Drei Varianten: Rachen, Nase oder Lollipop

Kostenlos für alle Bürger: Schnelltestzentrum in der Schützenhalle

Wahlweise per Email aufs Handy oder auch in ausgedruckter Form wird das Ergebnis der Schnelltests übermittelt.
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Wahlweise per Email aufs Handy oder auch in ausgedruckter Form wird das Ergebnis der Schnelltests übermittelt.

Der Name ist in mehrfacher Hinsicht richtig gewählt: Denn nach erfolgreichem Probelauf am Donnerstag ist Herscheids erstes Schnelltestzentrum erstaunlich schnell an den Start gegangen. Seit Freitag können sich die Bürger in der Schützenhalle kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen – und erhalten das Ergebnis umgehend. Bedingung dafür ist eine vorherige Anmeldung.

Herscheid - Dort, wo normalerweise Feste gefeiert, Blutspenden durchgeführt oder Schützenwettkämpfe ausgetragen werden, ist in den letzten Tagen eine Teststraße entstanden, die mit reichlich Flatterband abgesteckt wurde. Anmeldung, Vorgespräch, Erklärungen, Test: Haben die Bürger die Stationen durchlaufen, erhalten sie nach kurzer Wartezeit von etwa einer Viertelstunde ihr Testergebnis, wahlweise per Email zugeschickt oder aber direkt vor Ort ausgedruckt.

Bei der Durchführung können die Personen übrigens zwischen drei Verfahren wählen: Mit einem dünnen Teststäbchen sind Abstriche in der Nase oder im Rachenbereich möglich. Zudem wird die sogenannte Lollipop-Variante angeboten; dabei wird die Testspitze kurz unter die Zunge gehalten und – ähnlich wie beim Genuss eines Lutschers – befeuchtet.

Dass ein solches Zentrum auch in der Ebbegemeinde entsteht, wollte Organisator Jörg Lehmann anfangs der Woche noch nicht offiziell verkünden. „Wir tasten uns erst Schritt für Schritt an die Materie heran“, sagte der Apotheker. Er ist zwar vom Fach, betritt mit dem Schnelltestzentrum aber Neuland. Um dieses betreiben zu können, hat er ein eigenes Gewerbe angemeldet, Konzepte erstellt, etliche Abstimmungsgespräche geführt und Materialien bestellt.

Nase, Rachen oder Lollipop-Variante? Tester Manfred Schäfer und Helferin Bozena Hiller-Jarnuczak zeigen, wie der Schnelltest in der Schützenhalle durchgeführt wird.

„Das war schon kernig“, beschreibt er die zurückliegenden, arbeitsreichen Tage. Doch diese seien letztlich von Erfolg gekrönt gewesen: Am Donnerstagnachmittag erfolgten zunächst die letzten Schulungen und im Anschluss die ersten Selbsttests in der Schützenhalle. Das entsprechend ausgebildete Personal konnte das soeben Erlernte in die Praxis umsetzen. Dass alle Ergebnisse wie erhofft negativ ausfielen, rundete das Gesamtbild ab.

Zwar fehlten zu diesem Zeitpunkt und auch am Freitagmittag noch die bestellten Testzelte, doch auch ohne diesen zusätzlichen Schutz für die Mitarbeiter wurde der Betrieb aufgenommen. Zunächst in überschaubarer Anzahl kamen die ersten Personen in die Halle. „Das Angebot muss sich erst noch herumsprechen, aber bislang hat alles reibungslos funktioniert“, versicherte Helferin Bozena Hiller-Jarnuczak.

Terminvergabe: Wer sich in der Schützenhalle testen lassen möchte, der soll im Vorfeld einen Termin vereinbaren. Anmeldungen erfolgen im Internet (unter https://app.no-q.info/sars-cov-2-schnelltestzentrum-herscheid/checkins#/) oder über die Apotheke Neuer Weg, Telefon (0 23 57) 1 71 90 00.

Bürgermeister Schmalenbach: „Testen sorgt für mich Sicherheit“

Mit Stand von Freitagmittag sind 21 Personen in Herscheid mit dem Corona-Virus infiziert, die Zahl der Virus-Mutationen ist vor Ort ebenfalls gestiegen. Eine Entwicklung, die Bürgermeister Uwe Schmalenbach jedoch nicht in Zusammenhang mit den zuletzt getätigten Öffnungsschritten bringen möchte. Die Hygienekonzepte in den drei heimischen Friseursalons und im Schuhhaus Schöttler funktionieren, sagte Schmalenbach. Von erneuten Schließungen gehe er daher zunächst nicht aus, dies sei der Bevölkerung nicht zumutbar. Er habe das Gefühl, dass viele Bürger am Ende ihrer Geduld und deutlich angespannter seien. Daher begrüßte Schmalenbach das Engagement von Jörg Lehmann, ein Schnelltestzentrum in der Schützenhalle einzurichten. Zudem verwies der Bürgermeister auf das Angebot, Schnelltests in der Hausarztpraxis Jacques am Alten Schulplatz durchzuführen. „Testen ist wichtig, denn es sorgt für mehr Sicherheit“, betonte Schmalenbach.

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