Finale Lösung für Presswerk-Gelände

Schandfleck verschwindet: Industriebrache wird endlich abgerissen

Ein Bagger gräbt sich über und durch die Schuttberge an der Hohle Straße. Spätestens bis Ende dieses Jahres soll der Rückbau beendet sein. Parallel beginnt das GWU mit den Planungen: An dieser zentralen Stelle soll Wohnraum entstehen.
+
Ein Bagger gräbt sich über und durch die Schuttberge an der Hohle Straße. Spätestens bis Ende dieses Jahres soll der Rückbau beendet sein. Parallel beginnt das GWU mit den Planungen: An dieser zentralen Stelle soll Wohnraum entstehen.

Der Vertrag ist unterschrieben, die Tinte getrocknet: Das alte Presswerkgelände ist in den Besitz des Gemeinnützigen Wohnungsunternehmens Plettenberg übergegangen. Seit Wochenbeginn sind Abrissbagger an der Hohle Straße tätig. Bis Jahresende soll die Firmenbrache an zentraler Stelle verschwunden sein.

Herscheid - „Wir haben eine endgültige Lösung erzielen können“, die Erleichterung in den Worten des Bürgermeisters ist nicht zu überhören. Uwe Schmalenbach berichtete am Montagabend im Rat von dem finalen Durchbruch in den zähen Verhandlungen mit dem bisherigen Besitzer. Seit dieser das Areal an der Hohle Straße Anfang 2015 ersteigert hatte, war er für die Gemeindeverwaltung nur schwer, zeitweise gar nicht erreichbar gewesen.

Nach Monaten des erneuten Stillstands hatte der Bürgermeister im April einen weiteren Anlauf gewagt – und dieser war erfolgreich. Was folgte, waren Wochen und Monate des intensiven Austauschs via Telefon und Email. „Das war ein sehr fordernder Prozess, der viel Zeit, Aufwand und Nerven gekostet hat“, beschreibt Schmalenbach die Verhandlungen.

Letztlich gelang es ihm als Moderator, die Fäden zusammenzubringen: Der Besitzer hat zwar den vertraglich vereinbarten kompletten Rückbau nicht geleistet, dennoch übernimmt ab sofort das Gemeinnnützige Wohnungsunternehmen aus Plettenberg das Gelände, koordiniert die weiteren Räumarbeiten und überplant das gesamte Areal. Diese Regelung wurde notarvertraglich bestätigt und greift sofort.

Metallschrott, Rohre, Gestein, Dämmmaterial und vieles mehr: Das Bauunternehmen Kebben muss zunächst die Überreste der Firmengebäude trennen.

Die ersten Veränderungen sind bereits sichtbar: In einem ersten Schritt hat das GWU die Firma Kebben beauftragt, sich des Geröllfeldes an der Hohle Straße anzunehmen. Seit Wochenbeginn werden Schutt, Dämmmaterial, Metall und all das, was sich seit Monaten auf dem Gelände auftürmt, sortiert und für den Abtransport vorbereitet. „Bis Ende des Jahres soll der Abriss abgeschlossen sein“, sagt Steve Baltot, Geschäftsführer des GWU. Parallel dazu beginnt die Planung für die Nachnutzung: An dieser zentralen Stelle im Dorf sollen altengerechnete Wohnungen entstehen.

„Wir mussten uns nochmals auf den Hosenboden setzen, um eine Einigung zu erzielen – aber genau das ist uns gelungen. Dieser Schandfleck in Herscheid wird beseitigt“, versprach Baltot.

Diese Einigung beinhaltet seitens des GWU übrigens die Komplettübernahme des Geländes. Zwischenzeitlich war angedacht, dass der Gemeinde eine kleine Teilfläche zufällt. Doch dies ist ebenso vom Tisch wie der Einstieg eines Investors: Das GWU sorgt zunächst für Baureife und übernimmt dann auch die Umsetzung der Baupläne.

Die Vorgeschichte

Im Mai 2009 wurde das Insolvenzverfahren über das Unternehmen Jordan & Schulte (vormals Presswerk) eröffnet. Sechs Jahre des Leerstandes später wurde das Gelände am 21. Januar 2015 zwangsversteigert. Ein Privatmann aus Rheinland-Pfalz gab das einzige Gebot ab. Seine Pläne blieben undurchsichtig: Bis auf Vermietungen an Autoschrauber erfolgte keine Nutzung. Gemeinde und Gemeinnütziges Wohnungsunternehmen (GWU) schlossen im Mai 2019 mit dem Besitzer eine vertragliche Vereinbarung: Sobald dieser das Industriegebäude vollständig zurückgebaut hat, soll das GWU das Gelände übernehmen. Mehrere Abbruchunternehmen waren seither tätig; seit letztem Winter gab es keinen Fortschritt mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare