Ein neues Leben: Herscheider Matthias Woeste verliert Großteil seiner Sehkraft nach schwerer Augenerkrankung

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Matthias Woeste sieht infolge einer schweren Augenerkrankung und den darausfolgenden Operationen nur noch mit einem Auge. Er schulte vom Industrieschmied zum Kaufmann Büromanagement um.

Herscheid - Im Jahr 2013 veränderte sich das Leben des Herscheiders Matthias Woeste grundlegend. Infolge einer schweren Augenerkrankung verlor er einen Großteil seiner Sehkraft – und das vom einen auf den anderen Moment. Der heute 52-Jährige musste seinen Beruf aufgeben und umschulen. Trotzdem hat er die Hoffnung nicht aufgegeben.

Bereits „von Geburt an“ sei seine Sehkraft stark eingeschränkt gewesen, erzählt Woeste. Im Jahr 2013 ging er mit Beschwerden am rechten Auge zum Arzt. Der Mediziner untersuchte ihn und stieß auf die Ursache für die Schmerzen: Die Netzhaut hatte sich abgelöst.

Eine bedrohliche Situation: „Ich wurde direkt ins Krankenhaus eingeliefert und notoperiert.“ Doch die Netzhaut löste sich auch nach der Operation vom Auge. Es folgten weitere Behandlungen und Operationen. Schließlich wurde klar, dass das rechte Auge nicht zu retten war. Für sein Leben hatte das fatale Folgen: Seine Arbeit als Industrieschmied kann er nicht mehr ausüben

In Lüdenscheid nahm Matthias Woeste an einem iPhone-Workshop für Blinde teil.

Doch Rentenansprüche hat er noch nicht, er ist zu jung – deswegen schulte er vom Januar 2016 bis zum Januar 2018 im Berufsförderungswerk Düren für Blinde und Sehbehinderte zum Kaufmann für Büromanagement um. Kein einfacher Weg, schließlich musste er erst einmal wieder „lernen zu lernen“. Woeste: „Sechs Monate lang habe ich an einem Vorbereitungslehrgang teilgenommen. Da haben wir beispielsweise das Zehn-Finger-Schreiben geübt.“ Schließlich sei er bereits seit vielen Jahren im Berufsalltag gewesen. Eine Schule habe er zuletzt vor ungefähr 30 Jahren besucht.

Wie es für ihn weitergeht, ist ungewiss – der Augenarzt habe ihm bereits mitgeteilt, dass seine Sehkraft weiter nachlassen werde. Deswegen besucht Woeste noch bis Ende des Jahres einen Grundlehrgang, in dem er unter anderem die Punktschrift lernt. „Ich versuche jetzt einfach so viel mitzunehmen wie möglich“, sagt er. Mit 52 Jahren noch einmal einen Beruf zu finden, sei denkbar schwierig. Trotzdem betont er: „Ich gehe das Ganze positiv an, anders geht das auch gar nicht.“ Dass sein Sehfeld nun eingeschränkt ist – daran könne er sich allerdings kaum gewöhnen. „Auch wenn die Ärzte immer sagen, dass man das tut.“

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