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Paradies für Wurstesser: Schlachtfest so schnell ausverkauft wie noch nie

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Von: Nina Scholle

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Christoph Wilk und Björn Dreißigacker und Holger Knittel hatten die gleiche Menge Wurst zum Verkauf angeboten, wie bei den vorausgegangenen Schlachtfesten.
Christoph Wilk und Björn Dreißigacker und Holger Knittel hatten die gleiche Menge Wurst zum Verkauf angeboten, wie bei den vorausgegangenen Schlachtfesten. © Foto: Scholle

Auch wenn sich das Schlachtfest des TuS stets großer Beliebtheit erfreut, mit so einem Ansturm wie am Wochenende hatte niemand gerechnet: Bereits am späten Samstagnachmittag war die Wursttheke „leergefegt“, wie Holger Knittel, zweiter Vorsitzende des TuS Herscheid, berichtete.

Herscheid - Einerseits natürlich mehr als erfreulich für den TuS, andererseits natürlich sehr schade für die Besucher, die erst später, einige sogar erst am Sonntag zum Frühschoppen, kamen und dann leer ausgegangen sind.

Nach der Coronapause im letzten Jahr war man umso glücklicher, dass das Fest nun unter Einhaltung der 3G-Regeln wieder stattfinden konnte. „Wir sind froh, dass es dieses Jahr geht“, sagte Geschäftsführer Christian Schröder und stand mit dieser Einschätzung nicht alleine dar.

Man sei sich im Vorfeld nicht sicher gewesen, wie das Schlachtfest unter Corona-Auflagen angenommen werde. Doch die Befürchtungen zerschlugen sich schnell, denn schon kurz nach der Eröffnung am Samstag war das Vereinsheim „Ins Motz“ mehr als gut gefüllt. „Die rennen einem hier die Bude ein“, freute sich Schröder.

Nicht nur für Herscheider, auch für Plettenberger und Lüdenscheider ist das Schlachtfest am Sportplatz Müggenbruch ein fester Termin im Kalender. Ehemalige oder passive Vereinsmitglieder, die man sonst das ganze Jahr über nicht sieht, kommen an diesem Tag zur Feelgood-Arena. „Zum Schlachtfest sind sie alle wieder da“, so Schröder.

Vielleicht lag es an der einjährigen Abstinenz, vielleicht sind die Leute einfach froh, wieder ein bisschen Normalität leben zu können – welche Gründe der nie da gewesene Ansturm auf Blut-, Leber- und Mettwurst letzten Endes nun hatte, wird wohl im Verborgenen bleiben.

Sie übernehmen das gebackene Erbe der Turner-Riege: Die Frauenmannschaft des TuS hatte Kuchen und Torten zubereitet und sorgen somit für einen Generationswechsel.
Sie übernehmen das gebackene Erbe der Turner-Riege: Die Frauenmannschaft des TuS hatte Kuchen und Torten zubereitet und sorgen somit für einen Generationswechsel. © Foto: Scholle

Knittel bedauerte, dass nicht alle Besucher zufriedengestellt werden konnten, bat jedoch auch um Verständnis: Für den TuS als Veranstalter sei es nicht so leicht gewesen, abzuschätzen, wie viel gebraucht werden würde. Man habe, trotz Unsicherheit wegen des Zuspruchs unter Coronaauflagen, die gleiche Menge Wurst zum Verkauf angeboten wie bei den vergangenen Veranstaltungen.

Damit waren die TuSler bisher immer gut gefahren: Übrig geblieben war nie etwas; die letzte Wurst ging immer irgendwann im Laufe des Sonntags über die Theke – aber eben nicht schon am Samstagnachmittag.

Dabei hatte das Verkaufstrio um Knittel, Christoph Wilk (Vorsitzender) und Björn Dreißigacker (Trainer und Metzgersohn) alles Mögliche versucht, damit niemand mit leeren Händen und knurrendem Magen gehen musste, doch irgendwann war ein Punkt erreicht, an dem nichts mehr ging.

Knittel erzählte von einer Dame, die mit dem Bus von Werdohl über Lüdenscheid nach Herscheid gekommen war. Da zu diesem Zeitpunkt bereits alle Würste verkauft waren, habe ein Mitglied des Vorstands von seinen privat erworbenen Würsten welche abgegeben. Auch war man am Abend noch losgezogen, um weitere Brote sowie Grillgut zu kaufen, denn auch hier waren die Vorräte so gut wie aufgebraucht. „Wir versuchen, daraus zu lernen“, versprach Knittel. Für das nächste Jahr werde man über eine Erhöhung der Kapazitäten nachdenken, sagte er.

Sie zählten zu den frühen Besuchern des Schlachtfestes und freuten sich über die angebotenen, herzhaften Speisen.
Sie zählten zu den frühen Besuchern des Schlachtfestes und freuten sich über die angebotenen, herzhaften Speisen. © Foto: Scholle

Wem der Sinn am Wochenende nicht nach Deftigem stand, der wurde am üppigen Kuchenbuffet fündig. Jahrelang hatten die Turnerinnen des Vereins dieses organisiert, doch aus Altersgründen war es für die verbliebenen Damen nicht mehr stemmbar. Nach Ersatz musste nicht lange gesucht werden: Die im letzten Jahr neu gegründete Damenmannschaft sprang bereitwillig ein.

Christoph Wilk lobte die Einsatzbereitschaft aller Vereinsmitglieder zum Gelingen des Schlachtfestes. Holger Knittel konnte sich diesem Lob nur anschließen. Außerdem bedankte er sich bei den zahlreichen Besuchern und entschuldigte sich bei all denjenigen, die unglücklicherweise nicht auf ihre Kosten gekommen sind.

Drei Jahrzehnte

2022 feiert das TuS-Schlachtfest 30-jähriges Jubiläum. Die Premiere fand am 5. Dezember 1992 statt; viel hat sich seit den Anfängen nicht geändert. Die frischen Wurstwaren stammen noch immer vom selben Metzger – einem langjährigen Vereinsmitglied – und noch immer darf gekauft, probiert und geschlemmt werden. Pfannenkröse mit Bratkartoffeln ist, wenn auch nicht jedermanns Sache, der kulinarische Höhepunkt des Festes.

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