Sanierung am Habbel wird dank Fördermittel fortgesetzt

Flieger wollen hoch hinaus: Vereinsgelände wird weiter modernisiert

Wird die Werkstatt benötigt, ist es meistens sehr kalt, erklärt Gerd Eilrich von der Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid.
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Wird die Werkstatt benötigt, ist es meistens sehr kalt, erklärt Gerd Eilrich von der Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid.

„Mit dieser schnellen Förderzusage haben wir nun wirklich nicht gerechnet. Wir waren ja einer der letzten Antragsteller und sind davon ausgegangen, dass die Förderzusage uns auch erst später erteilt wird. Daher freuen wir uns, dass die Förderzusage nun so schnell kam“, schildert Gerd Eilrich, stellvertretender Vorsitzender der Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid die ersten Emotionen nach dem positiven Bescheid des Förderantrags zur „modernen Sportstätte 2022“, bei der der Gemeinde Herscheid 300 000 Euro als Fördersumme zum Erhalt und der Modernisierung der Sportstätten in der Ebbegemeinde zur Verfügung stehen.

Herscheid - Bei der Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid gab es allerdings eine Besonderheit, die eine Zusammenarbeit des Stadtsportverbandes Plettenberg und des Gemeindesportverbandes Herscheid erforderte: Die kommunalen Sportverbände waren für die Aufteilung der Fördersummen auf die Anträge zuständig, bevor diese an die Staatskanzlei weitergeleitet wurden.

„Wir gehören dem Stadtsportverband Plettenberg an, da unser Vereinssitz eigentlich Plettenberg ist. Unser Flugplatz und unser Fliegerheim liegen allerdings auf Herscheider Gebiet“, so Eilrich zu den zuerst zu klärenden Zuständigkeitsbereichen. Aber die Sportverbände fanden einen Konsens und teilten die Förderbeträge auf.

Nach der Zusage des Landes Nordrhein-Westfalen darf sich die Fliegergruppe nun auf eine 60-prozentige Förderung ihrer Baumaßnahme, die rund 160 000 Euro umfasst, freuen. „Was über die Fördersumme hinausreicht, müssen wir über viel Eigenleistung erbringen.“

Aber was hat die Fliegergruppe, die erst 2019 ihre neue „Kantine“ in Betrieb nehmen konnte, die mehr einem Fliegerheim gleicht, auf dem Flugplatz in Hüinghausen vor? Der Holzverschlag, der an den Hangar angebaut ist, erinnert von innen und außen mehr einem Bretterverschlag, wie man es von damaligen Grenzübergängen an der Deutsch-Deutschen-Grenze kennt, als ein gut nutzbares Büro für die Flugleitung. Auch die Schulungs- und Jugendräume sind als solche nicht erkenn- und nutzbar.

Die Räume sind weder vernünftig geheizt noch isoliert. Die Jugendräume, wo während der Schulungstage auch eine Übernachtungsmöglichkeit bestehen soll, ist nicht für Frauen und Männer getrennt. Gerade hier drückt den Fliegern der Schuh. „Wir haben in den letzten Jahren mehr und mehr weibliche Flugschüler. Die bisherigen Räume sind hauptsächlich auf männliche Flugschüler ausgelegt“, sagt Markus Krummenerl, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Die alten Eternitplatten sind weder schön, noch schützend: Daher wird die Flugleitungsbaracke umgebaut.

Die Werkstatt im Untergeschoss des renovierungsbedürftigen Traktes wird hauptsächlich für Wartungsarbeiten in den Wintermonaten genutzt. „Zwar haben wir hier eine kleine Heizmöglichkeit, diese dauert aber lange und dennoch hat man bei den Arbeiten in der Werkstatt kalte Finger, die das Arbeiten sehr erschweren“, erläutert Krummenerl.

Der Anbau wird zwar nicht komplett abgerissen, aber stark zurückgebaut, um dann mit einem Holzständerwerk erweitert und erhöht zu werden, denn das schräge Dach macht einen Aufenthalt oben teilweise schwer möglich. Auch marode Balken sollen dabei ausgetauscht werden. Vor allem aber die Eternitfaserplatten werden entfernt und gegen Platten, die schon die Fassade am Fliegerheim verschönern, ausgetauscht.

Eine entsprechende Dämmung sollen die Räume warmhalten und den Energiebedarf senken. Die Wärme soll durch eine effiziente Gasbrennwertheizung erfolgen. Auf eine Gasleitung wurde bisher aus Kostengründen verzichtet. Die Heizung wird weiter über einen Tank gespeist. Eine Höhenzunahme im Bereich der Werkstatt und der Aufenthaltsräume im Obergeschoss sollen den notwendigen Platz bieten. Nicht zuletzt sollen getrennte Schlaf- und Umkleideräume für männliche und weibliche Mitglieder und Flugschüler geschaffen werden.

„Der Bauantrag ist mittlerweile eingereicht“, berichtet Gerd Eilrich. Wann jedoch der Umbau starten kann, ist abhängig von der Verfügbarkeit der Handwerker. „Der Realisierungszeitraum wird sich sicherlich bis ins Jahr 2022 erstrecken“, so Krummenerl zum Zeitplan.

Von Seiten des Landes NRW ist der wichtige Schritt der Fördergeldbewilligung getan. „Ich freue mich, dass wir mit den nun erteilten Förderentscheidungen unseren Vereinen tatkräftig unter die Arme greifen können. Wir haben uns zum Ziel gesetzt einen spürbaren Beitrag zur Modernisierung unsrer Sportstätten in Nordrhein-Westfalen zu leisten. Dies ist uns mit diesem Förderprogramm gelungen. Nun können wir den Sanierungsstau deutlich reduzieren“, so Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes NRW.

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