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Gedenkstein an neuem Standort enthüllt: „Stein des Anstoßes für den Frieden“

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Von: Nina Scholle

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Der aufgearbeitete und zuvor verhüllte Gedenkstein wurde anlässlich der Gedenkfeier zum Volkstrauertag feierlich präsentiert.
Der aufgearbeitete und zuvor verhüllte Gedenkstein wurde anlässlich der Gedenkfeier zum Volkstrauertag feierlich präsentiert. © Foto: Scholle

Der Volkstrauertag ist „vor allem ein Tag der Trauer“, aber auch der Versöhnung und des Friedens – mit diesen Worten begann Bürgermeister Uwe Schmalenbach seine Ansprache zur Gedenkfeier des Volkstrauertags am Denkmal an der Lüdenscheider Straße.

Herscheid - Vor fast einhundert Jahren wurde dieser Tag ins Leben gerufen, als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg, der unzähligen Menschen das Leben gekostet hatte; als solidarischer Akt der gemeinsamen Trauer. Umso erfreulicher war es, dass viele Leute den Weg zum Denkmal gefunden hatten, um an der Feier teilzunehmen.

Was Krieg bedeute, dass könne man sich in Deutschland heute gar nicht mehr vorstellen, so Schmalenbach; man könne sich glücklich schätzen, im eigenen Land keinen Krieg erlebt zu haben. Doch müsse man sich vergegenwärtigen, dass die Welt sei nicht frei von Krieg sei.

Pfarrer Bodo Meier machte deutlich, dass es wichtig sei, die Erinnerung zu bewahren und nicht als Vergangenes und damit Unveränderbares abzutun. „In unserer Erinnerung verändern sich die Dinge ständig“, sagte er. Die Erinnerung sei „nie mehr gefährdet“ gewesen als in unseren Tagen, weil es kaum noch Augenzeugen für die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs gebe, die darüber berichten könnten.

Als „aberwitzig“ bezeichnete er die Tatsache, dass Menschen im heutigen Deutschland auf die Straße treten und behaupten, in einer Diktatur zu leben. „Menschenverachtung ist keine Meinung“, betonte Meier. Es gelte nicht mehr, den Anfängen zu wehren, „sondern uns zu wehren“, um die offene Gesellschaft zu retten.

Musikalisch begleitet und unterstützt wurde die Gedenkstunde durch die Elsen Angels.
Musikalisch begleitet und unterstützt wurde die Gedenkstunde durch die Elsen Angels. © Foto: Scholle

„Denkmäler machen Geschichte lebendig“, so Schmalenbach. Die Gegenwart könne nur gestaltet werden, wenn man die Vergangenheit kenne.

In diesem Zusammenhang war es sehr passend, dass im Zuge der Gedenkfeier auch der Gedenkstein des ehemaligen Wehrvereins wieder eingeweiht wurde. Dieser stand zuletzt auf einer Waldfläche am Böllenberg und hat nun unweit des Denkmals an der Lüdenscheider Straße, wo aus diesem Anlass auch einmalig die Feier zum Volkstrauertag stattfand, einen neuen Platz gefunden.

Als „Stein des Anstoßes für Frieden und Freiheit“ bezeichnete Meier den komplett aufgearbeiteten Gedenkstein der ein „Zeichen der Erinnerung“ sei.

Abordnungen der heimischen Vereine sowie der Reservisten und der Herscheider Feuerwehr hatten der Gedenkfeier einen würdigen Rahmen gegeben. Musikalisch begleitet und unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Elsen Angels.

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