Basteln für das Jungenhaus

Herscheider Paar sammelt Spenden für Hilfsprojekte in Südafrika

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Klaus Wiedebusch und Sandra Laurenz unterstützen durch private Spendenaktionen ein Jungenhaus in Afrika.

Herscheid – „Wir haben uns vor vielen Jahren mit dem Afrika-Fieber infiziert“, berichtet Sandra Laurenz von den Anfängen ihrer Leidenschaft, die auch Ehemann Klaus Wiedebusch teilt.

Seit einer Reise vor sechs Jahren nach Kapstadt fliegen die beiden Herscheider mindestens einmal jährlich nach Südafrika, meistens sogar häufiger. In wenigen Tagen ist es wieder so weit und die insgesamt sechs Koffer á 23 Kilogramm dürfen gepackt werden. Vier von ihnen werden aber nicht mit den persönlichen Utensilien des Paares gefüllt sein, denn diese vier Koffer bleiben nach der Reise in Afrika und kommen nicht wieder mit zurück nach Herscheid. 

„Immer, wenn wir fliegen, versuchen wir soviel an Lebensmitteln und Kleidungsstücken mitzunehmen, wie es nur eben geht“, erklärt Sandra Laurenz. Der Inhalt kommt verschiedenen Hilfsprojekten zugute. 

„Bei einem unserer ersten Aufenthalte in Südafrika haben wir Kontakt zu Lehrern einer deutschen Schule aufgenommen. Die besuchen wir hin und wieder und bringen ihnen Süßigkeiten und Gebäck aus Deutschland mit, die sie dann auf ihrem Schulfest anbieten“, so Laurenz. Die deutsche Schule sei aber nicht so hilfsbedürftig wie andere Institutionen und Einrichtungen in Südafrika. 

Durch die Facebookgruppe „Platz im Koffer“ sind die Herscheider schließlich auf das Margaret‘s House aufmerksam geworden, eine Einrichtung für Jungen zwischen 6 und 16 Jahren. Dabei handelt es sich in erster Linie um Kinder, die ihren Eltern aufgrund von Drogenmissbrauchs und Gewalt weggenommen wurden. 

„Das Haus hat einen kirchlichen Träger und wird nicht vom Staat finanziert. Es trägt sich deshalb fast nur mithilfe von Spenden, da von den Kirchen nur sehr wenig Geld zur Verfügung gestellt wird“, erklärt Klaus Wiedebusch. Er hat Anfang des Jahres ein dreimonatiges Praktikum in der Deutschen Schule Kapstadt absolviert und in diesem Zuge das Jungenhaus kennengelernt. 

„Ich war total begeistert, vor allem von Leiter Frank, dem Sozialpädagogen. Er und seine Frau stecken wirklich enorm viel Zeit und Energie in die Arbeit dort und versuchen, es den Jungen so schön wie möglich dort zu machen“, berichtet er. Er habe mit dem Geld, das er mit seiner Frau zuvor gesammelt habe, einige Lebensmittel und Schulbedarf einkaufen können, was die Afrikaner unglaublich froh gemacht hätte. „Die sind so dankbar für jede kleine Spende“, erklärt der Herscheider. 

Sandra Laurenz, die gerne bastelt, sei dann vor etwa 2 Monaten auf die Idee gekommen, nicht nur Geld zu sammeln, sondern auch etwas dafür zurückzugeben. „Irgendwie bin ich dann auf die Lesezeichen gekommen. Die Arbeit ist nicht sehr aufwendig und macht mir total viel Spaß. So hat jeder, der etwas spenden möchte, noch viel mehr davon, dass er Gutes tut“, erklärt Laurenz die Absicht. 

Ihr Freundeskreis sei schon mit Lesezeichen eingedeckt: „Die Aktion ist in meinem Bekanntenkreis unheimlich gut angekommen. Auch in den sozialen Netzwerken ist die Resonanz überwältigend“, freut sich Laurenz und das Paar verspricht: Jeder Euro der Aktion kommt hundertprozentig in Afrika an. 

Ob das BVB-Logo, der Eiffelturm oder die Freiheitsstatue. Sandra Laurenz fertigt die Lesezeichen auf Kundenwunsch. „Ich kann auch Firmenlogos drauf drucken – das ist völlig beliebig“, erklärt die Herscheiderin. Ein Lesezeichen kostet zwei Euro. Innerhalb von zwei Monaten hat die Herscheiderin schon über 300 Euro durch die Aktion eingenommen. „Ein tolles Ergebnis – da freuen sich die Afrikaner“, ist Laurenz stolz.

Wer die Spendensammlung des Herscheider Paares mit dem Kauf eines Lesezeichens unterstützen möchte, kann dies über den freien Verkauf bei Gerlinde’s Fashion in Friedlin machen. Alternativ können Interessenten auch Kontakt zu Sandra Laurenz aufnehmen per E-Mail an die Adresse sandherscheid@ gmail.com.

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