Vortrag kurz vor dem Abbruch

Hauptreferent des Wirtschaftsgespräches reagiert gereizt auf Kritik und Anfragen

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Ludger Siebert, Leiter der Regionalniederlassung des Landesbetriebs Straßen.NRW, fühlte sich ungerecht behandelt.

HERSCHEID - Das gestrige SIHK-Wirtschaftsgespräch stand kurz vor einem Eklat: Ludger Siebert, Leiter der Regionalniederlassung des Landesbetriebs Straßen.NRW, wollte seinen Vortrag zwischenzeitig abbrechen.

Die Ausführungen zum Thema regionaler Straßenausbau sollten den Schwerpunkt der Veranstaltung bilden, zu der Geschäftsführer Dietrich Alberts knapp 40 Interessierte aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung begrüßt hatte. 

Ihnen schilderte Ludger Siebert die vielschichtigen Komplikationen bei Planung und Ausbau der Autobahn 45, einer „Operation am offenen Herzen“, wie Siebert es nannte. Bei dem Bemühen, möglichst schnell das Baurecht für die notwendigen Erneuerungen der Brückenbauwerke zu erlangen, stoße der Landesbetrieb immer wieder auf ungeahnte Probleme. 

Die Folge seien Verzögerungen, für die manch ein Zuhörer kein Verständnis zeigte. Bereits jetzt würden teilweise chaotische Zustände (etwa an der Baustelle Lennetalbrücke) herrschen, beklagte ein Firmenvertreter. 

Ein anderer Besucher wollte wissen, warum plötzlich im Plettenberger Hestenbergtunnel Tempo 30 gelte. „Ich finde das ein bisschen unfair“, bemerkte Ludger Siebert sichtlich angefasst, um kurz darauf seinen Vortrag fortzusetzen. 

Das vorgegebene Zeitlimit von knapp einer halben Stunde drohte Siebert jedoch zu überschreiten, da er in seinen Beschreibungen (etwa des Gestaltungskonzeptes für den Lärmschutz) sehr ins Detail ging. Die Nachfrage, ob man den Vortrag für ein Grußwort des Bürgermeisters unterbrechen sollte (weil dieser noch einen nachgelagerten Termin hatte), brachte Siebert auf die Palme. 

Er könne den Vortrag auch ganz beenden und abbrechen, so sein bissiger Kommentar. Die Aufforderung, seinen Vortrag zu kürzen und auf den weiteren Ausbau der Landstraße 561 in Richtung Herscheid einzugehen, widersprach dem Referenten: Das sei „das unwichtigste Projekt der Niederlassung“, weil es dafür bislang kein Geld des Landes gegeben habe, grantelte Siebert. 

In aller Kürze fasste er die Planungen für die L 561 zusammen; eine themenbezogene Zwischenfrage aus der Runde ließ er dabei nicht zu: „Nein, ich habe ja keine Zeit.“

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