreis verlangt wurde und wer der erste Bademeister in Herscheid war.

In fester Erinnerung war Oskar Rosenberger, der Ende der 40er Jahre zusammen mit seiner Frau, die die Kasse und das Kiosk am damaligen Eingang, wo heute das DRK Heim steht, führte. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur das große 20 Mal 50 Meter große Schwimmbecken. Doch das reichte den damals jungen Herscheidern. „Nach der Heuernte den Tag über ging es am frühen Abend ins Freibad“, erinnerte sich Ilsemarie Cordt an die Zeit um 1950.

Ilsemarie Cordt schwelgte mit anderen Besuchern in alten Freibaderinnerungen.

Ein Warmwasserfreibad war das Becken zu diesem Zeitpunkt beim besten Willen nicht. „Das Wasser hatte vielleicht 18 bis 20 Grad und wurde über den Bruchbach gefüllt. Alle rund vier Wochen wurde Wasser aus dem Becken abgelassen und neu mit kaltem Bruchbachwasser gefüllt“, schwelgt Ilsemarie Cordt in Erinnerungen. „In den Umkleidekabinen, die damals am jetzigen Babybecken standen, standen die Eimer mit Chlor-Bleichlauge. Jeden Morgen kam ein Eimer ins Becken“, ergänzte Schwimmmeister Wolfgang Hess. „Da waren auch schon mal Frösche und Blutegel mit im Wasser. Aber auch das störte nicht“, erzählte Cordt aus dem Nähkästchen.

„Vor Oskar Rosenberger soll Alfred Busch Schwimmmeister gewesen sein. So erzählte er mir es zumindest“, blickte Hess auf die ersten Schwimmmeister des Bades zurück. Ob Busch aber wirklich Schwimmmeister war, konnte nicht genau belegt werden. Der Eintritt lag damals im Übrigen bei 20 bis 30 Pfennig. „Wenn wir dann noch zehn Pfennig übrig hatten, ging es nach dem Baden zu Sirringhaus Eis kaufen. Das war was“, schilderte Cordt einen Freibadtag.

80. Geburtstag im Herscheider Freibad

Auf Oskar Rosenberger folgte Eugen Groll, bei dem viele Herscheider das Schwimmen lernten. Seine recht schroffe Art beim Erlernen von Brust- und Kraulschwimmen ist heute noch vielen in Erinnerung. 1982 verabschiedete sich Groll in den Ruhestand. Seit 1976 hatte Groll Wolfgang Hess an seiner Seite, eine bis heute lebende Legende und Institution des Freibades. 1987 wurde diesem Rainer Wittkamp zur Seite gestellt. „Das war ein Sommer. Es hat nur geregnet. Ein tolles Auftaktjahr für mich“, konnte sich Schwimmmeister Rainer Wittkamp noch gut an damals erinnern.

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