Rektorin betont: System funktioniert

Schülergruppe in Quarantäne: Positive Pool-Testung

Zweimal pro Woche führen auch die Kinder der Grundschule Rahlenberg – wie auf unserem Symbolbild – einen PCR-Lolli-Test durch. Diese sollen zur Sicherheit der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter beitragen.
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Zweimal pro Woche führen auch die Kinder der Grundschule Rahlenberg – wie auf unserem Symbolbild – einen PCR-Lolli-Test durch. Diese sollen zur Sicherheit der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter beitragen.

Die Zahl der jüngeren Corona-Patienten steigt. Nach Angaben des hiesigen Gesundheitsamtes sind auch im Märkischen Kreis zunehmend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. Mit Stand von Dienstagmittag sind beispielsweise 146 Corona-Infektionen an den Schulen im Kreisgebiet bekannt. Wir haben deshalb nachgefragt, wie die Situation in Herscheid ist.

Herscheid - Seit zwei Wochen herrscht in der Grundschule Rahlenberg das pralle Leben. Nach dem Einzug der beiden vorherigen Schulstandorte Herscheid und Hüinghausen werden unter dem Dach des Bildungszentrums 234 Kinder unterrichtet. 18 Lehrkräfte, zwei soziale Fachkräfte, sieben Mitarbeiter für den Ganztagsbetrieb und fünf Kräfte des Betreuungsvereins kümmern sich um den Nachwuchs. Summa summarum treffen jeden Tag viele kleine und große Menschen aufeinander.

Disziplin erforderlich

Was insbesondere die Kinder nach den Sommerferien und den langen Wochen des Distanzunterrichts in der ersten Jahreshälfte erfreut, erfordert zugleich von allen Beteiligten jede Menge Disziplin. Auch in dem rundum sanierten Schulgebäude gilt es, den Spagat zwischen persönlichen Kontakten und Coronaschutz zu meistern. Dabei werden bekannte, aber auch neue Maßnahmen ergriffen.

Bereits seit einigen Wochen in den heimischen Grundschulen erprobt ist die sogenannte Pool-Testung der Kinder. Zweimal pro Woche führen alle Schüler einer Klasse in der Schule Corona-Tests durch. Diese gesammelten und nicht personalisierten PCR-Lolli-Tests werden zur Auswertung in ein Labor nach Leverkusen geschickt. Tritt dabei ein positives Ergebnis auf, sind die Eltern der jeweiligen Klasse dazu aufgefordert, daheim einen weiteren Selbsttest (entsprechende Tüten mit der notwendigen Ausrüstung samt Anleitung wurden vorsorglich an alle Eltern verteilt) an ihren Kindern vorzunehmen. Durch diese erneuten Testungen soll herausgefunden werden, welche Schüler betroffen sind.

Positives Test-Ergebnis

Ein System, das funktioniert, wie Schulleiterin Heike Zilinski erklärt. Erst vor wenigen Tagen sei bei einer Pool-Testung ein positives Ergebnis festgestellt worden. Durch die Zweittestung daheim konnte dieses einem Schüler zugeordnet werden. Neben diesem Kind sei eine kleine Gruppe von Schülern in Quarantäne, die als Kontaktpersonen gelten, schildert Heike Zilinski. Die anderen Klassenkameraden nehmen unverändert am Unterricht teil und werden wie beschrieben weiterhin regelmäßig getestet.

Dieser erste Fall verdeutliche, dass die getroffenen Schutzvorkehrungen keine Willkür seien, sondern sinnvoll. Das regelmäßige Händewaschen und das Tragen von Masken (FFP 2 oder OP) auf dem Schulgelände und im Gebäude gehöre für die Kinder längst dazu. Nur während der Frühstückspause dürfen die Kinder ihre Masken absetzen. Die Lehrer achten jedoch darauf, dass diese Zeiten von den Kindern nicht ausgedehnt werden. Zudem werden während des Essens die Fenster geöffnet, um eine mögliche Ansteckungsgefahr zu minimieren.

„Wir versuchen, die Auswirkungen für die Kinder so gering wie möglich zu halten, was uns bislang recht gut gelungen ist“, betont die Schulleiterin. Schritt für Schritt nähere man sich der Normalität an. Um dem wachsenden Nichtschwimmer-Anteil in den Klassen entgegenzuwirken, wurde in dieser Woche das Schulschwimmen wieder aufgenommen. Und auch der Schulsport findet nun in vollem Umfang statt.

Maske beim Duschen ein Versehen

In der Herscheider Facebook-Gruppe wird zurzeit emotional über einen Vorfall beim Schulschwimmen der Rahlenberg-grundschüler im Lüdenscheider Hallenbad diskutiert. So berichtet ein Angehöriger, dass die Kinder beim Duschen eine Maske tragen sollten. Dies sorgt für allgemeines Unverständnis. Wir fragten bei Schulleiterin Heike Zilinski nach: Sie bestätigte diese Schilderung und gab zu, dass es sich um eine Missdeutung der Vorschriften gehandelt habe. Nach Absprache mit den Betreibern sollen die Kinder künftig beim Betreten des Bades die Masken nach dem Umziehen in den Umkleidekabinen absetzen dürfen; dies gilt auch für das Abduschen.

Kompromisse seien dabei erforderlich. Die Schulleiterin nennt ein Beispiel: Beim Sport in der Turnhalle können sich die Kinder bei Spielen und Übungen frei bewegen – die Maskenpflicht wird außer Kraft gesetzt; sobald die Schüler zu Besprechungen zusammenkommen, gilt diese wieder.

Derlei Maßnahmen tragen zur Sicherheit aller Beteiligten bei, betont Heike Zilinski, und beantwortet damit die auftretenden kritischen Nachfragen mancher Eltern. „Wir wollen die Kinder und auch deren Eltern nicht ärgern, sondern schützen“, sagt die Rektorin.

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