Betreute Wohngemeinschaften

Hilfe für den Alltag im Alter

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Einblick in die Küche einer Demenz-Wohngruppe im Meinerzhagener „Quartier der Generationen“. Mitarbeiter kochen mit den Bewohnern.

Herscheid – Ein selbstbestimmtes Leben auch im fortgeschrittenen Alter führen, diesen Wunsch haben viele Bürger. Getreu der Devise „Gemeinsam sind wir stark“ will die Gemeindeverwaltung eine für Herscheid neue Wohnform ermöglichen.

Die ambulant betreuten Wohngemeinschaften bieten den Vorteil, dass die Bewohner möglichst lange eigenständig bleiben können. Im Gegensatz zur stationären Pflege in einem Seniorenzentrum mieten die Personen in einer WG ein Zimmer samt Badezimmer, die selbst möbliert und gestaltet werden können. 

Neben diesen privaten Bereichen beinhalten die Gebäude auch Gemeinschaftsräume. Rund um die Uhr steht den Senioren eine Betreuungskraft für Hilfestellung im Alltag zur Seite. Gemeinsam werden Ausflüge geplant, Mahlzeiten zubereitet und eingenommen. Auch das Waschen der Wäsche übernimmt der Bewohner eigenständig. Pflegerische Hilfe leistet diese Kraft nicht, dafür werden ambulante Pflegedienste beansprucht. 

In der näheren Umgebung gibt es derlei Angebot bereits seit ein paar Jahren. Verwaltungsmitarbeiter haben sich in einer Einrichtung in Meinerzhagen ein Bild gemacht und waren begeistert – vor allem von dem „hohen Grad an Selbstbestimmung“, erklärt Rathaus-Fachbereichsleiterin Bärbel Sauerland. 

Eine Wohngemeinschaft biete Platz für maximal zwölf Bewohner. Wie hoch der Bedarf vor Ort genau ist, dass kann aufgrund des fehlenden Angebots nur geschätzt werden. Fest steht hingegen, dass der allgemeine Pflegebedarf steigen wird. Laut aktuellem Pflegebericht des Märkischen Kreises erhöht sich die Unterdeckung in Herscheid bis zum Jahr 2035 auf 44 Plätze. 

Ein Teil dieser Plätze soll durch die Wohngemeinschaften aufgefangen werden. Die Gemeinde hat mit der RGP Beteiligungen GmbH (die auch Eigentümerin des Seniorenzentrums Herscheid ist) einen Investor gefunden, der dieses Vorhaben finanzieren könnte. 

Auch die Frage, wo die Gebäude entstehen sollen, ist inzwischen geklärt: unterhalb des Friedhofs. Die Gemeinde hat Gespräche mit der Evangelischen Kirchengemeinde geführt, die diesen Bereich zwischen Familienzentrum und Straße Auf dem Rode nicht als Erweiterungsfläche benötigt. 

Bislang gab es für diesen Bereich keinen Bebauungsplan. Daher hat der Bau- und Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung den Aufstellungsbeschluss für einen solchen Plan gefasst. Dieser soll im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden, um die Planungen möglichst zeitnahe realisieren zu können.

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