Weihnachtskonzert mit Eike Wilm Schulte, „Musica Classica“ und Rhein-Main-Philharmonikern

Herscheider Gemeinschaftshalle in einen Opernsaal verwandelt

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Herscheid - Die Ebbegemeinde hat sich auf die bevorstehende Weihnachtszeit eingestimmt und wurde mit einer grandiosen Darbietung von Bariton Eike Wilm Schulte, dem Vocalensemble „Musica Classica“ und Anne-Kathrin Frank in der Gemeinschaftshalle in den Bann gezogen.

Zum ersten Mal zu Gast waren die Rhein-Main-Philharmoniker aus Frankfurt. Vor dem großen Auftritt am vergangenen Samstag probte das Vocalensemble „Musica Classica“ noch ein letztes Mal, bevor es ernst wurde. Auch die Vorbereitungen und die Ausschmückung der Gemeinschaftshalle standen auf dem Plan. 

Neben der Bühne wurden geschmückte Weihnachtsbäume aufgestellt und Christrosen zierten die Bühnenumrandung. Wenige Minuten vor dem Weihnachtskonzert probten die Rhein-Main-Philharmoniker noch ein letztes Mal. Die wartenden Zuschauer vor der Tür zeigten sich schon ungeduldig. Es wartete ein Zusammenspiel mit Bariton Eike Wilm Schulte, Koloratursopranistin Anne-Kathrin Frank und den Philharmonikern aus der Rhein-Main-Metropole Frankfurt, die zum ersten Mal in der Ebbegemeinde gastierten. Die beginnende Weihnachts-Overtüre über den Choral „Vom Himmel hoch da komm‘ ich her“ von Otto Nicolai (1810 – 1847) ließ erahnen, welchen Verlauf der Abend noch nehmen vermochte. Klänge aus den Instrumenten der Rhein-Main-Philharmoniker, unter der Leitung von Reinhard Nietert, verbreiteten sich in der Gemeinschaftshalle, die sich in einen Opernsaal verwandelte. 

Pastor Albert Akohin ergriff das Wort und begrüßte alle Beteiligten auf und vor der Bühne mit den Worten: „Schön, dass so etwas in unserem kleinen Städtchen Herscheid möglich ist“. Eine Einstimmung auf die Weihnachtszeit durch Töne und Musik. Hirten, die ihre Herden des Nachts hüteten, erschrocken vom Licht des Herrn, das sie umgab und zu Jesus Christus führte. So lautet die gesanglich erzählte Geschichte von „Sanctus“ aus der „Weihnachtsmesse“ (Jan Jakub Ryba / 1765 – 1815). Danach folgten für viele bekannt „Gloria“ und „Benedictus“ mit dem Vocalensemble „Musica Classica“. Märchenhaft ging es über zu „Hänsel und Gretel“, eine Orchesterfassung aus der Märchenoper von Engelbert Humperdinck (1854 – 1921). Koloratursopranistin Anne-Kathrin Frank übermittelte gesanglich mit „Weihnacht, Glocken läuten dich ein“ von Nico Dostal (1895 – 1981) den Zuschauern die Botschaft, dass in der törichten Welt voller Leid, Schmerz und Trauer die Liebe nicht fehlen darf, die in der Weihnachtsnacht die Herzen erhellt. „Die Zauberharfe“ aus dem Zauberspiel „Rosamunde“ von Franz Schubert (1827) ließ die Rhein-Main-Philharmoniker ein weiteres Mal zu den Instrumenten greifen.

 Ein glänzender Stern in der Weihnachtsnacht und mit einem Halleluja von nah und fern ertönend tief in die Herzen eindringend den strahlend himmlischen Schein, soll Weihnachtsfrieden sein. Fallende Flocken, ein knisterndes Feuer, strahlende Kinderaugen, läutende Glocken, Beilegung von Zank und Hader, nicht Gut und nicht Geld, nur Liebe bringen Frieden und Glück auf diese Welt. Dies verdeutlichte Eike Wilm Schulte in seinem Sologesang „Und wieder ist Weihnacht“. „Ave Maria“ aus dem Intermezzo „Cavalleria Rusticana“, eine sizilianische Bauernehre von Pietro Mascagni (1863 – 1945), vorgetragen von Anne-Kathrin Frank, erzählt die Geschichte über die trostspendende Jungfrau Maria, die darum gebeten wird niemanden im Stich zu lassen.

 „Brennende Lichter“ aus Mozarts Piano-Sonate in A-Dur, gesanglich vorgetragen vom Vocalensemble „Musica Classica“, zeigt die Bereitschaft, Weihnachten einkehren zu lassen. Kurz vor der 15-minütigen Pause erklang ein musikalisch vorgetragenes Märchen durch die Rhein-Main-Philharmoniker; „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ zum Zeichentrickfilm von Walt Disney (1937). Nach der kleinen Pause dauerte es nicht lange, als die Rhein-Main-Philharmoniker den Abend mit „Halleluja“ aus „Der Messias“ von G.F. Händel (1685 – 1759) fortsetzten. In teils englischer Sprache folgte „Hört die Engelsboten singen“ (Hark! The herald angels sing), aus dem engl. von Felix Mendelssohn-Bartholy (1809 – 1847), vorgetragen vom Vocalensemble „Musica Classica“. Das festliche Lied „Halleluja, singet dem Herren“, von G.F. Händel (1685 – 1759), ließ die klare und kräftige Stimme Eike Wilm Schultes weit hörbar in den Straßen rund um die Gemeinschaftshalle ertönen.

 Lieder der Liebe setzten das Konzert fort. Anne-Kathrin Frank beeindruckte mit „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ von Robert Stolz (1882). Ihr tat es Eike Wilm Schulte nach mit „Zuneigung“ von Richard Strauss (1864 – 1949). Das Vilja-Lied aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehar (1870 – 1948) von der Koloratursopranistin gesungen. Ein weiteres Liebeslied mit dem Titel „Wenn zwei Herzen sich in Liebe verbinden“ von Norbert Schultze (1911 – 2002) beendete diesen Part, bevor es mit einem Liebesduett mit „Lippen schweigen, ‘sflüstern Geigen“ von Franz Lehar weiterging. 

Dazwischen erklangen vom Orchester der „Schlittschuhläufer-Walzer“ von Emile Waldteufel (1837 – 1915), die “Petersburger Schlittenfahrt“ von Richard Eilenberg (1848 – 1925) und das vom Vocalensemble „Musica Classica“ vorgetragene Lied „Jingle Bells“ von James Lord Pierpont (1822 – 1893). „Gebet Mose“ aus der gleichnamigen Oper von G. Rossini, das beliebte Lied der „Christrose“ und „Ode an die Freude: Freude schöner Götterfunken“ galten als Zugabe zu den bereits vorgetragenen und festlichen Weihnachtsliedern. „Wenn ihr die Christrose nicht singt, kommen wir nicht.“, sollen einige Leute unter den Zuschauern gesagt haben. 

Somit war die Christrose, wie in den vergangenen Jahren bei den bisherigen Weihnachtskonzerten mit Eike Wilm Schulte, auch in diesem Jahr wieder mit im Programm. Zu „Ode an die Freude: Freude schöner Götterfunken“ wurden die Zuschauer zum Mitsingen animiert, die sich im Anschluss stehend mit Applaus für die grandiose Darbietung bedankten.

 Eike Wilm Schulte schloss den musikalischen Abend mit den Worten „Fröhliche Weihnacht“ und entließ die Zuschauer mit einer weiteren Zugabe. Mit Sicherheit wird sich manch einer an diesen Abend noch sehr lange erinnern.

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