Gartenbesitzer aufgepasst: Jakobskreuzkraut sollte rasch ausgestochen werden

Hübsche, aber gefährliche Pflanze

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Die intensive gelbe Farbe macht das Auffinden einfach: Unweit des Herscheider Feuerwehrgerätehauses hat Kathrin Barton an der Landstraße 561 (gegenüber des Fußweges in die Dorfwiesen) eine große Ansammlung an Jakobskreuzkraut entdeckt.

HERSCHEID - Es wächst in Herscheid längst nicht nur an Straßenrändern, sondern auch auf dem Friedhof und in Privatgärten. Die intensiv-gelben Blüten machen das Jakobskreuzkraut zu einer optisch schönen Pflanze, von der jedoch für Weidetiere eine große Gefahr ausgeht.

Am heutigen Mittwoch feiert die christliche Kirche den Jakobstag – in Erinnerung an den gleichnamigen Apostel. Dieser ist Namensgeber für das Jakobskreuzkraut, das Ende Juli stets in voller Blüte steht. „Hübsch anzusehen ist die Pflanze zwar, aber vermutlich wissen nur die Nutztierhalter, wie giftig sie ist“, warnt Kathrin Barton. Als Pferdebesitzerin hat sich die Herscheiderin intensiv mit dem Jakobskreuzkraut auseinandergesetzt und will deshalb dringend notwendige Aufklärungsarbeit leisten. 

Ganz gleich ob Blatt, Blüte oder Stängel: Alle Pflanzenteile enthalten Pyrrolizidin-Alkaloide, die hoch lebertoxisch sind. „Dieses Gift kann von den Tieren nicht abgebaut werden, es sammelt sich quasi ein Leben lang in der Leber an und irgendwann kommt der berühmte Tropfen zum Überlaufen“, erklärt Kathrin Barton. Wenn ein Tier Symptome zeige, sei es oft bereits zu spät und eine Rettung nicht mehr möglich. 

Nicht nur für die Menschen, sondern eben auch für die Tiere ist die Gefahr schwer zu erkennen. Die Staude wächst im ersten Jahr rosettenförmig und erinnert ein wenig an Ruccula. „In dieser Zeit wird sie von Tieren frisch gefressen, weil noch keine Bitterstoffe enthalten sind“, sagt die Herscheiderin. Erst im zweiten Jahr ist das Kreuzkraut aufgrund seiner typischen gelbblühenden Staude leichter zu erkennen. 

Die große Gefahr liegt aber auch im Heu, weiß die 34-Jährige: „Anders als andere nicht bekömmliche Pflanzen verliert sich das Gift nicht beim Trocknen, sondern potenziert sich.“ Kathrin Barton nennt ein Beispiel: Ein 350 Kilogramm schweres Pferd stirbt nach dem Verzehr von 14 bis 28 Kilogramm frischen Pflanzen von der Weide – bei getrockneten Pflanzen im Heu wirken bereits zwei bis vier Kilogramm tödlich. 

Die Herscheiderin will mit ihrem Aufruf nicht etwa für Hysterie in der Bevölkerung sorgen, sondern für das Thema sensibilisieren. Für Menschen sei das Jakobskreuzkraut im Vergleich zu Tieren ungefährlich. Dennoch rät die 34-Jährige dazu, die Pflanze nicht mit nackten Händen anzufassen – dies gilt insbesondere für Tierbesitzer. Um das Kreuzkraut zu entfernen, sollte man Handschuhe tragen und es mitsamt der Wurzel ausstechen, ansonsten treibt es wieder aus. 

Eine gewöhnliche Entsorgung über die Grünabfallcontainer sei nur dann sinnvoll, wenn die Pflanzen derart mit anderen Grünabfällen zugedeckt werden, dass die Samen nicht wegfliegen können. Im Zweifelsfall rät die 34-Jährige zu einer Entsorgung über die schwarze Tonne; hier gelte die Devise: „Sicher ist sicher“. 

Denn die Pflanze vermehrt sich – ähnlich wie Löwenzahn – mit „Schirmchensamen“, die auch nach 20 Jahren noch aktiv sind. Deshalb konnte sie sich bislang gut vermehren, zumal „sie früher von den Straßenmeistereien versehentlich als Saatgut mit Samen zur Begrünung eingesetzt wurde“, berichtet Kathrin Barton. Daher stehe diese Pflanze oft an Straßenrändern und verbreitet sich durch den zunehmenden Verkehr, da die Samen gern als blinder Passagier an Autos und Lastwagen mitgenommen werden. 

Genau dieser Problematik möchte die Reiterin entgegenwirken. Sie appelliert an alle Gartenbesitzer: „Sehen Sie in ihren Gärten nach und stechen Sie das Jakobskreuzkraut rechtzeitig aus.“

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