Herscheider Wegenetz mit einer Gesamtlänge von über 440 Kilometer ist auf dem Prüfstand

Welche Wege werden nicht mehr benötigt?

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Wo verlaufen welche Wege? Die Herscheider studierten gemeinsam den ersten Entwurf des Bestandsplanes für das nördliche Gemeindegebiet. 

HERSCHEID - Nicht nur manche Gemeindestraße ist löchrig, auch forst- und landwirtschaftlich genutzte Wege sind teilweise in einem katastrophalen Zustand. Genau aus diesem Grund lässt die Gemeinde Herscheid ein Wegenetzkonzept erstellen. Bei der Präsentation der ersten Ergebnisse im Bürgersaal gab es eine faustdicke Überraschung.

In seinen einführenden Worten hatte Bürgermeister Uwe Schmalenbach noch davon berichtet, dass es in der Flächengemeinde Herscheid 126 Wohnplätze gibt, die allesamt erreicht werden müssen. Hinzu kommen Wirtschafts- und Spazierwege, die allesamt nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. 

Der Sanierungsbedarf sei immens, dessen war sich der Bürgermeister bereits bewusst. Doch das genaue Ausmaß konnte auch er bis dato nicht erahnen. 

Das Planungsbüro Wagu aus Kassel hat sich eingehend mit Katasterdaten befasst, die Wege vor Ort begutachtet und bewertet. Unterstützung erhielt es bei dieser Arbeit von lokalen Experten des SGV, des Forstamtes und der Forstbetriebsgemeinschaft. 

„In Herscheid gibt es etwa 440 Kilometer Wege“, sagte Diplom-Ingenieur Axel Sobirey. Diese habe man in Kategorien von A (oberste Priorität für überörtliche Straßen) bis I (Rad- und Fußwege) eingeteilt und je nach Zustand mit einer durchgezogenen Linie (kein Sanierungsbedarf) oder gestrichelt (löchrig) in einer Bestandskarte eingetragen. 

Dass eher schlechte Gesamtbild war keine Überraschung. Denn ein Großteil der Wege wurde vor über 60 Jahren befestigt. In der Zwischenzeit haben sich nicht nur die Nutzungsfahrzeuge verändert, was für eine Überlastung und letztlich zu Rissen und Löchern führt. 

Auch die Kosten für eine Sanierung sind um ein Vielfaches gestiegen. Auch deswegen strebt die Gemeinde das Wegenetzkonzept an, zumal dieses vom Land bezuschusst wird. 

Eines machte Axel Sobirey dabei gleich mehrfach deutlich: Das Konzept soll nicht als Verpflichtung für heimische Forst- und Landwirte verstanden werden, sondern als Vorschlag. „Unser Ziel ist eine Konzeption für eine nachhaltige Instandhaltung“, betonte Sobirey. 

Welche Wege haben heute keine Bedeutung mehr und können aufgegeben werden? Wo besteht dringender Handlungsbedarf? Dies seien die vorrangigen Fragen. 

In diesen Prozess wird die Bevölkerung mit eingebunden. Alle Bürger des nördlich der Landstraße 561 gelegenen Gemeindegebietes, haben bis zum 11. Oktober die Möglichkeit, die erarbeiteten Daten und Karten einzusehen und dazu Stellung zu nehmen. Die Unterlagen können sowohl analog im Rathaus der Gemeinde betrachtet werden, aber auch digital im Internet; ein Link ist über die Seite www.herscheid.de zu finden. 

Für kommenden Donnerstag, 5. Oktober, ist zudem eine zweite Präsentation der bisherigen Ergebnisse geplant; diese richtet sich in erster Linie an Bewohner des südlich der Landstraße 561 gelegenen Gemeindegebietes. Beginn der Versammlung ist um 18.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses.

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