„Pfingstdampf“ lockt zur Bimmelbahn

Hüinghauser Museumsbahner holen schwachen Saisonstart nach

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Dem „Pfingstdampf“ der MME kam das gute Wetter gerade recht.  

Plettenberg - Am langen Pfingstwochenende lockten zahlreiche Veranstaltungen in der Region Ausflügler an. So auch die Märkische Museumseisenbahn (MME) mit dem „Pfingstdampf“ am Sonntag. Hier bot sich die Gelegenheit, den durch die Vollsperrung zwischen Herscheid und Hüinghausen missglückten Saisonstart nachzuholen.

Die Sonne schien es auch am zweiten Fahrtag der Saison 2018 mit der MME gut zu meinen. Frühsommerliche Temperaturen und Sonnenschein lockten viele Eisenbahnfreunde an. Auch wenn der Start in die Saison nicht glücklich verlief, der zweite Tag zeigte wieder mehr Treiben rund um den Bahnhof und die Züge waren gut besetzt. Viele ältere Eisenbahnfans kommen zu den Fahrtagen, um in Erinnerungen zu schwelgen. 

So auch der 90-jährige Ernst Kaschke aus Sirrin bei Herscheid, der sich an seine Kindheit zurückerinnert, als er einst mit der Bimmelbahn gefahren ist. Als ehemaliger Angestellter in der Reparaturabteilung des Unternehmens Wilhelm Schröder in Lüdenscheid, besser bekannt unter dem Markenzeichen Wilesco, hat Ernst Kaschke noch heute einen Hang zu Dampfmaschinen und Dampflokomotiven. Eine Eisenbahn im eigenen Garten war sein ganzer Stolz, die er bis vor einiger Zeit gehegt und gepflegt hat. 

Der 1947 aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte Soldat erinnert sich heute noch gut an die angenehmen Zeiten, als die Großeltern zu Besuch kamen. Groß war die Not, so dass die Familie eng zusammenrückte, ein paar Pfund Getreide zusammenkratzte und dieses auf einer Hühnerfarm gegen Küken eintauschte, die Kaschke voller Stolz mit der Bimmelbahn nach Hause brachte. Im Garten der Großeltern konnte der junge Eisenbahnfan während des Pflückens von Johannisbeeren die Bimmelbahn hören. „Da war ich immer ganz weg“, erinnert sich Kaschke, der von Sirrin aus an den Fahrtagen die Pfeife von Dampflok Bieberlies hört und nicht mehr zu halten ist. 

Am Pfingstsonntag nahm er sich vor, die betagte Dampflokomotive zu besuchen. Viele Besucher interessierten sich für die Geschichte der einstigen Bahnstrecke. „Stimmt es, dass die Strecke damals länger war?“ und „Wo ging die Eisenbahn lang?“. Fragen, die die Museumsbahner gerne beantworten und Hoffnung geben, dass irgendwann auf der bis jetzt noch nicht befahrbaren Bahnstrecke wieder eine Dampflokomotive fahren wird. Eine kurze Verschnaufpause gönnten sich die Museumsbahner, die auf dem Bahnhofsgelände tätig sind, bis zur Ankunft der Museumseisenbahn im Bahnhof Hüinghausen. 

Wenig später wurden die Fahrgäste mit Bratwurst vom Grill im Biergarten verköstigt. 

Einige Oldtimer zu bestaunen 

Das Bahnhofs-Café war gut besucht. Kinder sprangen freudig auf dem Bahnsteig hin und her. Ungeduldig warteten sie auf den herannahenden Zug. Auch wieder mit dabei waren einige Oldtimer, die bis zum Oldtimertag am 1. Juli nicht warten konnten – ein rundum gelungener Fahrtag bei Bilderbuchwetter, das eine Fahrt ins Blaue mit dem „Lieschen“ ermöglichte.

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