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„Hoffen wir auf ein von Zuversicht geprägtes 2022“

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Zuletzt lockte die weihnachtliche Feierstunde fast 300 Besucher und Mitwirkende im Dezember 2019 in die Gemeinschaftshalle.
Zuletzt lockte die weihnachtliche Feierstunde fast 300 Besucher und Mitwirkende im Dezember 2019 in die Gemeinschaftshalle. © Archivfoto: Grein

Am 30. November, hätte die vorweihnachtliche Feierstunde der Gemeinde Herscheid für ältere Mitbürger stattfinden sollen. Wegen der Corona-Pandemie konnte diese nicht stattfinden. Wolfgang Weyland wendet sich daher auf anderem Weg an die Besucher.

Herscheid – Er erinnert schriftlich an die Historie und die Bedeutung dieser Veranstaltung, um auch in dieser ungewöhnlichen Zeit ein Stück Hoffnung und Besinnlichkeit zu transportieren. Weyland schreibt:

Bereits vor Wochen endeten die Planungen, das Programm stand und Bürgermeister Uwe Schmalenbach und ich konnten die Vorfreude kaum verbergen, die Gäste in der wunderschönen, stilvollen Aula des neuen Bildungszentrums Rahlenberg empfangen zu dürfen. Die Atmosphäre des Raumes ist großartig. Sie hätte der Veranstaltung einen festlichen Rahmen verliehen.

Doch wie im vergangenen Jahr, machen auch diesmal die zunehmenden Inzidenzwerte der Corona-Pandemie ein Treffen in dieser Größenordnung unmöglich. Was bleibt, ist die Erinnerung, aber auch die Zuversicht auf bessere Zeiten.

Als alles begann

Wir schreiben das Jahr 1968. Paul Gerhard Prolingheuer ist Rektor der Hauptschule sowie Leiter der VHS und des Altenkreises. Der Seniorentreff zeichnet sich durch ein lebhaftes Engagement aus, der bei den älteren Menschen eine hohe Akzeptanz genießt.

Prolingheuer selbst ist eine ausdrucksstarke Persönlichkeit, verwurzelt im christlichen Glauben, eine Respektsperson im besten Sinne des Wortes. Sein Überzeugungs- und Durchsetzungsvermögen ist legendär, sein Ideenreichtum führt zu immer neuen Ufern und seine Vitalität ist ungebrochen.

So wundert es nicht, dass unter seiner Führung eine „Vorweihnachtliche Feierstunde für ältere Bürger der Gemeinde Herscheid“ im Altenkreis etabliert wird. Als Termin ist der Dienstag nach dem 1. Advent „in Stein gemeißelt“, um bei einem späteren Zeitpunkt nicht in den Sog des kommerziellen Weihnachtsrausches zu geraten.

Großer Zuspruch

Schnell wächst das Interesse der Menschen an der Feierstunde über den Altenkreis hinaus. Die Schulaula ist zu klein und so wird zunächst an zwei Tagen hintereinander gefeiert (1. Tag: Dorfbewohner, 2. Tag: Außenbezirke). Als schließlich der Zuspruch immer größer wird, siedelt man in die Schützenhalle um.

Noch heute erinnere ich mich mit Freude an meine Bürgermeisterzeit von 1979 bis 1994, als ich alljährlich Grußworte der Gemeinde an die Teilnehmer richten durfte. Dass mir später selbst die Organisation und Moderation zufallen würde, daran habe ich zu keinem Zeitpunkt gedacht.

1989 übernimmt Edmund Köster die Leitung des Altenkreises und damit auch die Aufgaben der vorweihnachtlichen Feierstunde. Anfänglich geschieht das zusammen mit Altbürgermeister Erwin Schöttler. Auch diese Zeit ist geprägt von der bewährten Struktur, die Teilnehmer auf das Hochfest der Christenheit einzustimmen.

Rahmenprogramm

Als ich 2003 Edmund Köster nachfolge, kann ich auf ein gut bestelltes Feld aufbauen. Zum festen Bestandteil gehören die Auftritte der örtlichen Gesangvereine, die heute ausschließlich vom MGV Sängerbund 1892 Rärin mit Unterstützung des MGV Holthausen bestritten werden, da sich die anderen Chöre aufgelöst haben.

Auch der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Herscheid gehört zum „lebenden Inventar“. Schüler und Kindergartenkinder erfreuen mit ihren Auftritten die Anwesenden und weitere örtliche Talente geben sich ein Stelldichein.

Fest eingeplant sind auch die Pfarrer der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinde, die im jährlichen Wechsel das „Wort zum Advent“ sprechen und der Bürgermeister richtet in seinem Grußwort den Blick auf das zu Ende gehende kommunale Jahr, verbunden mit den besten Weihnachts- und Neujahrswünschen. Mit im Boot ist die Konditorei Sirringhaus, die die Kuchen-Kaffeetafel bestückt.

Besinnung

Nicht zuletzt obliegt es mir, adventlich-weihnachtliche Erzählungen vorzutragen und durch den Nachmittag zu führen. Dazu wähle ich stets solche Geschichten aus, die der Weihnachtsbotschaft gerecht werden. Eine seichte, sentimental anmutende Winterromantik ist nicht mein Ding, denn Weihnachten ist mehr als ein Fest zwischen Orgelklang und Gänsebraten.

Viele helfende Hände

Gern nehme ich an dieser Stelle die Gelegenheit wahr, allen zu danken, die hinter den Kulissen wirken. Zunächst sind es Mitarbeiter im Rathaus, die mit dem Versenden der Einladungen und Entgegennahme der Anmeldungen beschäftigt sind. Zu nennen sind die Männer des Bauhofes, die sich um die Bestuhlung und um die Dekoration der Bühne kümmern.

Viele Jahre waren Mitglieder des Altenkreises mit mancherlei Aufgaben betreut, bis sie aus Altersgründen ausschieden und seitdem Angehörige der Senioren-Union ihren Platz einnehmen.

Mit dabei sind stets das Deutsche Rote Kreuz, die Freiwillige Feuerwehr und nicht zuletzt helfende Frauen aus dem Dorf und Rärin, die vollen Kücheneinsatz zeigen.

Zuversicht

Wenn in diesem Jahr erneut die vorweihnachtliche Feierstunde coronabedingt ausfällt, so ist das ein Einschnitt in eine liebgewordene Tradition. Das normale Leben kann erst dann zurückkehren, wenn alle durch ihr Verhalten dazu beitragen. Hoffen wir auf ein friedvolles und von Zuversicht geprägtes Jahr 2022.

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