Das Herscheider Kulturprogramm 2018 bietet Premieren, aber auch Altbewährtes

Kabarett, Lesungen und Musik

Kabarettist Hans-Werner Olm und Autorin Kathrin Heinrichs bereichern das Herscheider Kulturprogramm 2018. Collage: Grein

HERSCHEID - Der Etat ist begrenzt, die Herausforderung groß: ein Kulturprogramm, das alle Herscheider Altersgruppen ansprechen soll. Die Heimatzeitung gibt einen Überblick über die Veranstaltungen für 2018.

Gerade einmal 4 500 Euro stehen dem Kulturamt zur Verfügung. Konzerte, Lesungen, Comedy – möglichst alle Genres sollen bedient werden. Genau das ist bei der Zusammenstellung der zehn Punkte bedacht worden. Ebenso erfreulich ist die bunte Mischung: Neben bewährten Künstlern aus dem heimischen Raum konnten auch einige Neulinge aus Herscheid und Umgebung gewonnen werden. Hinzu kommen überregional bekannte Künstler wie Hans-Werner Olm und die Blues Company. 

Außerdem versucht das hiesige Kulturamt, eine Veranstaltung für Jugendliche zu organisieren. Dies gestaltet sich schwierig, weil in dieser Altersgruppe die Geschmäcker weit auseinandergehen. Genau deswegen sollen mit Anna Bauckhage und Jana Funke die beiden Auszubildenden aus dem Rathaus diese Aktion planen. Eine erste Idee ist ein Poetry Slam, also eine Art Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer ihrem Publikum selbstgeschriebene Texte vorstellen. 

Auffällig bei der Durchsicht der Programmpunkte: Politisches Kabarett, das vor wenigen Jahren in Herscheid noch beliebt war, ist inzwischen weniger gefragt und daher nicht mehr vertreten. Stattdessen können sich Kulturfreunde auf zwei Lesungen im Frühjahr, handgemachte Musik und den Auftritt eines 70-köpfigen Orchesters freuen.

Aus den Tiefen der russischen Seele - 28. Januar, Apostelkirche: Zum Start ins neue Jahr gibt es ein Wiedersehen mit guten alten Bekannten. Im Rahmen ihrer Europatournee „Ich bete an die Macht der Liebe“ gastieren die Maxim Kowalew Don Kosaken in Herscheid. Ihr Programm besteht aus russisch-orthodoxen Kirchengesängen sowie Volksweisen und Balladen.

Von der Buchmesse direkt in den Bürgersaal - 22. Februar, Bürgersaal: Eher zufällig fiel Cornelia Griebel in ihrem Keller ein altes Postkarten-Album in die Hände. Die Plettenbergerin war fasziniert von diesen rund 100 alten Karten, die größtenteils an eine Dora Neumann adressiert sind. Passenderweise trägt der Name ihres Erstlingswerks „Postkarten an Dora“. Diesen Roman stellte Cornelia Griebel im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse vor, nun will sie auch in Herscheid daraus vorlesen.

Spielfreude, die sich auf die Zuhörer überträgt - 18. März, Bürgersaal: Man könnte meinen, dieser Auftritt sei ein alter Hut: Jedes Jahr im Frühling treten die Märkischen Zupfer in Herscheid auf. Und jedes Jahr sorgen sie aufs Neue für ein zahlenstarkes Publikum. Woran das liegt? In erster Linie an der unbändigen Spielfreude, die bei den Solo-, Duo- und Orchesterstücken hervorsticht. Daher darf man gespannt sein, welche Überraschungen die Musiker für ihren nächsten Auftritt vorbereiten werden.

Premieren-Auftritt mit druckfrischem Buch - 22. März, Bürgersaal: Sie gilt als die Sauerländer Krimiautorin schlechthin: Denn eben mit diesen mordlustigen Geschichten wurde Kathrin Heinrichs aus Menden um die Jahrtausendwende bekannt. Auch ihr neuestes Werk mit dem Namen „Auf Tour“ verbindet Spannung, Humor und Lokalkolorit. Das Leseprogramm feiert übrigens erst eine Woche vor der Lesung in Herscheid Premiere – Kathrin Heinrichs bringt bei ihrem ersten Auftritt in der Ebbegemeinde also druckfrische Anekdoten mit.

Heimische Gitarristen beweisen ihr Können - Frühsommer, Bürgersaal: Handgemacht ist eben immer noch am Besten – diese Maxime vereint die Gitarrenschüler von Wolfgang Meffert. Der Herscheider wird nicht müde, gemeinsam mit seinen Mitstreitern anspruchsvolle und vor allem unterhaltsame Konzertprogramme zusammenzustellen. Für manche Musiker wird es der erste Auftritt vor Publikum sein, entsprechend gespannt dürfen nicht nur die Zuhörer an diesem Nachmittag sein.

Brodelnder Wortvulkan aus der Hansestadt - 25. April, Rammberghalle: Es ist schon eine ganze Weile her, seit Lioba Albus zum letzten Mal den „weiten Weg“ von Attendorn nach Herscheid auf sich genommen hat. Inzwischen hat die wortgewandte Kabarettistin mit „Das Weg ist mein Ziel“ ein aktuelles Programm zusammengestellt, bei dem sie wie gewohnt in unterschiedliche Rollen schlüpft und kein Blatt vor den Mund nimmt. Gemeinsam mit ihren Gästen macht sie sich auf den Weg, das „Weg“ zu suchen – den Grund dafür, warum die Leute heutzutage andauernd unterwegs sind.

Der vielleicht letzte Auftritt der Altmeister - 16. Juni, MME-Lokschuppen: Gegründet wurde die Band bereits im Jahr 1976. Damit gilt die Blues Company als Wegbereiter für den Blues in Deutschland. Nach mehr als 40 Jahren Bühnenerfahrung kündigt sich jedoch allmählich das Karriereende an. Bandgründer Todor „Toscho“ Todorovic kündigte bereits an, dass es vielleicht einer der letzten Auftritte seiner Formation vor Ort ist. Da sie sich im Lokschuppen stets wohlgefühlt haben, wollen die Musiker ihren Fans aus dem Sauerland genau dort einen weiteren denkwürdigen Abend bieten.

Musik und Lyrik für den Feierabend - 28. September, Bürgersaal: Eine solche Veranstaltung hat es vor Ort noch nicht gegeben: Mit Chorleiter Georg Neukirch und Saxophonist Ernst Taylor schließen sich zwei Herscheider zusammen, die gemeinsam ein beschwingtes Programm zum Genießen darbieten wollen. Von Herscheidern für Herscheider, so lautet die Devise für diesen Premierenabend.

Jugendliche, die Blasmusik lieben - 4. November, Schützenhalle: Einmal im Jahr treffen sich musikbegeisterte Jugendliche und junge Erwachsene, um sich bei einem Proben-Wochenende ganz und gar ihrer Liebe zu widmen – der Blasmusik. Das Märkische Kreisjugendorchester besteht aus etwa 70 Musikern; schon allein der Bühnenaufbau in Schützenhalle dürfte daher imposant werden. Doch die jungen Musiker wollen nicht nur durch Quantität, sondern vor allem mit Qualität überzeugen.

Der Bekannteste kommt zum Schluss - 9. November, Rammberghalle: Er gilt als einer der bekanntesten Künstler Deutschlands, feierte Erfolge als Kabarettist, Schauspieler, Synchronsprecher und Sänger und will auf seine „alten Tage“ nun auch endlich die Ebbegemeinde kennenlernen. Hans-Werner Olm kommt im Herbst mit seinem Programm „Mach fertig“ nach Herscheid. „Seit fast 40 Jahren im Geschäft, gilt er als Steinbruch für viele, die sich in diesem mittlerweile inflationären Genre versuchen“, diese bissige Ankündigung schickt seine Agentur und macht damit Appetit auf einen „Klassiker der speziellen Art“.

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