Herscheider Handwerker besuchen den DRK-Ortsverein / Notfallsituationen der „Helfer vor Ort“ stehen im Mittelpunkt

Hemmungen nehmen und zum Helfen motivieren

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Rotkreuzleiter Stephan Haase demonstrierte den Handwerkern, wie man eine Herzdruckmassage durchführen sollte.

HERSCHEID - Wie reagiert man, wenn ein Notfall eintritt? Und welche Maßnahmen können ergriffen werden, bevor die professionellen Helfer ankommen? Diese und weitere Fragen standen im DRK-Heim auf dem Programm, als sich einige Herscheider Handwerker über die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Rettungskräfte vor Ort genauer informierten.

Vor mehr als 40 Jahren entstand durch die Renovierung der Gaststätte Holthaus in Rärin ein loser Zusammenschluss der Herscheider Handwerker, der weiter anhält und zu besonderen Anlässen zusammenkommt. 

„Bei uns ist es eine liebgewonnene Tradition, dass sich einmal im Jahr alle Handwerker aus der Gemeinde treffen und einen gemeinsamen Ausflug unternehmen. Diesmal ist unsere Wahl auf den DRK-Ortsverein gefallen, da wir beim Thema Erste Hilfe auf dem neuesten Stand sein wollen“, erklärte Mitorganisator Herbert Hüttebräucker. 

Rotkreuzleiter Stephan Haase und Fahrzeugwart Volker Gärtner stellten sich in lockerer Runde den Fragen rund um die „Helfer vor Ort“. So ging es zum Beispiel darum, wer bei welchen Fällen alarmiert wird. Dabei machte Stephan Haase deutlich, dass seine aus knapp 20 Mitgliedern bestehende Truppe aktuell bei jedem Notfall im Herscheider Gebiet dabei sei und daher auch auf die stattliche Anzahl von 80 bis 100 Einsätzen pro Jahr komme. 

„Nachts und an den Wochenenden haben wir Bereitschaftsdienst. Wenn dann ein Alarm eingeht, machen wir uns sofort auf den Weg“, berichtete Haase. Damit das heimische DRK-Team ausrücken kann, muss zuvor natürlich ein Notruf eingegangen sein. Bei diesem würden die Anrufer mittlerweile auch eine konkrete Anleitung durch die Lüdenscheider Kreisleitstelle erhalten, sodass sich niemand Sorgen darum machen müsse, in dieser Situation etwas Falsches zu sagen, stellte der Herscheider Ortsgruppenleiter klar. 

„Wichtig ist aber trotzdem, dass die vorliegende Sachlage genau erklärt und vor allem der betroffene Ort exakt benannt wird“, erinnerte Haase an die entscheidenden Aufgaben bei einem Notruf. Bis es schließlich zum Eintreffen der Rettungskräfte kommt, kann derweil einer bewusstlosen Person mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahme geholfen werden. 

Um diese besser erklären zu können, demonstrierten die DRK-Mitglieder die Herzdruckmassage mithilfe einer Puppe. Gespannt verfolgten die anwesenden Handwerker, wie Stephan Haase neben dem fiktiven Opfer in Höhe des Brustkorbes kniete und in dessen Mitte seine Hände platzierte, um mit gestreckten Armen den Brustkorb senkrecht von oben fünf bis sechs Zentimeter tief einzudrücken. Dabei erläuterte er: „In einer solchen Situation muss die Blutzirkulation unbedingt am Laufen gehalten werden. Deshalb gilt es, nach der Feststellung des bewusstlosen Zustandes, sofort eine Herzdruckmassage zu betreiben.“ 

Nachdem die wichtigsten Fragen zu möglichen Notfallsituationen thematisiert wurden, nahmen die Besucher in der Fahrzeughalle den Fuhrpark samt Ausstattung etwas genauer unter die Lupe. „Das waren viele lehrreiche Informationen zu Themen, die uns unter Umständen alle mal betreffen können“, zeigte sich Herbert Hüttebräucker aufgrund des informativen Vortrages begeistert. 

Erhard Stahlschmidt ergänzte: „Ich habe sogar zum ersten Mal etwas über Erste Hilfe gelernt. Denn als ich im Jahr 1958 meinen Führerschein gemacht habe, gab es noch gar keine Kurse dazu.“ Auch Stephan Haase zog ein positives Fazit und betonte sein Hauptanliegen: „Es geht in erster Linie darum, den Teilnehmern einer solchen Informationsveranstaltung die Hemmungen in Notfallsituationen zu nehmen. Ersthilfe zu leisten ist nicht so schwierig, wie manche meinen, und kann in vielen Fällen Leben retten. Deshalb wollten wir die Gruppe für dieses Thema sensibilisieren und unsere Arbeit in entspannter Atmosphäre präsentieren.“ 

Bevor sich die Besucher wieder verabschiedeten, gab es für den DRK-Ortsverein noch eine kleine Spende, welche die Herscheider Handwerker als Dankeschön an Stephan Haase und seine Helfer übergaben. 

Wer mehr über den heimischen DRK-Ortsverein wissen möchte und Interesse an dessen Arbeit hat, ist herzlich dazu eingeladen, mittwochs ab 19.30 Uhr an den Weiterbildungskursen im DRK-Heim teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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